Luxushotels spüren den Frankenschock Die Schweiz wird sogar den Reichen zu teuer

ZÜRICH - Die Zahl der europäischen Gäste in Schweizer Luxushotels ist auf den tiefsten Stand seit 57 Jahren gefallen. Unter dem Strich ging die Anzahl Übernachtungen um 3 Prozent zurück.

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Die Schweizer Luxushotels zählten letztes Jahr 12,3 Prozent weniger Gäste aus Deutschland. Die Übernachtungen von Europäern gingen um 9,3 Prozent zurück und erreichten den tiefsten Stand seit 1958.

Unter dem Strich schrumpfte der Umsatz der 41 Swiss Deluxe Hotels – das ist die Gruppe der exklusivsten 5-Sterne-Häuser – letztes Jahr um 1,5 Prozent auf 1,42 Milliarden Franken. Die Anzahl Logiernächte ging um 3 Prozent zurück.

Mehr Amerikaner und Asiaten

Dass der Rückgang nicht stärker ausfiel, liegt an den Gästen aus Übersee: Dank starkem Dollar stieg die Zahl der US-Gäste um 5,7 Prozent. Chinesen frequentieren die Schweizer Luxushotellerie sogar um ein Drittel häufiger als im Vorjahr.

Und auch Gäste aus der Golf-Region liessen sich nicht vom Ölpreis-Absturz fernhalten: Der Markt verzeichnet ein Plus von knapp 21 Prozent. Dafür hat die Rubelkrise den Russen die Reiselust gründlich vergällt. Der Rückgang von russischen Gäste beträgt 20 bis 30 Prozent.

Löhne in der Schweiz doppelt so hoch wie im Ausland

Laut Mitteilung des Verbandes der Swiss Deluxe Hotels sind die Hotel- und Restaurantpreise seit dem Ende des Euro-Mindestkurses in der Schweiz rund 50 Prozent höher als im EU-Durchschnitt. Auch die Kosten der Hotels liegen deutlich über dem Ausland: Lebensmittel sind 40 bis 60 Prozent teurer, die Personalkosten sogar doppelt so hoch. 

Die Hotels fordern, dass die Auflagen für die Bezahlung von Überstunden gelockert werden. Zudem verlangen sie ein Ende der Handelshemmnisse für landwirtschaftliche Produkte. 

Publiziert am 30.03.2016 | Aktualisiert am 02.12.2016
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32 Kommentare
  • Patrick  Carnot 24.10.2016
    Ich bin vom fach und die löhne sind eh schon mickrig im vergl. Und jetz sollen wir noch bei den üstd., um deren bez. man immer kämpfen muss noch abstriche machen? Dann gute nacht. Zudem kommt, dass osteuropäer die gast/hot langsam übernehmen. Vorgesetzte werden wegen dem preis ausgetauscht und wenns dann nicht mehr läuft jammern die GMs. Kein wunder werden die lehrlinge rar. Wer will in eine branche wo leihen über gelernte bestimmen nur damit die chefs günstiges wissen u billige führung haben.
  • Armin  Bruesch aus Thusis
    30.03.2016
    Luxus ist Relativ. Der verwöhnte Reiche, der Weltweit die Besten Residenten besitzen und wirklichen Luxus leisten können, inkl Bedienstete für alles, diese Gäste werden sich immer seltener in ein CH Luxushotel einquartieren. Luxus heisst eben nicht mehr nur XL Sterne Hotel mit X Internationalen Angestellten. Die Einheimischen Angestellten könnten diese Gäste ebenso gut bedienen und dazu noch die eine oder andere Ortsgeschichte erzählen und eine Aufwertung bringen und ein CH Flair zaubern.
  • Roli  Freyenmuth , via Facebook 30.03.2016
    Wen ich für das Günstigste Zimmer ab CH 1000 Pro Person Zahle, ist es einfach zu teuer, zu teuer für Schweizer, zu teuer für Ausländer.
    Niemand möchte mehr Ausgeben, ohne Schwarzgeld.
    Die Firmen Sparen alle. Es hat nicht mit dem Kurs zu tun.

  • Urs  Meier 30.03.2016
    Die 250 Millionen an die Tourismusindustrie hätte den Touristen zugute kommen sollen. Dann könnten die sich teure Ferien in der CH leisten. So haben lediglich die schon besitzenden aus der Branche profitiert und haben sich in teuren ausländischen Destination schöne Ferien gegönnt.
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    30.03.2016
    So kann es gehen, wenn man meint, nur gut ist was Teuer ist !