Internet-Sperre für Weihnachtsgeschenke Lego-Preise gar nicht logo

  • Publiziert: 10.12.2008, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Marcel Speiser und Daniel Meier
play Rettungsschiff: Das Lego-Teil ist ein Renner im Weihnachtsgeschäft. (Toini Lindroos)

Bei Amazon sind Spielwaren viel billiger. Ausser für uns Schweizer. Weder Händler noch Hersteller wollen das erklären.

Das E-Mail vom Online-Händler Amazon klingt verlockend – gerade jetzt, mitten im Einkaufsstress: «Sie interessieren sich für Lego? Dann möchten wir Sie auf folgendes Angebot aufmerksam machen.» Es folgen mehrere Lego-Produkte zum Aktionspreis. Auch das Rettungsschiff ist dabei – für umgerechnet rund 90 Franken.

Doch es kommt noch besser: Wer das Lego-Schiff bestellt und an eine Schweizer Adresse liefern lässt, dem zieht Amazon auch die deutsche Mehrwertsteuer ab. Jetzt kostet das Rettungsschiff nur noch knapp 76 Franken – fast ein Viertel weniger als in den Schweizer Läden. Egal, ob Fachgeschäft oder Warenhaus, bei uns kostet das Lego-Pack überall genau gleich viel: 99 Franken.

Ein kleines Problem
Der Amazon-Preis ist also ein richtiges Schnäppchen. Doch die Freude darüber währt nur kurz. «Bei Ihrer Bestellung ist ein kleines Problem aufgetreten», meldet Amazon kurz vor dem Bezahlen. Ein kleines Problem? Wohl eher ein richtig grosses Problem! Amazon liefert nämlich gar keine Spielsachen in die Schweiz. Weder von Lego noch von anderen beliebten Marken (siehe Tabelle unten).

Und warum nicht? Will Amazon einfach nicht? Oder haben es die Spielzeughersteller dem Online-Händler verboten? Trotz mehrmaligem Nachhaken will der Online-Händler die Frage nicht beantworten. PR-Frau Nina Lüttge teilt bloss mit: «In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass Kunden Angebote erhalten, die nicht in ihr Land geliefert werden können.»

Playmobil und Lego sahnen ordentlich ab
Auch Lego schweigt. PR-Frau Helena Maretis verweist lediglich auf den Lego-eigenen Internet-Laden. Dieser liefere «selbstverständlich» auch in die Schweiz. Doch dieser Online-Shop ist keine Alternative. Bei ihm kostet das Schiff plus Versandkosten nämlich noch mehr als im Schweizer Fachgeschäft: 118.50 Franken – 17 Prozent mehr. Eine schöne Bescherung.

Doch nicht nur Lego schröpft die Schweizer Kunden. Playmobil machts genau so. Wer in den Playmobil-Onlineshop will, muss zuerst sein Land bekannt geben. Und das hat Auswirkungen auf die Preise. Der neue Pharaonentempel zum Beispiel kostet für Schweizer Kunden 53.90 Franken. Deutsche dagegen zahlen umgerechnet 36.65. Ein Drittel weniger. Bei Amazon würden Schweizer bloss 30.10 Franken bezahlen. Aber eben: «Es ist ein kleines Problem aufgetreten.»

play Das sind die Preis-Unterschiede.

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