Mitschnitte vom Echo-Lautsprecher bleiben unter Verschluss Mord-Zeuge Amazon

In einer Mord-Untersuchung spielt der Amazon-Lautsprecher Echo eine zentrale Rolle. Doch der US-Konzern weigert sich, Aufnahmen des Geräts rauszurücken.

Amazon vor Gericht: Amazon Echo soll in Mordfall aussagen play
Der Lautsprecher Echo von Amazon kann Gespräche aufzeichnen.  Zvg

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Schweizer Homepage sagt es voraus So soll das iPhone 8 aussehen
2 BLICK in die neuen Google-Büros am Zürcher HB Ein WC für Frau, Mann...
3 Schweiz wieder Nr. 1 im Talente-Ranking Die klügsten Köpfe wollen zu...

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
8 Kommentare
Fehler
Melden

Amazon Echo ist in den USA der letzte Schrei. Der Lautsprecher des US-Konzerns gibt nicht nur Töne von sich – er kann auch Auskünfte erteilen. Das funktioniert via Sprachbefehl. 

Das Gadget horcht mit und nimmt Sprachbefehle auf. Deshalb ist das Gerät im Visier von US-Ermittlern. Im Haus des US-Amerikaners Andrew Bates fand die Polizei vor ein paar Monaten eine Leiche. Da bei Bates einen Amazon Echo herumstand, verlangt die Polizei vom US-Konzern, dass er die Aufnahmen rausrückt – in der Hoffnung, zusätzliche Beweise zu finden. 

Durchsuchungsbefehl reicht nicht

Doch Amazon stellt sich quer: «Wir geben keine Kundeninformationen heraus ohne eine verbindliche rechtliche Aufforderung», erklärt der Konzern dem Online-Portal «Business Insider». Der Durchsuchungsbefehl für Bates Wohnung reiche nicht aus, so Amazon. Allerdings hat der Konzern die Account-Informationen von Bates herausgegeben. 

Prinzipiell nimmt der Amazon-Lautsprecher nur etwas auf, wenn er angesprochen wird. Die Polizei erhofft sich, dass Bates versehentlich eine Aufnahme gestartet hatte.

Der Fall erinnert an Apple. Im Frühjahr wurde die Firma aufgefordert, das iPhone des San Bernardino-Attentäters, der 14 Menschen getötet hatte, zu knacken. Der Konzern wehrte sich gegen die Forderung des FBI (BLICK berichtete). Schlussendlich war die Hilfe von Apple nicht nötig. Die Behörden knackten das Gerät selber. (bam)

Publiziert am 28.12.2016 | Aktualisiert am 08.01.2017
teilen
teilen
0 shares
8 Kommentare
Fehler
Melden

8 Kommentare
  • Tobias  Grütter 28.12.2016
    @Beat Küng: Sie verstehen schon wie ECHO oder HOME funktionieren? Da gibt es nichts "offline", alles geht vollautomatisch zu Amazon und Google. Da bleibt nichts bei Ihnen "gespeichert", alles wird 7 x 24 Stunden übermittelt. Beide Systeme horchen ununterbrochen (auf Ihre an sie gerichteten Befehle). Sie glauben nicht wirklich, Sie würden diese Systeme längerfristig ausschliesslich für unverfängliche, belanglose und harmlose Frage-Spielchen à la "Wie hoch ist das Matterhorn" benutzen, oder?
    • Stefan  Buttliger 28.12.2016
      Sorry, Herr Grütter...
      Wenn Herr Küng von 2 Geräten spricht, dürften diese "Geräte" eher PC/Laptop/Mac heissen, als ECHO etc.
      Herr Küng hat Recht: ein ECHO etc. wäre am - sonst leeren - Online-Gerät angehängt - nur: wer braucht eine Boxe die zuhört?
      Den 2. PC nutzt man offline - also ohne E-Mail/Internet - einzig für den eigenen Datenverkehr! Industrie-Spionage etc.
      Übrigens, gibt es mit NAS einen doppelten RAID-Mitschnitt der Harddisc - also, eine interne Cloud in den eigenen vier Wänden!
    • Tobias  Grütter 29.12.2016
      @Stefan Buttliger: Sie beschreiben eine ziemlich realitätsfremde Situation. Kaum ein PC/Laptop/Tablet/Smartphone wird heute ausschliesslich offline betrieben, z.B. als Schreibmaschinen-Ersatz. Gerade die Möglichkeiten Online zu shoppen, e-Banking, Wikipedia oder News zu lesen, fremdsprachige Artikel übersetzen zu lassen etc. machen diese Geräte erst wirklich nützlich. Deshalb werden auch ECHO und HOME früher oder später frewillig in jedem Haushalt stehen, trotz ungelösten Datenschutzproblemen.
  • Beat  Küng aus Bellinzona
    28.12.2016
    Sowas nennt man doch Behinderung der Justiz. Würde das ein Bürger machen, wäre das FBI 5 Minuten später da und der Renitente würde getasert und erst mal in den Bau geschickt. Bei solchen "Vergehen" sollten eigentlich die Verwaltungsräte der jeweiligen Konzerne genauso behandelt werden: Türe aufbrechen, tasern, verhaften. Ich sehe da keinen Unterschied zum Otto Normalverbraucher. Gleiches Recht für alle.
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    28.12.2016
    Danke für den Hinweis. Ausser google hat Amazon die grösste Zahl Mathematiker und Statistiker bei der Auswertung von Kundendaten. Wir reden hier von Milliardenaufwendungen für Forschung und Entwicklung. Die Vorstellung, dass Amazon solche Aufnahmen nicht betriebsintern verwertet, wäre geradehinaus antikapitalistisch und subversiv. Wir laufen widerstandslos in eine Zeit der totalen Kontrolle hinein, wo mittels solcher Algorithmen unsere Stimmung und unser Verhalten zentral gesteuert werden.
    • Beat  Küng aus Bellinzona
      28.12.2016
      Genau aus dem Grunde sollte jeder 2 Geräte haben: eins quasi empty für den Onlinegebrauch, und eines offline, um damit zu arbeiten und die Daten zu speichern. Bei mir laden sie genau das runter was sie auch haben sollen. Den Rest behalte ich gerne für mich.
    • Aaron  Mastel , via Facebook 28.12.2016
      Tipp von mir, Fenster auf und PC rausschmeissen, dann das Smartphone zerstören, nun die Kleider verbrennen und ab in den Wald und von dem leben was Mutter Natur hergibt. Alle anderen entscheiden immer noch selber was sie tun und was sie konsumieren. Diese Mindcontrol VT wird schon seit Jahrzehnten verkauft und es gibt immer noch Menschen die das als Erklärung für die überaus komplexe Welt nehmen.
    • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
      29.12.2016
      @Aaron Mastel, Nein, im Ernst. Lesen Sie den grossen Wurf des Herbstes, Cathy ONeill "Weapons of Math Destruction", lesen Sie die ganz allerneueste Ausgabe vom ct Magazin (am Kiosk) über big data Algorithmen und die Übertragung der modischen activity tracker. Im letzten Magazin "Horizonte", herausgegben von der Schweizerischen Akademie der Wissenschaften schrieb der Swisscom CEO, dass solche Algorithmen zwingend von Gesetzes wegen reguliert werden müssen...