Welche Biotreibstoffe gibt es?Man unterscheidet drei Arten: Biogas wird aus Gülle, Klärschlamm, Mist sowie aus Abfällen aus der Lebensmittelindustrie oder dem Garten gewonnen. Biodiesel wird aus ölhaltigen Pflanzen wie Raps, Mais, Soja und auch altem Speiseöl produziert. Ethanol wird ebenfalls aus Pflanzen gewonnen. Die Stärke in den Pflanzen wird vergoren. So entsteht Ethylalkohol. Er wird dem Benzin beigemischt.Was soll Bio sein an Bio-Sprit?Mit Bio-Rüebli hat das nichts zu tun. Beim Anbau von Bio-Treibstoff kommen oft sogar Pestizide zum Einsatz. «Das Wort Bio bei Treibstoffen auf Basis von Nahrungsmitteln ist völlig irreführend», kritisiert Empa-Experte Marcel Gauch. Korrekt wäre der Begriff Agrar- oder Agro-Sprit.Welcher hat die beste Ökobilanz?Eindeutig Biogas. Bei den Agro-Treibstoffen, also Biodiesel und Bioethanol, kommt es auf den Rohstoff an. Aber auch darauf, wie und wo er angebaut wurde. Ein Beispiel: Werden für den Sojaanbau zuerst Urwaldflächen abgebrannt, danach die Pflanzen künstlich bewässert und mit Dünger überhäuft, sieht die Ökobilanz katastrophal aus. Auch wenn danach Biodiesel draufsteht.Ist also Biogas sauber?Eigentlich schon. Denn es wird aus Abfällen gewonnen. Bei Biogas stellt sich ein anderes Problem: Das Auto muss mit einem speziellen Gas-Tank ausgerüstet sein. Und man kann nur an wenigen Tankstellen Gas zapfen.Wie viel Ethanol wird in der Schweiz dem Benzin zugefügt?3 Millionen Liter. Gemessen an der ganzen Menge Benzin sind das nur gerade 0,06 Prozent. Hergestellt wird das Ethanol aus Holzabfällen. Also keine Konkurrenz zu Nahrungsmitteln. Es gibt Pläne, bis zu 130 Millionen Liter Ethanol zu produzieren. Teilweise aus überschüssigen Kartoffeln und Getreide. Ein heikler Punkt, denn: Was ist Überproduktion?Ist Benzin mit Ethanol billiger?Ja, weil Ethanol steuerbefreit ist. E5-Benzin mit 5 Prozent Ethanol kostet etwa 2 Rappen pro Liter weniger. Dieser Sprit eignet sich für jedes Auto. Für E85 mit 85 Prozent Zusatz braucht man ein spezielles Auto. Heute fahren etwa 3000 davon in der Schweiz herum. Ein Liter kostet etwa 20 Prozent weniger als Normalbenzin. Allerdings steigt auch der Verbrauch, weil der Heizwert tiefer liegt. Unter dem Strich spart man fast nichts. In der Schweiz gibt es 140 E5-Tankstellen, für E85 nur 35.Und beim Diesel?Da wird vor allem Palm-, Raps- und Sojaöl in veresterter Form verwendet. Das Problem: Man kann die Herkunft der
Rohstoffe nicht überprüfen. Deshalb gelangt auch Rapsöl aus dem Ausland in die Tanks von Schweizer Autos. Und dieser Raps hätte auch als Nahrungsmittel eingesetzt werden können. Das sind aber nur sehr kleine Mengen. Migrol bietet unter Bio&Fair einen biologischen und sozialverträglichen Treibstoff an. Kunden zahlen einen Aufpreis von 60 Rappen pro Liter. Migrol-Chef Daniel Hofer: «Wir möchten ausbauen, aber die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem.»Also kein grünes Autofahren?Noch nicht. Vielversprechend ist Bio-Sprit der zweiten Generation. Als Rohstoff können Algen dienen. Die brauchen weniger Fläche als andere Pflanzen. Oder der JatrophaStrauch, der auf kargem Boden wächst, wo essbare Pflanzen kaum gedeihen. Seine Früchte enthalten mehr Öl als Raps. Am besten wären aber Solar-Autos: Für diesen Treibstoff braucht es nur Sonnenschein.