Medien Reporter ohne Grenzen: Weltweit 348 Medienleute im Gefängnis

Berlin – Weltweit sitzen nach Angaben von Reporter ohne Grenzen (ROG) derzeit mindestens 348 Medienleute wegen ihrer Arbeit im Gefängnis. Dies seien sechs Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte die Organisation am Dienstag mit.

Reporter ohne Grenzen: Fast 350 Journalisten weltweit im Gefängnis play
Die Zeitung Cumhuriyet ist eines der letzten Opfer des rigorosen Vorgehens der Regierung gegen kritische Medien in der Türkei. Viele Journalistinnen und Journalisten landeten in den letzten Monaten im Gefängnis. KEYSTONE/EPA/SEDAT SUNA

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«Die Repression gegen Journalisten nimmt weltweit mit rasender Geschwindigkeit zu», sagte Christophe Deloire, Generalsekretär von ROG International zur Veröffentlichung des ersten Teils ihrer Jahresbilanz. Und vor den Toren Europas habe eine «veritable Hexenjagd» Dutzende von Journalisten ins Gefängnis gebracht und die Türkei zum «grössten Gefängnis des Journalismus» gemacht.

Innerhalb von einem Jahr habe das Regime von Erdogan den Medienpluralismus vernichtet, und die Europäische Union bleibe stumm. Allein in den Gefängnissen der Türkei sässen derzeit weit über 100 Journalisten in Haft.

Die meisten inhaftierten Medienschaffenden gibt es gemäss den Angaben in der Türkei, in China, Syrien, Ägypten und dem Iran. Darunter seien neben 187 professionellen Journalisten auch 146 Blogger und Bürgerjournalisten sowie 15 sonstige Medienmitarbeiter.

Entführt seien weltweit derzeit 52 Medienleute - und zwar ausnahmslos in Syrien, im Jemen oder im Irak. 21 von ihnen befänden sich in der Gewalt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). (SDA)

Publiziert am 13.12.2016 | Aktualisiert am 14.12.2016
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