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Die Preisspirale im Schweizer Lebensmittelhandel dreht sich immer schneller. Ab Donnerstag verbilligt der deutsche Harddiscounter dauerhaft eine erste Tranche von rund 40 Artikeln des täglichen Bedarfs unter den bestehenden Marktpreis. Darunter befinden sich «Umsatzrenner» wie Pfefferminz-Pastillen von Vivil und Fleischprodukte Schweizer Herkunft. Die Preisabschläge liegen zwischen 6 und 24 Prozent auf den bisher geltenden Verkaufspreis. Dies geht aus Lidl-internen Unterlagen hervor, die cash vorliegen.
Lidl selbst hält sich bedeckt und verweist auf Donnerstag. Auch den Gesamtwert der Preisabschläge will der Discounter nicht nennen. Lidl-Schweiz-Chef Andreas Pohl bestätigt einzig: «Wie schon 2009 nehmen wir auch in diesem Jahr Preissenkungen vor.»
Wie cash berichtete kündigte sich die Preisoffensive bereits im Dezember an. 2009 setzte Lidl nach eigenen Angaben in drei Runden über 80 von 430 Markenprodukte preislich herab.
Sind Aussagen der Migros Grund für die Preissenkungen?
Dass Lidl bereits so früh im neuen Jahr an der Preisschraube dreht, dürfte seinen Grund haben. Erst vor ein paar Tagen kündigte Migros-Marketingchef Oskar Sager weiter fallende Preise an. «Wir lassen uns preislich sicher nicht unterbieten», zitierte ihn der Sonntagsblick, der wie cash von Ringier herausgegeben wird. Allerdings sei beim Einstandspreis Schluss. «Darunter gehen wir nicht», sagte Sager.
Die Nummer eins im Schweizer Detailhandel hatte im vergangenen Jahr eine Umsatzeinbusse von 0,5 Prozent hinnehmen müssen und Marktanteile an die Discounter Aldi und Lidl abgegeben, was diverse Umfragen belegen. Die beiden Unternehmen griffen Migros dort an, wo es dem Marktleader weh tut: Bei den Frischprodukten. Preisdumping warf Migros-Chef Herbert Bolliger den Discountern darauf vor.
Dass der Discounter Preisdumping betreibe, weist Pohl zurück. Lidl verkaufe nicht unter Einstandspreis; man habe sich mit den Obst- und Gemüseverbänden verständigt, die Sache sei vom Tisch.
Ein Zusammenhang der bevorstehenden Preisoffensive mit den Äusserungen von Migros-Manager Sager existiert laut Lidl nicht. Bei den Produkten, wo Lidl Preisvorteile hat, will man diese eben an die Kunden weitergeben, sagt Pohl.
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Umsätze der etablierten Detailhändler wandern ab zu Discountern wie Lidl. (Keystone)