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Der neue SP-Präsident Christian Levrat gibt sich kämpferisch. (Reuters)
Am Freitag wurde das Bankgeheimnis aufgeweicht. Wie geht es weiter?
Christian Levrat: Der Entscheid ist inhaltlich richtig. Aber die Art und Weise, wie er kommuniziert wurde, ist eine Blamage für die Schweiz. Man hatte den Eindruck, dass Bundespräsident Hans-Rudolf Merz auf die Bremse stehen will, solange es geht. Die Schweiz muss nun viel offensiver werden.
Will die SP also noch mehr vom Bankgeheimnis preisgeben?
Nein. Jetzt muss man schauen, dass die anderen Staaten mitziehen. Auch England mit den Kanalinseln und die USA mit Florida und Delaware müssen ihre Praxis ändern.
Wie wollen Sie das erreichen?
Merz und Calmy-Rey müssen jetzt eine diplomatische Offensive starten und in Genf eine internationale Konferenz zu Steuerfragen einberufen.
Was würde eine solche Konferenz in der Schweiz bringen?
Das Ziel der Schweiz muss sein, dass international gleich lange Spiesse geschaffen werden. Wir müssen aktiv verhindern, dass wir in einigen Jahren zum automatischen Datenaustausch gezwungen werden. Darum sollten wir die anderen Staaten dazu bringen, multilaterale Regeln zu verabschieden. Die Bastelübung des Bundesrats mit der Anpassung von 70 Doppelbesteuerungsabkommen wird niemals zum Ziel führen. So bleiben wir noch während Jahren unter Druck.
Haben Sie diesen Vorschlag mit Ihrer Bundesrätin, Micheline Calmy-Rey, besprochen?
Wir sind beide der Meinung, dass die Schweiz eine aktivere Rolle spielen muss. Ich werde den Vorschlag mit ihr diskutieren.
Wer müsste zu einem solchen Treffen eingeladen werden?
Sicher jene Staaten, die Druck auf die Schweiz machen, zudem die Steueroasen.