Landwirtschaft Studie: Für Bauern in der Schweiz zählt nicht nur das Geld

Schweizer Bäuerinnen und Bauern sind trotz geringerer Einnahmen zufriedener mit ihrer Arbeit als ihre Berufskolleginnen und -kollegen in Nordostdeutschland. Das zeigen die Ergebnisse eines vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützten Projekts.

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Forschende von Agroscope sind der Frage nachgegangen, welchen Einfluss das Agrarsystem auf die Arbeitszufriedenheit von Landwirtinnen und Landwirten hat.

Sie verglichen das Schweizer System, das auf kleinbäuerlichen Familienbetrieben aufgebaut ist, mit dem weitgehend industrialisierten nordostdeutschen System, das von Nicht-Familienbetrieben dominiert wird.

Die Arbeitszufriedenheit definiert sich jedoch unterschiedlich. Für Schweizer Landwirtinnen und Landwirte spielen finanzielle Aspekte und die Hofgrösse beispielsweise eine geringere Rolle als für ihre nordostdeutschen Berufskolleginnen und -kollegen.

Beziehe man die Agrarstrukturen mit ein, seien die Bauern in der Schweiz trotz tieferer Einnahmen tendenziell zufriedener, sagte Tim Besser, Sozioökonom bei Agroscope, laut der Mitteilung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) vom Mittwoch. Das Schweizer System habe offenbar auch andere Qualitäten als ökonomische Rendite.

Die Forschenden haben auch Gemeinsamkeiten gefunden: Der Zwang, dass aus finanziellen Gründen einem Nebenerwerb nachgegangen werden muss, schmälert die Zufriedenheit der Landwirtinnen und Landwirte beider Regionen. Hingegen erhöht beiderorts Diversifikation - zum Beispiel Agrotourismusangebote oder Direktverkauf vom Hof - die Zufriedenheit.

Ebenfalls untersucht haben die Forschenden die soziale Vernetzung der Landwirtinnen und Landwirte. Die lokale Verankerung ist in der Schweiz in der Regel stärker als in Deutschland. Die Art der Vernetzung hängt jedoch stark von der Betriebsgrösse ab.

Das Agrarsystem, wie es die Schweiz kenne, könnte negativen Bevölkerungsentwicklungen wie beispielsweise der Abwanderung aus peripheren Gebieten entgegenwirken, nimmt Besser an.

Für ihre Studie haben die Forschenden 3000 Schweizer und 2000 nordostdeutsche Bäuerinnen und Bauern nach ihrer Arbeitszufriedenheit gefragt und sie um eine Bewertung ihrer finanziellen Situation gebeten. 1158 Fragebögen flossen in die Auswertung der Arbeitszufriedenheit ein. Davon kamen 72 Prozent aus der Schweiz und 28 Prozent aus Nordostdeutschland. (SDA)

Publiziert am 16.03.2016 | Aktualisiert am 19.04.2016
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Bäuerinnen und Bauern sind im Schweizer Agrarsystem, das auf Familienbetrieben aufgebaut ist, zufriedener als ihre Berufskollegen in Nordostdeutschland. Dort ist das Agrarwesen weitgehend industrialisiert und von Nicht-Familienbetrieben geprägt. (Symbolbild) play
Bäuerinnen und Bauern sind im Schweizer Agrarsystem, das auf Familienbetrieben aufgebaut ist, zufriedener als ihre Berufskollegen in Nordostdeutschland. Dort ist das Agrarwesen weitgehend industrialisiert und von Nicht-Familienbetrieben geprägt. (Symbolbild) KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

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