Ikea-Manager ignorieren Kamprad Meinung des Gründers ist nicht mehr gefragt

  • Publiziert: 12.34 Uhr
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Die Ikea-Chefs hören nicht mehr auf ihn: Milliardär und Wahl-Schweizer Ingvar Kamprad.

(Keystone)

Die Ikea-Chefs haben die neue Wachstumsstrategie vorgestellt. Sie deutet darauf hin, dass Ikea-Gründer Ingvar Kamprad (86) im Konzern definitiv nichts mehr zu sagen hat.

Gestern präsentierte der schwedische Möbel-Riese in Stockholm seine Prognosen: Bis zum Jahr 2020 soll die Anzahl Filialen von heute 300 auf 500 ansteigen. Bis dann will der Konzern 200'000 Menschen beschäftigen. Heute sind es 131'000. Die Anzahl Kunden würde sich auf 1,5 Milliarden verdoppeln.

Das soll sich vor allem auf die Einnahmen auswirken: Ikea-Chef Mikael Ohlsson wünscht sich bis zu 85 Prozent mehr Umsatz. Dieses Jahr setzte das Möbelhaus 27 Milliarden Euro um.

Lieber Modernisieren als Expandieren

Keine drei Wochen ist es her, dass Ikea-Gründer Ingvar Kamprad ganz andere Signale sendete. Man habe sich zu lange auf Wachstum konzentriert und dabei die bestehenden Filialen vernachlässigt, sagte der 86-Jährige im «Bilanz»-Interview. «Nach meinem Gefühl sollte Ikea bis zum Jahr 2020 die Zahl neuer Häuser auf zwölf pro Jahr begrenzen.»

Bis 2020 wären das also höchstens 96 – das ist nicht mal die Hälfte dessen, was die Ikea-Manager voraussagen.

Kamprad setzt auf die Pflege und Erneuerung des Bestehenden: «Wenn wir etwas weniger neue Märkte bauen, erzielen wir mehr Nettogewinn und können so für Modernisierungen zusätzliche Geldmittel bereitstellen.»

Widersprüchliche Meldungen

Ingvar Kamprad, der seit 36 Jahren am Genfersee lebt, will nach eigenen Angaben noch immer Herr über die Unternehmensstrategie sein. Die Prognosen seiner Manager sprechen eine andere Sprache.

Mitte September verbreiteten die Nachrichtenagenturen die Meldung, Kamprad gebe den Stab an seine drei Söhne Peter (48), Jonas (46) und Mathias (43) ab. Gegenüber BLICK dementierte aber kurz darauf ein Ikea-Sprecher: «Es hat sich nichts geändert.» (alp)

Beliebteste Kommentare

  • Michael  Keller , Baden
    Hier auf Kamprad zu hören täte der neuen Leitung gut. Den selben Fehler haben in letzter Zeit schon andere Gemacht ... z. Bsp. Media Saturn Gruppe. Wenn man den Markt übersättigt bewirkt man das Gegenteil. Es ist schön, wenn man sich beweisen will aber Kamprad ist nicht um sonst so erfolgreich gewesen. Ihn als Mentor zu halten wäre viel wert.
  • Mart  Web , Santa Nirgendwo
    Soll man jetzt Mitleid haben, oder was?
    Er ist, oder war, der Boss! Wenn er keine richtigen Zöglinge ausgewählt hat, ist er selber Schuld!

Alle Kommentare (10)

  •   Freddy Leer , Züri
    Herr Kampart geniessen Sie einfach ihr leben und das erreichte! Sind Sie stolz es Sie 3 Söhne haben die ihre Geschäft weiterführen.
    Als wir Jung waren wollten wir auch nicht das unsere Väter dreinreden! Aber auch die neue Generation hat Jdeen. Ob sie richtig sind oder falsch werden wir so oder so nicht mehr erleben.
    • 24.10.2012
    • 9
    • 3
  • Stephan  Huber , Siggenthal
    Tja IKEA wird wohl an der eigenen Grösse ersticken. In der CH sind die Umsatzzahlen ja bereits rückläufig trotz Expansion. Aber anscheinend will man der Schweiz noch mehr Möbelhäuser schenken... Rendite geht Flöte. Näme mich nur wunder wo die Herren Strategen studiert haben.
    • 24.10.2012
    • 19
    • 1
  • Dursum  Besic , Basel
    der punkt ist nämlich der, dass diese manager die boni nur erhalten, wenn sie wachstum, sprich umsatz, marktanteile generieren können... darum wird so aggressiv expandiert.. wenn sie die bestehenden "ikea-garagen" pflegen, kriegen sie keinen cent dafür..
    • 24.10.2012
    • 67
    • 3
  • Toni  Richter
    Danke! Genau deshalb kaufe ich NIE bei Ikea ein. Schliesslich solls bei mir nicht aussehen wie im Ausstellungsraum des Blaugelben Riesen oder wie bei den Nachbarn!!!
    • steff  walther
      Genau darum - weil der eine nicht auf den andern hört? Dann erlauben Sie mir sicher die Frage ob Sie überhaupt einkaufen, oder vielmehr einkaufen lassen. Nichts und niemand zwingt Sie zum Einkaufen, im Gegenteil, Sie dürfen bis zuletzt Ja oder nein sagen. Vielmehr habe ich den Eindruck dass auch da jemand Für Sie die Antwort gibt.
      • 24.10.2012
      • als Kommentar auf Toni  Richter
      • 9
      • 17
  • Michael  Keller , Baden
    Hier auf Kamprad zu hören täte der neuen Leitung gut. Den selben Fehler haben in letzter Zeit schon andere Gemacht ... z. Bsp. Media Saturn Gruppe. Wenn man den Markt übersättigt bewirkt man das Gegenteil. Es ist schön, wenn man sich beweisen will aber Kamprad ist nicht um sonst so erfolgreich gewesen. Ihn als Mentor zu halten wäre viel wert.
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