Migros verteuert seine Nespresso-Klone Waffenstillstand im Kaffeekapselkrieg

Bisher brachten Nespresso-Konkurrenten ihre Ware immer billiger auf den Markt. Doch nun schlagen die 10er-Packungen bei Migros um 30 Rappen auf. Was ist da los?

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Der Krieg der Nespresso-Klone tobt seit Jahren. Bei Grossverteilern kannten die Preise für Kapselkaffee nur eine Richtung – sie wurden billiger und billiger. Jetzt macht die Migros nicht mehr mit, wie eine Sprecherin gegenüber SonntagsBlick bestätigt: Alle Zehnerpackungen von Café Royal schlagen um 30 Rappen auf. Neu kosten sie 4.10 statt 3.80 Franken.

«Diese Preiserhöhung erstaunt mich sehr», sagt Christoph Huber (59), Chef der Pressogno AG. «Bei 3.80 Franken liegt im mittleren Preissegment eigentlich die ab­solute Schmerzgrenze.» Seine Ware teurer zu machen, kommt für den Zuger Kapselhändler nicht in Frage. Zehnerpackungen, die er für Volg und Spar produziert, kosten dort weiterhin 3.25 Franken.

Migros begründet ihren Richtungswechsel mit gestiegenen Rohstoffpreisen und Fertigungskosten. Tatsächlich kletterte der Preis für Rohkaffee der Sorte Arabica innert eines Jahres von umgerechnet 1.20 auf heute 1.70 Franken pro 453 Gramm.

Das trifft alle Kapselanbieter gleich – bis auf Migros aber halten sie ihre Preise tief. Bei Coop etwa kosten Zehner­packungen von Chicco d'Oro 3.80 Franken, die im Oktober neu aufgenommenen der Marke Bialetti 3.50 Franken und die Eigenmarke La Mocca 3.20 Franken.Für Huber ist klar: «Die Migros will sich mit der Erhöhung von der Klon-Konkurrenz abheben.» Mit 41 Rappen pro Kapsel wagt der orange Riese als Einziger die Annäherung an Nespresso. Die Originalkapseln kosten seit Jahren im Minimum 50 Rappen pro Stück.

Auch in der Vermarktung nähert sich die Migros Nespresso an: Mit Robbie Williams setzt die Werbung für Café Royal einen Star ein, der dem Bekanntheitsgrad von Nespressos George Clooney kaum nachsteht.

Die Migros ist überzeugt, dass die Käufer die höheren Preise schlucken: «Kaffee gibt es in unterschiedlichen Qualitäten, und die Kunden haben unterschiedliche Bedürfnisse. Auf diese gehen wir ein, was unterschiedliche Preise zur Folge hat», sagt Sprecherin Monika Weibel.

Billiganbieter Huber freut die Preiserhöhung der Migros. Er rechnet damit, dass sein Absatz nun noch weiter steigt. 

Publiziert am 14.11.2016 | Aktualisiert am 14.11.2016
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15 Kommentare
  • Lilian  Hug 15.11.2016
    Seitdem ich mich mal naeher befasst habe, mit dem Multi Konzern Nestle, faellt es mir mehr als leicht, auf jegliche Nestle Produkte zu verzichten. Die Wahl, was man sich schlussendlich so alles zu Gemuete fuehrt, steht natuerlich jedem frei.
  • Peter  Brunner 15.11.2016
    Trotz den teuren Reklamestars, dem Prunkvollen Presseerzeugnis ( das ich nie lese) ist und bleibt für mich ,trotz dem hohen Preis, Nespresso der Beste.
  • Silvio  Mayer , via Facebook 15.11.2016
    Das passt zur heutigen Migros. Selber produzierte günstige Eigenmarken praktisch zum Markenartikelpreis anzubieten. Normalerweise werden Eigenmarken sehr preiswert angeboten, siehe Aldi und Lidl. Leider sind heute Lidl und Aldi das, was Migros mal vor 40 Jahren war. Schade.
  • Marcel  Stierli aus Mérida, México
    15.11.2016
    Jenen die hier über hohe Preise für Kaffee in der Schweiz klagen sei gesagt: Ich bezahle hier in México für besten Kaffee denselben Preis wie in der Schweiz. Ich gehe davon aus, dass Dreckfirmen wie Nestle hier den Einkaufspreis definieren damit der Gewinn in Europa fett anfällt. Bezahlen tun das hier die Bauern, die kaum einen Peso pro Kilo gewinnen. Alles nur, damit ihr dort in der Schweiz über hohe Preise klagen könnt. Wer Kaffee aus Kapseln konsumiert, hat so oder so keine Ahnunug von KAffee
  • Reto  Derungs , via Facebook 15.11.2016
    Der Selbstbedienungsladen (für deren Manager) Migros hat auch mit dem Markteintritt von Aldi und Lidl noch nicht geschaltet. Wir Konsumenten schon.