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Plötzlich ist die grün-weisse Kultmarke auf der Prioritätenliste der Migros wieder ganz zuoberst. 770 Produkte zähle das Sortiment derzeit, so Sprecher Urs Peter Naef gegenüber «Cash». So viele wie noch nie zuvor. Noch im Januar sprach Migros von «rund 500 M-Budget-Artikeln».
Damals stand alles auf Abbau: Der Werbeetat wurde zusammengestrichen, die M-Budget-Partys abgeschafft, die Kooperation mit Mobility aufgekündigt und das Aus für das Online-Portal mbudget-kult.ch beschlossen.
Doch auch auf der M-Budget-Kult-Website zeigt sich das wieder erstarkte Engagement der Migros. «Der M-Budget-Kultshop bleibt geschlossen. Wir freuen uns, Sie ab Herbst 2009 mit einem komplett neuen Konzept zu überraschen», steht auf der Seite. Der Start sei im Oktober 2009. Mehr will der orange Riese noch nicht kommunizieren.
«Die M-Budget-Linie hat eine grosse Bedeutung für die Migros», sagt Naef. Einen Grund für die neue Zuwendung zur Billiglinie kann er aber keinen nennen. Er bestätigt aber, dass die vor einem Jahr kommunizierte Strategie, den Ausbau von M-Budget auf Eis zu legen, nie umgesetzt worden sei. «Es gibt keine Plafonierung.»
Die Kultphase der grün-weissen Marke erlebt deshalb wohl einen neuen Höhepunkt. Der bisherige wurde 2007 erreicht, als Migros die Zahl der Billig-Produkte von 200 auf 600 schraubte – um sich gegen den damals neuen Konkurrenten Aldi zu wehren. Dieser ist zusammen mit Lidl nun wohl auch wieder Treiber für die M-Budget-Strategieänderung.
Der Umsatz der Billig-Linie hat mit rund 770 Millionen Franken inzwischen ein respektables Niveau erreicht. Im Vergleich zum letzten Jahr ist das ein Plus von 6 Prozent. Wegen der Preisreduktion von 131 Artikeln fiel die Zunahme nicht stärker aus. Migros erzielte 2008 einen Umsatz von insgesamt 25,7 Milliarden Franken.
Coop setzt mit ihren rund 600 Prix-Garantie-Artikeln – 400 Artikel in den Supermärkten sowie über 200 weitere im Warenhaus-Kanal Coop City und Bau + Hobby – um die 600 Millionen Franken um. Offiziell bestätigt die Nummer zwei im Schweizer Detailhandel diese Umsatz-Zahlen aber nicht. Aus Konkurrenzgründen, wie sie sagt.
Aus den Erfahrungen der letzten Jahre scheint aber schon jetzt sicher, dass auch Coop ihre Billig-Linie ausbauen wird. Nur schon, um Migros nicht das Feld alleine zu überlassen. Coop-Sprecher sagt denn auch vieldeutig: «Geplante Aktivitäten kommunizieren wir in der Regel nicht – lassen Sie sich überraschen.»
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Billig und mit weitgefächerten Produkten: die Budget-Linie der Migros. (Migros/MGB)