Migros baut Online-Handel aus Hunderte neue Jobs bei Digitec Galaxus

ZÜRICH - Die Migros-Tochter Digitec Galaxus will den Personalbestand von 800 auf über 1000 Mitarbeiter steigern. So soll Newcomer Siroop in Schach gehalten werden.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Keinen einzigen Passagier befördert Uber-Heli floppt am WEF
2 Schweizer Homepage sagt es voraus So soll das iPhone 8 aussehen
3 Sein Sohn starb 2015 Biden spricht am WEF über den Kampf gegen Krebs

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

Es geht um Teigschaber, Haarföhne und Lego-Klötzchen. Waren also, die in fast jedem Supermarkt erhältlich sind. Doch wer durchs Land fährt oder im Internet surft, erhält das Gefühl, solche Güter seien in der Schweiz knapper als einst in der DDR. Die beiden Online-Plattformen Galaxus und Siroop bewerben sie jedenfalls mit enormem Aufwand auf allen Kanälen.

Doch dahinter steckt keine sozialistische Mangelwirtschaft, sondern ein knallharter Verdrängungskampf. «Grösse ist in der Digitalwirtschaft entscheidend», sagt Beat Zahnd (58), Chef der Migros-Division Handel. «Der Gewinner kriegt alles, das ist die Logik.»

Mit der Übernahme von Digitec Galaxus vor vier Jahren hat sich die Migros den führenden Onlinehändler der Schweiz angeschnallt. Doch Erzrivale Coop holt auf. Die gemeinsam mit Swisscom hochgezogene Plattform Siroop eifert der Migros-Tochter nach.

Angebot soll massiv vergrössert werden

«Gut gemacht» sei Siroop, anerkennt Zahnd. Doch ins Bockshorn jagen lässt er sich nicht: «Bei der Auswahl, den Preisen und der Qualität der Suchfunktionen sind wir besser.» Um den Vorsprung zu halten, investiert Galaxus massiv: Die Zahl der Jobs soll von heute 800 auf «deutlich über 1000» gesteigert werden, sagt Zahnd. Und das Angebot soll von einigen Hunderttausend auf mehrere Millionen Artikel vergrössert werden. 

Beim Ausbau setzt Digitec Galaxus auch auf externe Händler. «Wir bauen unser Händlerprogramm massiv aus», sagt CEO Florian Teuteberg (38). Den Löwenanteil soll aber auch in Zukunft eigene Ware ausmachen. Auch die Logistik behält Digitec Galaxus in den eigenen Händen. Im Vergleich zu Siroop sei dies ein entscheidender Vorteil, so Teuteberg: «Wir können die Preise bestimmen und unsere Produkte sind schnell und gut verfügbar. Zudem stellen wir sicher, dass der Kunde genau das erhält, was er bestellt hat.»

2015 setzte Digitec Galaxus knapp 700 Millionen Franken um. In diesem Jahr sei das Wachstum über dem des Marktes gewesen, sagt Zahnd. Zahlen will er erst nach Abschluss des Weihnachtsgeschäfts nennen. 

Frankenschock ist nicht verdaut

Zahnd löste vor drei Monaten Dieter Berninghaus als Chef der Migros-Division Handel ab. Zwölf Firmen gehören dazu, und nicht alle machen Zahnd so viel Freude wie das Onlinegeschäft. «Der Frankenschock ist im Detailhandel längst nicht verdaut», sagt er. Der Non-Food-Bereich verliert weiter Umsatz ans Ausland.

Zahnd treibt die digitale Transformation voran – und verknüpft sie mit der realen Welt. Als er noch Chef der Migros Aare war, richtete er im neuen Einkaufszentrum Welle 7 Umkleidekabinen ein, in denen die Kunden die Ware des deutschen Onlinehändlers Zalando anprobieren können.

Die Bernerinnen und Berner fahren voll darauf ab. «In der Welle 7 hat es mittlerweile mehr Zalando-Pakete als in der Berner Hauptpost», freut sich Zahnd. Aber was hat die Migros davon? «Wir profitieren vom Traffic. Wenn die Kunden bei uns sind, kaufen sie auch ein.»

Andere Firmen aus dem Migros-Reich haben die Digitalisierung hingegen verschlafen. Die Kleiderhändler hätten stets nur gelächelt über Zalando, nun hätten sie das Nachsehen, sagt Zahnd. Der zugekaufte Modehändler Schild setzte zwar schon früh auf digitale Kanäle, Globus und Herren Globus brauchten etwas länger. «Der Textilbereich muss anders werden», fordert Zahnd.  

Publiziert am 13.12.2016 | Aktualisiert am 28.12.2016
teilen
teilen
0 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

4 Kommentare
  • Hausi  Schweizer 14.12.2016
    Seit Digitec zur Migros gehört, sind die Preise nur noch im Mittelfeld. Vor zehn Jahren meist an der Spitze. Das meiste bestelle ich nicht mehr bei Digitec. Schade, aber nur noch guter Service reicht halt nicht..
    • John  Livers aus St.Gallen
      14.12.2016
      @ Hausi
      Guter Service nennen sie das? Wer schon mal etwas reparieren lassen wollte wird schnell eines Besseren belehrt.
  • peter  schneiter 13.12.2016
    Schön und gut, aber wenn die Preise viel höher als in Deutschland sind, geht die Rechnung trotzdem nicht auf. Dem Onlinekunden spielt es doch keine Rolle, wo er die Ware bestellt, sondern wie teuer das Ganze ist. Mit Paketabholdienste in D alles kein Problem mehr.
    • Rüdiger  Simpson aus Züri
      14.12.2016
      Mir kommt es sehr wohl darauf an, wo ich meine Waren bestelle. Am liebsten sind mir Schweizer Waren von einem Schweizer Händler dabei ist es mir völlig egal wie viel die Waren kosten. Irgendwie scheine ich trotz türkisch/muslimischer Mutter und italienischen Vater ein grösserer Patriot zu sein als die direkt von Tell abstammenden. Obwohl eigentlich bin ich gar kein Patriot, ich weiss einfach was gut ist für unser schönes Land