Gewerkschaften fordern: Mehr Lohn für alle!

  • Publiziert: 22.08.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Thomas Ungricht und Matthias Pfander

Vom nächsten Aufschwung sollen auch die Arbeitnehmer profitieren.

Die Lohnforderungen der Gewerkschaften für das nächste Jahr liegen jetzt auf dem Tisch. Die klare und unmissverständliche Botschaft des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB): Alle sollen am wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben. Deshalb macht der SGB in diesem Jahr besonders Druck auf generelle Lohnerhöhungen. Konkret: 150 Franken mehr. Mindestens!

Zwei Gründe für mehr Lohn im nächsten Jahr drängen sich auf: Die Teuerung zieht wieder an. Die Krankenkassen schlagen bei den Prämien auf.

Und die Ergebnisse der Firmen haben sich verbessert. Daniel Lampart, Chefökonom beim Gewerkschaftsbund sagt es so: «Beim letzten Aufschwung gingen Leute mit tiefen bis mittleren Löhnen fast leer aus.» Das soll sich jetzt ändern.

Eine Forderung die bei der Gegenseite am Verhandlungstisch auf taube Ohren stösst: «Der Aufschwung ist ein zartes Pflänzchen, das es zu pflegen gilt. Wir lehnen deshalb eine pauschale Lohnforderung ab», sagt der Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, Thomas Daum.

Statt pauschale individuelle Lohnerhöhungen? Das ist den Gewerkschaften ein Dorn im Auge: «Bei individuellen Lohnerhöhungen geht der Löwenanteil an das mittlere Kader, das die Saläre verteilt. Für die einfachen Angestellten bleibt kaum etwas.»

Diesen Vorwurf lässt Thomas Daum von der Arbeitgeberseite nicht gelten: «Ein Arbeitgeber kann es sich nicht leisten, nur die Chefetage zu bevorteilen. Er muss dem Arbeitsmarkt genügen und braucht auch motivierte Mitarbeitende.»

Und Daum versucht den Lohnforderungen der Gewerkschaften (siehe Tabelle) den Wind aus den Segeln zu nehmen: «Es wird nur in wenigen Fällen zu den verlangten Lohnerhöhungen kommen. Die Forderungen der Gewerkschaften sind überhöht.» Immerhin – sogar der Arbeitgeberverband schliesst Lohnerhöhungen für das nächste Jahr nicht a priori aus: «Wir raten dort zu Lohnerhöhungen, wo es die Verhältnisse der Branche und der Unternehmen zulassen», sagt Direktor Thomas Daum.

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