Musikindustrie geht gegen YouTube-Diebe vor Aus für Streamripper?

Mit ein paar wenigen Klicks kann man aus YouTube-Clips MP3-Dateien machen. Streamripping heisst das. Der Musikindustrie passt das gar nicht. Darum will sie dem bekannten Betreiber «youtube-mp3.org» den Saft abdrehen.

US-Musikindustrie klagt gegen Youtube-Dieb Streamripper play
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Musik-Streaming ist in. Doch wer mit dem Dienste wie Spotify oder Deezer ohne Internetverbindung hören will, muss zahlen. Vielen Usern sind die 12.95 Franken pro Monat für ein Abo aber zu teuer. Sie laden ihre Lieblingsmusik stattdessen gratis aus dem Netz – mithilfe von sogenannten Streamripper. 

Auf diesen Webseiten kann man einen YouTube-Link reinkopieren – und der Dienst spuckt dann eine MP3-Datei raus. Die kann man aufs Smartphone laden und immer und überall hören. Und im Gegensatz zu Spotify und Co. gibts auf YouTube praktisch jeden Song – der in der Regel ohne Wissen des Urhebers dort gelandet ist. 

US-Musikindustrie klagt gegen Youtube-Dieb Streamripper play

Schlichtes Design, grosse Wirkung: «Youtube-mp3.org» wandelt Videos per Mausklick in MP3-Dateien um.

Screenshot

Der Musikindustrie sind Streamripper ein Dorn im Auge. Vor allem die Webseite «youtube-mp3.org». Dessen Betreiber, Philip Matesanz (25), hat die Branche jetzt auf Schadensersatz verklagt. 150'000 Dollar verlangen die britische und amerikanische Musikverbände vom Deutschen. Zudem soll er seine Webseite vom Netz nehmen.

Bei Jugendlichen beliebt

Streamripper sind vor allem bei den Jungen beliebt. Wie die «NZZ» schreibt, nutzen in den USA 50 Prozent der 16- bis 24-Jährigen solche Webseiten. Youtube-mp3.org ist ein dicker Fisch: 40 Prozent des weltweiten Streamripping soll über diese Webseite laufen. 200 Millionen Mal wird die Seite im Monat besucht. Dank Werbung verbucht Matesanz monatlich einen sechsstelligen Umsatz.

Der Informatikstudent äussert sich zur Klage nicht. Seiner Meinung nach ist er im Recht. 2012 hat er ein Gutachten erstellen lassen, das zum Schluss kam, dass die Nutzung seiner Webseite für den Privatgebrauch legal sei. 

Ob die Branche mit der Forderung durch kommt, ist fraglich. Vor drei Jahren scheiterte bereits der deutsche Bundesverband Musikindustrie am beliebten Streamripper. Doch selbst wenn Matesanz seine Webseite vom Netz nehmen muss – Alternativen, die denselben Service anbieten, gibt es genug. (bam)

Publiziert am 27.09.2016 | Aktualisiert am 28.09.2016
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