Migros am Pranger: «Euer Internet ist zu lahm»

Bei der Migros läuten die Alarmglocken. Kunden werfen der Detailhändlerin Abzockerei vor, weil sie hyperschnelles Internet verspricht, aber nicht liefern kann.

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So wirbt die Migros für ihr Internet-Angebot.

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Die Werbung klang vielversprechend: «Sie kriegen alles. Für weniger.» Der Billigtarif ab monatlich Fr. 59.80 für das Kombi-Paket DSL-Internet, Digital-TV und Festnetz schlug ein, die Migros meldet stolz: «Seit Anfang Jahr haben die Absätze stark zugenommen.» Doch der Wechsel zum M-Budget-Angebot entpuppte sich für viele Kunden als Albtraum. «Seit ich letzten Herbst zur Migros gewechselt bin, hatte ich so viele Probleme wie nie zuvor in all den Jahren mit dem alten Internet-Provider», sagt Christoph W.* aus Zermatt VS stellvertretend.

Eine «Mogelpackung»

Mehrere Kunden berichten SonntagsBlick: Statt dem garantierten 15-MBit-Internet-Speed stünden ihnen nur lahme 4 bis 5 MBit zur Verfügung. «Das ist eine echte Mogelpackung, Abzockerei auf hohem Niveau», schimpft Migros-Kundin Taradriel in einem offenen Brief auf Migipedia.ch. Auf der Migros-Kunden-Plattform braute sich zuletzt ein regelrechter Shitstorm zusammen. Offenbar läuteten die Alarmglocken bis hoch zum neuen Migros-Marketing-Chef Hansueli Siber (47). Denn letzte Woche stoppte die Werbung fürs M-Budget-Paket abrupt.

Swisscom, welche die Migros mit der Technik beliefert, bestätigt die SonntagsBlick-Recherchen zum Pannen-Angebot. Rund sechs Prozent der Kunden, die dieses Kombi-Paket gewählt hatten, haben die versprochene Geschwindigkeit aus «technischen Gründen» nicht erhalten können, sagt Sprecher Olaf Schulze. Insgesamt nutzen 600000 Kunden M-Budget-Produkte für Handy, Internet, Telefonie und TV. Die Zahl der tatsächlich Betroffenen will er nicht preisgeben. Es seien aber weniger als 1000 Kunden.

Wie kann einem Unternehmen wie der Migros, das vom Vertrauen der Kunden lebt, so etwas passieren? Sprecherin Monika Weibel betont, dass es sich beim M-Budget-DSL/TV um ein «technisch komplexes Produkt» handele. «Unser Kundendienst wurde überlastet.» So gingen über die Hotline Falschinformationen an die Kunden raus. Und der Austausch der alten Router mit deutlich schnelleren VDSL-Internet-Geräten, die das Problem beheben sollten, wird seit Monaten versprochen. Tatsächlich mit dem Austausch angefangen hat die Swisscom allerdings erst in diesen Tagen.

Zusätzliche Techniker

Die Zeit drängt: Bereits wollen die ersten Kunden wieder aus dem Vertrag mit der Migros aussteigen. Darum habe die Migros nun zusätzliche Betreuer für den Kundendienst bereitgestellt sowie zusätzliche Techniker ausgebildet, versichert Weibel. Per sofort führe die M-Budget-Hotline direkt zu einem Agenten der Swisscom. Damit man das nächste Mal früher reagieren könne, habe man mit der Swisscom eine Qualitäts- und Leistungskontrolle vereinbart. Zumal auch das M-Budget-TV (Swisscom ist auch hier der Lieferant) nicht vor Pannen sicher ist. Aufgrund «technischer Störungen» fiel die Replay-Funktion in der vergangenen Woche mehrmals aus.

*Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 09.03.2014 | Aktualisiert am 09.03.2014
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11 Kommentare
  • Cornelia  Schön aus Bülach
    10.03.2014
    Ich bin auch bald weg sobald der Vertrag auslauft. Bezahle jetzt noch mehr, weil ich wegen einem technischen Defekt 14! Tage ohne jegliche Verbindung war und Stecker "mieten" musste was mich noch zusätzlich Fr. 15.- kostet! Und der vorzeitige Austieg bei vorhergehender Anbieter kostete mir nochmals zuzätzlich Geld und so gemeint habe bei M-Budget zu sparen. Denkste.
  • Hans >Peter  Läuchli aus Vellerat
    10.03.2014
    Kommen Sie zu uns in den Jura. Hier verkauft die Swisscom stinkfrech die Casa Angebote aber die Geschwindigkeit für unser Dorf ist unter 4 MB/sec.. Grund ist Uebertragung durch ein uraltes Telefonkabel 2,3 km lang.
    Ein Leerrohr wäre vorhanden, Platz für einen Minilink ebenso. Trotzdem verlangt die Swisscom von der 72 Seelengemeinde einen Kostenbeitrag von 250000 Fr.. Das ist mehr als die Gesamtkosten und für eine kleine Gemeinde nicht zu stemmen.
  • Peter  Grelling aus Zürich
    10.03.2014
    Das pauschale Geschwindigkeitsversprechen ist technisch unhaltbar, da es von der Leitungsqualität und Distanz zum nächsten DSL-Knoten abhängt. Gibt sogar innerhalb der Stadt Zürich Problemfälle. Richtig wäre, wenn ein Anbieter auf Grund der Adresse die maximal mögliche Geschwindigkeit vor Vertragsabschluss abklären würde. Wird so in Ländern mit anderer Rechtsprechung gehandhabt.
  • Rudi  Rubbel 09.03.2014
    Hallo,
    Habe 2 unabhängige Swisscom DSL Vivo Case Abbos und kann Ihnen nicht nachfolgen! Haben einen Privat Webserver auf dem einen Abbo und 2 TV boxen und etwa 10 Compis die da Internet beziehen. Absolut kein Problem.

    Das 2 Abbo hat 2 PCs dran und ist mit Remote Desktop zum Server verbunden mit Kamera Überwachung des Geschäfts. Auch hier 24x7x365 ohne jegliche Probleme. Bitte schreiben Sie nicht vom hören sagen.
  • Hans Jakob  Kyburz aus Buchs AG
    09.03.2014
    In meiner Wohnung habe ich 4 TV-Geräte und 2 PCs Internet.
    Leider habe ich bisher noch keinen Schweizer Internet-Anbieter gefunden, welcher mir mehr bieten kann, als die UPC-Cablecom.
    Obwohl ich gerne wechseln möchte.