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<b>Bremst</b> Wirtschaftsministerin Doris Leuthard findet die Lohnunterschiede in der Schweiz zu gross. (Reuters)
Nach den milliardenschweren Rettungsaktionen sind die Bankerlöhne und Boni-Exzesse zum Politikum geworden. Kein Wunder, von 1998 bis 2007 ist die reale Lohnsumme pro Vollzeitstelle im Bankensektor um 63,4 Prozent gestiegen. Beim Rest der Wirtschaft betrug der Zuwachs nur gerade 8,2 Prozent.
Diese Zahlen spiegeln vor allem die extreme Steigerung der Topsaläre. Doch auch im mittleren Kader (oberste zwei von vier Qualifikationsstufen) fällt die Bilanz für Nicht-Banker bitter aus. Ihr mittlerer Lohn ist laut Bundesamt für Statistik von 1998 bis 2007 um rund drei Prozent gesunken, während die Bankkader real 14 Prozent zugelegt haben. Im Klartext: Seit 1998 haben praktisch nur noch die Banker (oder deren Kader) ihre Einkommen erhöhen können.
Inzwischen liegt das Niveau der Banklöhne weit über demjenigen aller übrigen Branchen. Wie der auf offiziellen Zahlen beruhende Lohnrechner des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes zeigt, gilt das vor allem für die Kaderjobs.
Ein 40-jähriger Akademiker im oberen Kader verdient bei den Banken monatlich zwischen 20580 und 23080 Franken (Jahreslohn mit Boni geteilt durch 12). Nur die Pharmaindustrie hält da einigermassen mit. In allen anderen Branchen verdient man mit denselben Qualifikationen nur etwa die Hälfte (siehe Grafik, unten). Beim unteren Kader sind die Unterschiede deutlich geringer.
Hohe Banklöhne bedeuten teure Bankdienstleistungen. Zum Vergleich: Der Personalaufwand der Stadt Zürich liegt bei 116000 Franken pro Vollz eitstelle. Bei der Zürcher Kantonalbank sind es 169000 Franken plus gut 80000 Franken übriger Aufwand. Die Bruttogewinnmarge liegt typischerweise bei 50 Prozent. Insgesamt berechnen die Banken ihren Kunden pro Mannjahr etwa 500000 Franken beziehungsweise rund 250 Franken pro Arbeitsstunde. Zum Vergleich: Echte Ingenieure verrechnen 140 bis 150 Franken.
Weil die Ingenieure des Finanzwesens nicht nur teuer, sondern auch grobfahrlässig sind, regt sich jetzt Widerstand. Sogar die sanftmütige Wirtschaftsministerin Doris Leuthard (45) meinte diese Woche im Interview mit dem «Tages-Anzeiger»: «Für mich ist klar, dass die Lohnunterschiede zwischen dem Bankensektor und dem übrigen Bereich zu gross geworden sind.»