Migros & Coop haben Antibiotika-Fleisch nicht deklariert Das Schweigen bei den Lämmern

ZÜRICH - Migros und Coop haben bisher Lammfleisch aus Neuseeland nicht wie vorgeschrieben deklariert. Dort werden Antibiotika dem Futter beigemischt. Das ist in der Schweiz aber verboten.

Mehr Schafe, als Einwohner: Neuseeland ist bekannt für sein Lammfleisch. play

Mehr Schafe, als Einwohner: Neuseeland ist bekannt für sein Lammfleisch.

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Lammfleisch ist ein neuseeländischer Exportschlager. Und damit die Zahlen im Land der Schafe konstant bleiben und die Tierli auch schön saftig werden, bekommen neuseeländische Schafe nicht nur Futter. Sondern auch reichlich Antibiotika. In der Schweiz sind solche nichthormonellen Leistungsföderer allerdings nicht erlaubt.

Lamm mit Antibiotika in der Schweiz verboten

Dies sei eine «verbotene Produktionsmethode und muss bei importiertem Lammflisch entsprechend deklariert werden», erklärt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) gegenüber der Zeitung «Schweizer Bauer».

Entsprechend deutlich muss man als Schweizer Detailhändler deklarieren, dass ein Schaf mit Antibiotika-Futter gemästet wurde. 

Noch nicht deklariert: Lammfleisch, hier im Coop. play
Noch nicht deklariert: Lammfleisch, hier im Coop.
Aufkleber auf Lammfleisch fehlt

Neben dem Preisschild muss seit diesem März auch ein andere Aufkleber auf den Packungen prangen: «Kann mit nichthormonellen Leistungsförderern, wie Antiobiotika, erzeugt worden sein.» Das verlangt die Landwirtschaftliche Deklationsverordnung (LDV).

Doch an die halten sich die grossen Detailhändler nicht. Auf Kotelettstücken bei der Migros etwa findet sich keine Hinweis. Auch nicht auf den Lamm-Filets bei Coop. Dafür heisst es auf anderen Lamm-Produkten bei Coop: «Gemäss Deklarationsverordnung LDV nicht deklarationspflichtig».

Coop und Migros wollen sich bessern

Coop will nun reagieren. Man sei daran, die Deklaration neuseeländischen Lammfleisches anzupassen. Auch die Migros lenkt ein: «Der Hinweis wird neu auf der Verpackung vermerkt», so Migros-Sprecher Tristan Cerf gegenüber dem «Schweizer Bauer».

Beide Detailhändler wollen nun ganz lammfromm werden: Künftig nur noch Lammfleisch beziehen, das ohne Antibiotika-Einsatz produziert wurde.

Publiziert am 12.11.2016 | Aktualisiert am 16.11.2016
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Schweizer Fleisch – Aus gutem Grund, 2015

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8 Kommentare
  • Burri  Jonathan 13.11.2016
    Das ist genau das Problem mit "freiem" Markt. Solche Marktverzerrung zerstört Schweizer Arbeitsplätze. Man muss den Produzenten gleich lange Spiesse geben mit Arbeits- und Produktionsrecht und sonst Strafzölle erheben. Alles andere ist Begünstigung von ausländischen Produzenten. Unverständlich speziell in diesem Fall wo offensichtlich ungesunde Lebensmittel eingeführt werden. Ich bin schockiert, dass das überhaupt möglich ist. Da gehört wennschon mehr als nur der Hinweis "Neuseeland" drauf.
  • Joe  Schmid 12.11.2016
    Ich finde dass nur die Lebensmittel die in der Schweiz erlaubt sind auch importiert werden dürfen
  •   , via Facebook 12.11.2016
    Der Kunde/die Kundin muss die Möglichkeit haben, antibiotikafreies Fleisch - und z. B. Gebäck, etc. ohne schädliche Pflanzenfette und ohne jodiertes Kochsalz (d. h. ohne künstlich zugesetztes Jod, das aus Industrieabfällen stammt) - kaufen zu können. Dafür braucht es eine klare und ehrliche Deklaration, damit die Wahlmöglichkeit gewährleistet ist und man z. B. antibiotikaversetztes Fleisch links liegen lassen kann.
  • Petri  Heil 12.11.2016
    Aus diesem Grund esse ich immer weniger Fleisch, dieses Zeugs ist doch alles nur noch versaut und verseucht,mahlzeit
  • Nadia  Rolli 12.11.2016
    Nicht jammern. Dieses Problem ist rasch gelöst. Esst schweizer Fleisch oder gar kein Fleisch!!