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Sonntags muss man zum Einkaufen in einen grossen Bahnhof oder an den Tankstellenshop. Das stört viele Konsumenten, die auf offene Läden in den Randzeiten angewiesen sind.
Tourismusfachleute fordern vor allem offene Läden am Sonntag. Wer die Schweiz besucht, soll an sieben Tagen shoppen können. «In den Städten sind die Läden momentan ausgerechnet dann zu, wenn die Gäste kommen möchten», bedauert Schweiz-Tourismus-Chef Jürg Schmid gegenüber der Zeitung «Sonntag».
«Wir würden gern mehr Geld ausgeben, aber wir dürfen nicht», sagt etwa eine Besucherin aus Augsburg. «Es ist ein Problem», sagt ein Koreaner, der abends vor verschlossenen Türen stand. In seiner Heimat sind die Geschäfte immer offen.
Sonntagsverkauf lohnt sich nicht
In der Schweiz werden die Ladenöffnungszeiten kantonal reguliert. In Zürich sorgte das Verkaufsverbot von Lebensmitteln in 24-Stundennshops für hitzige Diskussionen. Viele finden solche Gesetze absurd. Deshalb verlangt der Zürcher FDP-Vizepräsident Markus Hutter, dass Verkaufsgeschäfte rund um die Uhr offen haben dürfen.
Er wird mit seinem Anliegen keine Chance haben. Die Gewerkschaft Unia wird heute Abend in Zürich gegen die Liberalisierung demonstrieren. Und nicht einmal Grossverteiler wollen Sonntags die Ladentüren öffnen. Selbst wenn sie könnten, wie im Tourismus-Ort Interlaken: «Es lohnt sich nicht», sagt Migros-Sprecher Martin Schläpfer in der «Neuen Luzerner Zeitung».
Er begründet dies auch mit der hiesigen Kultur: Anliegen des Personals und kirchliche Traditionen hätten hier einen höheren Stellenwert als in den USA oder Asien. Aber: Dieses Argument wird an Wochenenden in jedem Bahnhof widerlegt. Und wenn in katholischen Kantonen ein kirchlicher Feiertag ist, werden reformierte Kantone mit Shoppingtouristen überschwemmt.
Was meinen Sie: Sollen Läden Abends oder gar Sonntags offen haben? Schreiben Sie uns!