Kuoni-Führung kassiert fürs Verreisen Karrer & Co. machen Kasse

ZÜRICH - Der Verkauf von Kuoni nach Schweden macht die Kuoni-Manager zu Millionären. Verwaltungsrat und Management kassieren 12,8 Millionen Franken.

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Kuoni hat einen dramatischen Abstieg hinter sich. Die einstige Ikone im Schweizer Reisegeschäft wird filetiert und verramscht. Das klassische Individualreise-Geschäft hat der Verwaltungsrat unter Präsident Heinz Karrer schon letztes Jahr verscherbelt. Nun sind die verbleibenden Geschäfte an der Reihe.     

Die schwedische Investmentgesellschaft EQT lässt sich den Kauf des Grosshandels- und Visageschäfts 1,36 Milliarden Franken oder 370 Franken pro Aktie kosten. 12,8 Millionen Franken davon fliessen an das fünfköpfige Management und den Verwaltungsrat. Dies geht aus dem Angebotsprospekt hervor. 

Economiesuisse-Präsident Karrer verliert mit dem Deal zwar wie die übrigen Verwaltungsräte seinen Job. Das ist Teil der Vereinbarung. Darben muss er aber nicht: Seine 3350 Kuoni-Aktien sind 1,24 Millionen Franken wert. Mit 1,2 Millionen Franken kann der frühere Swisscom-Finanzchef David Schnell rechnen. Insgesamt kassieren die sieben Verwaltungsräte 4,4 Millionen Franken für ihre Aktien. 

Stiftung kassiert weiter - sie erhält eine jährliche Rente von 2 Millionen 

Anders als für die übrigen Verwaltungsräte geht für Schnell der Geldsegen nach dem Verkauf weiter. Er ist Mitglied der Kuoni und Hugentobler Stiftung. Sie bleibt Minderheitsaktionärin und hat sich von EQT während fünf Jahren eine jährliche Rente von 2 Millionen Franken ausbedungen.

Noch besser als der Verwaltungsrat kommt das Management weg. CEO Zubin Karkaria erhält für seine Aktien 2,4 Millionen, Spartenchef Rolf Schafroth 3 Millionen. Im Unterschied zum Verwaltungsrat behält das Management nach dem Verkauf seinen Job.

EQT behält Kuoni mindestens fünf Jahre 

Das Angebot von EQT startet am 15. März und dauert knapp einen Monat. Der Angebotspreis von 370 Franken entspricht einer Prämie von gut einem Drittel auf den Durchschnittskurs in den zwei Monaten zuvor. 

EQT verpflichtet sich, Kuoni mindestens fünf Jahre zu behalten. Danach sollen die beiden Geschäftsbereiche entweder an die Börse gebracht oder verkauft werden. 

EQT ist an 70 Unternehmen mit einem Umsatz von 17 Milliarden Euro beteiligt. In der Schweiz kontrolliert EQT die Zahnmedizin-Kette Swiss Smile und den Sportdaten-Anbieter Sportradar. Laut EQT steigen die Zahl der Angestellten und der operative Gewinn bei den kontrollierten Firmen jährlich im Schnitt um 11 Prozent. Der Umsatz wächst um 8 Prozent.

Publiziert am 29.02.2016 | Aktualisiert am 16.07.2016
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  • Kurt  Mäschli 01.03.2016
    Es fehlen eben Organisationen wie solche, die den früheren Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer (D) aus dem Wege räumten. Typen solcher Art hätten wir genug!
  • Xaver  Arnet 29.02.2016
    Es ist einfach nur sehr verwerflich, wie wenige aus dieser völlig verkarrten Situation noch solch exorbitante Summen absahnen können. Eine echte Gefahr für den sozialen Frieden in unserem schönen und freien Land.
  • Peter  Weber aus Zürich
    29.02.2016
    So wars geplant, eine echte Schweizer Abzocker-Übung. Ja dann müssen wir Normalos halt Firmen gründen. Hoffentlich gibts Zustupf aus Bundesbern
  • Peter  Wyss 29.02.2016
    Das ist eben der Unterschied, die meisten sogenannten geldgeilen CEOs sind heute keine Unternehmer mehr.
  • s  z aus Zürich
    29.02.2016
    Staatlich legitimierte Wirtschaftskriminalität nennt die FDP liberal. Gefühlte 80 Prozent der Politiker in Bundes Bern von Links bis Rechts sind Verbrecher und weit weg von Volksvertretern! Unsere Landesregierung wie heute alle Regierungen sind zu 80 Prozent MAFI Organisationen. Dieses morallose Werkeln ist die Ursache der weltweiten Kriesen bei denen jeder jeden Betrügt im Namen von morallosen Gesetzes. Z.. K.....