Verband verzerrte Wettbewerb Millionenbusse für die Schweizer Musiklabels

Die Wettbewerbskommission verhängt dem Dachverband der grössten Schweizer Musiklabels (Ifpi) eine Busse über 3,5 Millionen Franken. Weil er Parallelimporte verhindert hat.

  • Publiziert: 20.07.2012
play 3,5 Mio. Busse: Weil der Branchenverband verhindert hat, dass Parallelimporte möglich waren. (Keystone )
play Ivo Sacchi ist Chef von Universal Music Schweiz und Präsident von IFPI Schweiz. (Katrin Walther)

IFPI Schweiz, der Dachverband der CD-Hersteller, hat den Parallelimport von Tonträgern in die Schweiz behindert. Zu diesem Schluss kommt die Wettbewerbskommission (Weko), welche IFPI deshalb mit einer Busse von 3,5 Millionen Franken belegt.

Aus demselben Grund wird auch Phononet mit 20'000 Franken gebüsst, wie aus dem Communiqué der Weko von heute Freitag hervorgeht. Phononet habe als Bindeglied zwischen Handel, Medien und Musikindustrie die Praxis von IFPI Schweiz unterstützt.

Eingeständnis des Verbands

Konkret haben sich die Mitglieder von IFPI Schweiz gegenseitig verpflichtet, auf den Parallelimport von CDs und DVDs anderer Mitglieder zu verzichten.

In einer einvernehmlichen Regelung mit der Weko haben sich IFPI Schweiz und Phononet nun bereit erklärt, künftig Parallelimporte von Ton- und Tonbildträgern nicht mehr mit Importverzichtserklärungen zu erschweren oder zu verhindern.

In einer schriftlichen Stellungnahme schreibt der Verband: «Wir akzeptieren die Untersuchungsergebnisse und haben die beanstandete Behinderung von Parallelimporten unverzüglich korrigiert.»

Keine Unregelmässigkeiten bei Hitparade

Keine Anhaltspunkte fand die Weko dagegen für kartellrechtliche Verstösse von IFPI Schweiz bei der Erstellung der Hitparade. Die Untersuchung in diesen Punkten wurde deshalb von der Weko eingestellt.

Allerdings wird IFPI Schweiz die Berechnung der Hitparade transparent machen, wie es in der Mitteilung der Weko hiess.

Die Untersuchung der Weko ins Rollen gebracht hat der digitale Musikvertrieb iMusician, der nicht Mitglied von IFPI ist und der dem Verband auch nicht beitreten durfte.

iMusician hatte den Verdacht, die Hitparade widerspiegele nicht die tatsächlichen Verkaufszahlen, als der Song «Slow down. Take it easy» der Band Da Sign & The Opposite nicht in der auf DRS3 gesendeten Hitliste auftauchte. (SDA/alp)

Beliebteste Kommentare

  • Christian  Nussbaumer , Fribourg , via Facebook
    Die Labels werden wegen Verhinderung von Parrallelimporten gebüsst und die Pharmariesen werden unterstützt keine Parrallelimporte durchzuführen... hello, wo ist da die Linie?
    • 20.07.2012
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  • Steven  Hornier , via Facebook
    Hihi, ich lach mich kaputt! Die IFPI will doch alle, welche mal was gedownloaded haben, kriminalisieren und am besten gleich hängen! Und nun sind die da bei IFPI selber kriminell!!! Das ist ja sowas von lustig....so geht es im Leben eben! :
    • 20.07.2012
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Alle Kommentare (5)

  • Rolf  Hess , Münchenbuchsee
    Wer büsst denn die Schweizer Parlamentarier, die fortlaufend gegen Parallelimporte der, bei uns, zu teuren Medikamente stimmen?
    • 21.07.2012
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  • Steven  Hornier , via Facebook
    Hihi, ich lach mich kaputt! Die IFPI will doch alle, welche mal was gedownloaded haben, kriminalisieren und am besten gleich hängen! Und nun sind die da bei IFPI selber kriminell!!! Das ist ja sowas von lustig....so geht es im Leben eben! :
    • 20.07.2012
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    • Peje  Kosova
      Nichts mehr hinzuzufügen...ausser das downloaden in der Schweiz legal ist :-
      • 20.07.2012
      • als Kommentar auf Steven  Hornier
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  • Christian  Nussbaumer , Fribourg , via Facebook
    Die Labels werden wegen Verhinderung von Parrallelimporten gebüsst und die Pharmariesen werden unterstützt keine Parrallelimporte durchzuführen... hello, wo ist da die Linie?
    • 20.07.2012
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    • Beni  Ambühl , Bern
      Es kommt nicht auf die Linie drauf an, es kommt darauf an, wie stark die Lobby im Hintergrund ist ;
      • 20.07.2012
      • als Kommentar auf Christian  Nussbaumer , Fribourg
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