play
Die Ikea-Chefs hören nicht mehr auf ihn: Milliardär und Wahl-Schweizer Ingvar Kamprad.
(Keystone)Die Ikea-Chefs haben die neue Wachstumsstrategie vorgestellt. Sie deutet darauf hin, dass Ikea-Gründer Ingvar Kamprad (86) im Konzern definitiv nichts mehr zu sagen hat.
Gestern präsentierte der schwedische Möbel-Riese in Stockholm seine Prognosen: Bis zum Jahr 2020 soll die Anzahl Filialen von heute 300 auf 500 ansteigen. Bis dann will der Konzern 200'000 Menschen beschäftigen. Heute sind es 131'000. Die Anzahl Kunden würde sich auf 1,5 Milliarden verdoppeln.
Das soll sich vor allem auf die Einnahmen auswirken: Ikea-Chef Mikael Ohlsson wünscht sich bis zu 85 Prozent mehr Umsatz. Dieses Jahr setzte das Möbelhaus 27 Milliarden Euro um.
Keine drei Wochen ist es her, dass Ikea-Gründer Ingvar Kamprad ganz andere Signale sendete. Man habe sich zu lange auf Wachstum konzentriert und dabei die bestehenden Filialen vernachlässigt, sagte der 86-Jährige im «Bilanz»-Interview. «Nach meinem Gefühl sollte Ikea bis zum Jahr 2020 die Zahl neuer Häuser auf zwölf pro Jahr begrenzen.»
Bis 2020 wären das also höchstens 96 – das ist nicht mal die Hälfte dessen, was die Ikea-Manager voraussagen.
Kamprad setzt auf die Pflege und Erneuerung des Bestehenden: «Wenn wir etwas weniger neue Märkte bauen, erzielen wir mehr Nettogewinn und können so für Modernisierungen zusätzliche Geldmittel bereitstellen.»
Ingvar Kamprad, der seit 36 Jahren am Genfersee lebt, will nach eigenen Angaben noch immer Herr über die Unternehmensstrategie sein. Die Prognosen seiner Manager sprechen eine andere Sprache.
Mitte September verbreiteten die Nachrichtenagenturen die Meldung, Kamprad gebe den Stab an seine drei Söhne Peter (48), Jonas (46) und Mathias (43) ab. Gegenüber BLICK dementierte aber kurz darauf ein Ikea-Sprecher: «Es hat sich nichts geändert.» (alp)
Beliebteste Kommentare
Alle Kommentare (10)