Migros gewinnt den Streit um Müesli-Riegel Jetzt muss Coop einpacken!

AARAU - Coop hat bei Migros abgeschaut. Dies hat das Aargauer Handelsgericht entschieden. Zwei Sorten «Country»-Riegel verschwinden aus dem Regal.

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Auf dem Pausenplatz, auf Schulreisen und auf Wanderungen gehören sie zu den Klassikern: die Farmer-Stängel der Migros. Vor mehr als 30 Jahren brachte der orange Riese den Getreideriegel auf den Markt. Inzwischen ist daraus eine ganze Produkte­familie geworden. Auch Müesli, Joghurt und Nüsse laufen unter dem Namen Farmer.

Die Konkurrenz erblasste darob vor Neid. Schon vor Jahren lancierte Migros-Erzrivale Coop deshalb eigene Getreide-Stängel. Crunchy Snack, Soft Snack hiessen sie.

Irgendwie war Coop aber nicht ganz zufrieden. Anfang Jahr rückten die Designer die Stängel näher an das Original: Sie nannten sie fortan Country. Die grüne Kartonverpackung wurde wie bei Farmer mit Bildern von Ähren, Bienenwaben und einem Honiglöffel verziert.

Die Riegel seien einem «Re­branding unterzogen» worden, wie man das bei sämtlichen Produkten von Zeit zu Zeit mache, sagte Coop-Sprecher Urs Meier im Februar zu BLICK. Den Kopie-Vorwurf wies er entschieden zurück.

Das Aargauer Handels­gericht sieht dies anders: Die Coop-Stängel seien so nahe am Original, dass eine Verwechslungsgefahr bestehe, entschied das Gericht. Coop darf seine Country-Stängel in den Aromen Honig und Milchschokolade deshalb nicht mehr verkaufen. Die Riegel mit der Geschmacksrichtung Schokolade-Apfel dürfen hingegen im Regal bleiben.

Coop muss Riegel aus dem Sortiment nehmen

Das Gericht verknurrte Coop dazu, die Riegel sofort aus dem Sortiment zu nehmen. Um sicherzustellen, dass keine Nahrungsmittel weggeworfen werden, räumte Migros Coop eine Frist von zwei Wochen für den Abverkauf ein. Coop stieg aber nicht darauf ein. Die Stängel waren schon gestern nicht mehr erhältlich. «Wir haben eine gute Lösung gefunden, um zu verhindern, dass die Riegel weggeworfen werden», sagt Meier. Wie diese aussieht, wollte er nicht sagen.

Trotz des Verkaufsverbots sieht Meier im Urteil einen Teilsieg. Coop dürfe die Stängel weiterhin unter dem Namen Country verkaufen. Auch die Verwendung der Farbe Grün habe das Gericht nicht beanstandet. Nur im Klagepunkt, dass der Gesamteindruck zur Verwechslungsgefahr führe, habe das Gericht der Migros recht gegeben.

Das wiederum freut die Mig­ros: «Uns ging es nicht um einzelne Elemente wie die Farbe Grün oder den Namen, sondern um das Zusammenspiel derselben. In diesem entscheidenden Punkt hat sich der Richter klar zu unseren Gunsten ausgesprochen», sagt Migros-Sprecher Luzi Weber.

Publiziert am 15.09.2016 | Aktualisiert am 15.09.2016
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6 Kommentare
  • Sarah  Stettler , via Facebook 15.09.2016
    Als ob wir in der Schweiz keine grössere Probleme hätten. Hier wird wohl für 10000 von Franken einen Prozess geführt, schlussendlich bezahlt es der Konsument..
  • Susanne  Reich 15.09.2016
    Wenn ich die Daumen-runter so anschaue, habe ich mehr und mehr das Gefühl - schon seit längerem - dass Migros einfach als eine Art heilige Kuh zu betrachten sei. Ich sehe es einfach als Geschäft und nicht als Dogma...
  • Reto  Iltei 15.09.2016
    Das ist eine bodenlose Frechheit von Migros! Selber klaut sie geistiges Eigentum noch und noch, da die Designer oft nicht so viele Anwälte haben wir Migros werden sie mit ein paar CHF abgespeist und selber sind sie 0 tolerant. Dazu kommt noch, das Farmer von der Landi schon lange ein Markenname ist. Ich hoffe nur Landi wird gegen Migros klagen und gewinnen. Auf jeden Fall werde ich nie ein Farmer Riegel bei der Migros kaufen und hoffen das viele Kunde das auch so machen.
    • Philipp  Imhof , via Facebook 15.09.2016
      Die Landi Schweiz AG hat die Marke Farmer für ihre Getränkelinie im Jahr 2002 eintragen lassen. Anfang 2013 wurde der Eintrag wegen Nichtverlängerung gelöscht.
  • Susanne  Reich 15.09.2016
    Merkwürdiger Entscheid. Weshalb geschieht das selbe nicht umgekehrt? Migros dürfte so einige Artikel schon länger nicht verkaufen...
  • Hell  Vetier 15.09.2016
    Kindergarten hoch 2! Und die Presse spielt bei der gratis Werbung mit. Danke für die hochstehende Berichterstattung.