Manager-Studie CEOs fürchten sich vor Facebook und Co.

Die Geschäftserwartungen der CEOs auf der ganzen Welt verdüstern sich. Denn sie fürchten Terror und Überregulierung. Der digital vernetzte Kunde macht Druck.

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Die kriegerischen Konflikte vom Jemen über Syrien bis zur Ukraine brodeln. Eine Lösung für die Flüchtlingskrise ist nicht in Sicht. Die chinesische Börse und der Ölpreis sind auf Tauchgang.

Kein Wunder also, dass Geschäftsführer auf der ganzen Welt nicht gerade optimistisch in die Zukunft blicken.

Mehrheit glaubt nicht an positive Entwicklung der Weltwirtschaft

Zwei von drei CEOs sehen mehr Bedrohungen als Möglichkeiten für ihr zukünftiges Geschäft. Das ergibt eine im Vorfeld des WEF vorgestellte Studie von PricewaterhouseCoopers (PWC), für die die Unternehmensberatung über 1400 Geschäftsführer in 83 Ländern befragt hat.

Nur 35 Prozent der CEOs sind demnach komplett überzeugt, dass die Erlöse Ihrer Unternehmen kurzfristig steigen werden – vier Prozent weniger als im Vorjahr. Nur 27 Prozent glauben, dass sich die Weltwirtschaft positiv entwickeln wird – bei der letzten Studie glaubten dies noch zehn Prozent mehr.

Eigentlich habe man gehofft, dass acht Jahre nach der Finanzkrise sich ein anderes Bild ergebe, sagt Dennis Nally, Chef von PWC International. Die Bandbreite an Fragen in Geopolitik, Technologie und regulatorischen Angelegenheiten sei «so komplex wie nie zuvor».

Wechselkurs-Schwankungen schlimmer als Klimawandel

Tatsächlich macht der weitaus grösste Teil der befragten Geschäftsführer Überregulierung als Bedrohung für ihr Geschäft aus (79 Prozent). Auf Platz 2 liegt die geopolitische Unsicherheit wie regionale Konflikte und Terror-Attacken mit 74 Prozent.

Mit einem Prozentpunkt weniger rangieren die Wechselkurs-Schwankungen auf Platz drei, was in der Schweiz, dem Land des starken Franken, wohl kaum verwundern dürfte.

Umweltschäden und Klimawandel fürchtet dagegen nur jeder zweite CEO als Bedrohung des eigenen Businesses.

Zudem wachse bei den Geschäftsführern das Gefühl, Wirtschaft und Gesellschaft würden «ausfransen, da sich divergierende politische, geschäftliche, gesellschaftliche und kulturelle Bewegungen ausbreiteten», schreibt PWC-Chef Dennis Nally.

Dies würde getrieben von den digitalen Technologien, die den Menschen weltweit ermöglichten, «vernetzter, besser informiert und – als Ergebnis – mehr befähigt und ermutigt» zu sein, schreibt Nally weiter. «Mehr Menschen haben mehr Zugang zu mehr Informationen über Unternehmen und die Auswirkungen von deren Handeln», heisst es an einer anderen Stelle in der Studie.

Angst vor dem vernetzten Kunden

Die Geschäftsführer haben offenbar Angst vor der Facebook, Twitter und Co, wo sich Kunden vernetzen, sich eine Meinung bilden und schon mal den ein oder anderen Shitstorm gegen Firmen heraufbeschwören. «CEOs sagen uns, dass Kunden mehr und mehr Unternehmen danach beurteilen, wie sie der Gesellschaft helfen und ihren eigenen Werten entsprechen», schreibt PWC-Chef Nally in der Studie.

Der digital vernetzte, kritische Kunde zwingt die Firmen zum Handeln. 76 Prozent der Geschäftsführer definieren mittlerweile ihren Geschäftserfolg nicht nur über finanziellen Profit, wie in der PWC-Studie steht. 25 Prozent hätten innerhalb der letzten drei Jahre ihr Zielbewusstsein verändert und schlössen in ihren Überlegungen immer mehr den Einfluss ihres Geschäfts auf die Gesellschaft ein.

PwC's 19th Annual Global CEO Survey: Introduction

Publiziert am 20.01.2016 | Aktualisiert am 28.03.2016
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2 Kommentare
  • Silvio  Hertli , via Facebook 20.01.2016
    Wo Konflikte herrschen, werden Werte zerstört. Moralische Werte gehen bachab, aber auch Häuser, Strassen, Infrastruktur und private Besitztümer. Das muss nach der Krise neu gekauft bzw. wieder aufgebaut werden. Grossen Firmen und einigen Staaten kommt das sehr entgegen, das gibt Umsatz. Aber wenn die Krise zu gross ist bzw. nicht endet, dann haben sie den Bogen überspannt.
    Und mir fürchtet, das ist zumindest in einigen Gebieten der Fall...
  • Gardin  Roberto 20.01.2016
    "Wechselkursschwankungen schlimmer als Klimawandel..." Was für ein unsäglicher Schwachsinn. Daran erkennt man, wie es um den geistigen Horizont dieser "Geschäftsführer" bestellt ist.