Lehman Brothers: Schicksal besiegelt

  • Publiziert: 15.09.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

NEW YORK – Hier sind die Würfel gefallen: Nachdem eine Reihe möglicher Käufer abgesprungen ist, beantragt die viertgrösste US-Investmentbank Gläubigerschutz.

Die Bank beantragte Insolvenzschutz nach Kapitel 11, wie sie heute Morgen mitteilte. Die US-Regierung schloss dabei die zuvor in anderen Fällen geleisteten Staatshilfen bis zuletzt aus.

Nach Angaben von Lehman fallen die Broker-Sparten nach US- Insolvenzrecht nicht unter Kapitel 11. Die US-Bank prüft weiter den Verkauf der Broker-Sparten und des Investment Bankings.

Der Antrag auf Gläubigerschutz hatte sich bereits gestern abgezeichnet, als laut Medienberichten die britische Bank Barclays und die Bank of America als mögliche Käufer für Teile des Instituts abgesprungen waren (Blick.ch berichtete).

Zuletzt ging es in den Verhandlungen um eine Zerschlagung oder sogar Abwicklung von Lehman Brothers mit möglichst geringen Folgen für die globalen Finanzmärkte.

Die lange als möglicher Käufer gehandelte Barclays Bank zog am Sonntag laut Medienberichten ihr Angebot wegen fehlender Staatsgarantien zurück. Auch die ebenfalls interessierte Bank of America hatte für ein Engagement Hilfen gefordert; sie sprang am Sonntag ebenfalls ab.

Knackpunkt waren vom Ausfall bedrohte Kreditpapiere bei Lehman, die niemand allein übernehmen wollte. Im Fall von Bear Stearns und vor einer Woche bei den Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac war die öffentliche Hand noch mit Milliardensummen eingesprungen.

Mit Lehman Brothers steht binnen sechs Monaten bereits die zweite der einst fünf unabhängigen US-Investmentbanken vor dem Aus. Im März war der kleinere Konkurrent Bear Stearns in einem Notverkauf an den Finanzkonzern J.P. Morgan Chase gegangen. (SDA/gux)

Bank of America übernimmt Merrill Lynch

Die Bank of America übernimmt die US-Investmentbank Merrill Lynch. Die Übernahme habe einen Wert von 50 Mrd. Dollar, wie die Bank am Montagmorgen mitteilte. Die Bank of America will den Preis in Aktien bezahlen.
Durch den Kauf solle ein einzigartiger Finanzdienstleister geschaffen werden. Die Bank of America biete 0,8595 Stammaktien für jede Merrill-Lynch-Stammaktie. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2009 abgeschlossen werden. Die Bank of America rechnet mit Kosteneinsparungen von 7 Mrd. Dollar vor Steuern bis 2012. (SDA/gux)
play Die Bank Lehman-Brothers ist am Ende. (Reuters)

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