Millionenflop mit eigener App SBB ziehen Facebook für Pendler den Stecker

Weiterer Millionen-Flop für die SBB. Das Unternehmen schaltet in wenigen Wochen ihre Social-Media-App ab. Die Gründe sind fadenscheinig. Dafür ist jetzt der Kauf von Spar-Tickets übers Smartphone möglich.

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Sie sollte Bahnreisende untereinander vernetzen. Dank «SBB.Connect» wissen Sie, ob Ihre Freunde von Facebook und Twitter auch im selben Zug, Tram, Bus oder Schiff wie Sie sind. So können Sie sich unterwegs treffen, miteinander chatten und gemeinsam reisen, versprachen die SBB bei der Lancierung der Social-Media-App im 2012. 

Jetzt ist Schluss damit. Die SBB ziehen ihrer Connect-App den Stecker. «Wir werden die App per 31. Dezember aus dem Sortiment nehmen», bestätigt SBB-Sprecher Christian Ginsig gegenüber Blick.ch.

«Es hat nicht funktioniert»

Über die Gründe für das Aus schweigen sich die SBB aus. «SBB.Connect hat einfach nicht funktioniert», sagt Ginsig.

Pikant: Beteiligte aus dem Unternehmen sprechen von Kosten für die Connect-App-Entwicklung, deren Bewerbung und Unterhalt von gegen 4 Millionen Franken. «Stimmt nicht. Wir liegen massiv darunter», kontert Ginsig. Zahlen nennen will er aber nicht.

Mehrere Projekte gescheitert im 2014

Es ist nicht die erste Smartphone-Anwendung, der die SBB in diesem Jahr den Stecker ziehen. Wie der BLICK im Mai publik machte, wurde die Bahnmeilen-Sammelapp Mobilbonus abgeschaltet.

Auch das Goodbox-Projekt – bediente Schliessfächer, in die sich Pendler hätten Supermarkt-Bestellungen liefern können – floppte und wurde im Herbst eingestellt.

Jetzt gibts dafür Spar-Billette über eine SBB-App

Eine Baustelle haben die SBB allerdings schliessen können: Sparbillette gibt's jetzt endlich auf der SBB-Mobile-App zu kaufen. Das twitterte SBB-Manager Michael Rueetschli heute Nacht um 00:10 Uhr.

Und so funktioniert es: Via SBB Mobile App > «Billette» oder direkt bei der gewünschten Reiseverbindung („Preis/Kauf“) können jeden Tag 100000 vergünstigte Billette für nationale Strecken bezogen werden laut SBb. «Wer früh bucht, profitiert am meisten von den bis zu 50 Prozent rabattierten Angeboten.» Beispiel: die Strecke Zürich HB–Basel (SBB ohne Halbtax) ist ab 16 Franken statt 32 Franken erhältlich.

Drei von vier Billetten verkaufen die SBB heute schon über das Smartphone, die SBB-Website oder am Automaten. Es heisst, dass bis in neun Jahren neun von zehn Kunden ihre Billetts über selbstbediente Kanäle beziehen.

Publiziert am 12.11.2014 | Aktualisiert am 12.11.2014
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2 Kommentare
  • Gerry  Kuster 12.11.2014
    Solche Verluste würden in der Privatwirtschaft dazu führen, dass die Geschäftsleitung abgesetzt wird.
  • Jürg  Widmer , via Facebook 12.11.2014
    Wäre schon mal schön wenn man das Halbtax in der App hinterlegen könnte damit man dieses nicht noch separat mitnehmen muss. Aber an die Einfachen praktischen dinge scheint niemand zu denken...