Migros und Lidl auf Expansionskurs Migros will endlich im Engadin landen

Für Migros und Lidl ist das Engadin ein blinder Fleck. Das lassen sie nicht auf sich sitzen. Die Logistikkonzepte liegen vor.

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Am felsigen Engadin beissen sich die Schweizer Detailhändler bis heute die Zähne aus. Auch die Migros hat hier keinen einzigen Standort. Das soll sich nun ändern. SonntagsBlick-Recherchen zeigen, dass der Grossverteiler kurz davor steht, endlich Fuss im malerischen Hochtal zu fassen, wie zwei unabhängige Quellen aus dem Konzern berichten. «Abklärungen und Gespräche verlaufen positiv. Wir haben verschiedene Stand­orte im Unter- und Oberengadin im Visier», bestätigt Migros-Ostschweiz-Sprecher Andreas Bühler.

Für die Migros wäre es das Ende einer unendlichen Geschichte. Seit Jahrzehnten versucht sie, das Engadin zu erobern. In Samedan besass die Migros gar ein Grundstück. «Wir erhielten jedoch keine Bewilligung für einen Neubau und verkauften das Land schliesslich. Heute steht ein Aldi dort», sagte Mig­ros-Chef Herbert Bolliger (62) im Frühling genervt zur Zeitung «Südostschweiz». Was Bolliger noch mehr wurmen dürfte: Konkurrent Coop hat die Migros im Kanton Graubünden abgehängt.

Bis jetzt ist der Name Migros im Engadin einzig mit einer Migro­lino-Kleinstfiliale in Samedan präsent. «Für die Migros Ostschweiz ist ein Migrolino in Samedan zwar schön. Doch zufrieden sind wir erst, wenn wir zwei bis drei eigene Läden im Engadin betreiben», sagt Sprecher Bühler. In drei bis fünf Jahren will man so weit sein. Aber offenbar wird in dem engen Tal um die besten Flächen gekämpft. Bühler: «Es gibt durchaus Konkurrenz um Standorte zwischen verschiedenen Detailhändlern. Das ist nicht nur im Engadin so.»

In St. Moritz hat die Migros mit einer Filiale des Tochterunternehmens Denner bereits einen Standort. Bekannt ist, dass sich die Mig­ros für das Signal-Areal ausserhalb des Ortes interessiert. Dutzende Einsprachen verhindern jedoch die Bebauung. «Das Signal-Areal ist eine Möglichkeit, aber nicht die einzige», kommentiert Andreas Bühler vielsagend.

Der deutsche Discounter Lidl hat ebenfalls ein Auge auf Graubünden geworfen. «Gerne möchten wir auch das Engadin erschliessen», sagt Sprecherin Corina Milz. Ein Logistikkonzept liege vor. «Wir führen bereits Verhandlungen.» So oder so: Die Verteilung der Waren ins Engadin ist aufwendig. Dies zeigt das Beispiel Volg: Ungekühlte Produkte gelangen vom Verteil­zentrum Winterthur ZH nach Landquart, mit der Rhätischen Bahn von dort nach Zernez, Samedan oder Scuol. Per Camion geht es dann zu den Dorfläden: nach Santa Maria im Münstertal über den Ofenpass, nach Feldis sogar via Luftseilbahn.

Auch bei der Migros weiss man: «Das Engadin ist logistisch eine Herausforderung. Die Basis der Migros Ostschweiz liegt in Gossau SG. Das ist weit weg», erklärt Bühler. Man könne nicht damit rechnen, dass der Julierpass ganz­-jährig befahrbar sei. Sprecher Bühler: «Deshalb prüfen wir die Lieferung über die Schiene, etwa durch den Vereina- oder den Albulatunnel.»

Publiziert am 04.09.2016 | Aktualisiert am 04.09.2016
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2 Kommentare
  • L  Gerber aus Zürich
    04.09.2016
    Schade das es überall in der Schweiz, nur noch die gleichen Läden gibt und dafür die Bäckereien, Käsereien, Metzgereien, Papeterien und kleine Lädeli geopfert werden. Weltweit sind nur wenige Konzerne, die in den Städten vertreten sind. Alle alteingesessenen Geschäfte gehen kaputt und es findet eine richtige langweilige Einöde statt. Bald merkt man nicht mehr ob man in Paris, New York oder Zürich einkauft. Überall wird das gleiche angeboten. Mich schockiert das!
    • daniel  witschard aus st.gallen
      04.09.2016
      da gebe ich ihnen zu 100 Prozent recht und wenn man nicht in jene läden läuft dann sind es bestimmt noch solche die diesen beiden gehören! diese beiden genossenschaften machen in der ganzen schweiz, mit all ihren geschäften, über 50 milliarden umsatz! die haben einfach zu viel geld und darum wissen sie zum teil nicht mehr was anfangen mit.