Krankenkassen-Prämien 2015 im Schnitt 3,8% teurer Das ist Bersets geheime Liste

Was der Gesundheitsminister noch unter dem Deckel halten wollte, macht SonntagsBlick publik: Die Krankenkassenprämien steigen 2015 im schlimmsten Fall um bis 14,1 Prozent!

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Die Krankenkassenprämien schlagen 2015 wieder happig auf. Das geht aus einer vertraulichen Liste des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) hervor, in welche SonntagsBlick Einsicht hat. Erster Fakt: Die durchschnittliche Erhöhung über die ganze Schweiz gesehen beträgt 3,8 Prozent – mehr als der Durchschnitt der letzten zehn Jahre. 2013 und 2014 waren die Aufschläge mit 1,5 und 2,2 Prozent jeweils deutlich geringer. Dazu ist es die viert­höchste Erhöhung in den letzten zehn Jahren.

Zweiter Fakt: Besonders hart trifft es Versicherte in Appenzell Ausserrhoden, Nidwalden, Obwalden, Solothurn oder auch in Zürich und St. Gallen.

Dritter Fakt: Noch schlimmer trifft es Versicherte grosser Kassen in einzelnen Kantonen. Bis zu 14,1 Prozent hohe Aufschläge drohen dort, wie unsere Liste zeigt. Alle Angaben beziehen sich auf die zehn grössten Krankenversicherer im jeweiligen Kanton. Sie basieren auf einer Standardpolice für über 26-Jährige mit einer Franchise von 300 Franken.

Laut Experten zeigt die BAG-Standardprämie aber ein zu rosiges Bild. Für viele Versicherten, vor allem jene mit beson­deren Versicherungsmodellen, seien die Aufschläge noch happiger als in der BAG-Liste.

Eigentlich hätte Gesundheitsminister Alain Berset (SP, 42) die Prämienerhöhungen in der Woche vor der Abstimmung über die Einheitskasse am 28. September bekannt geben wollen. Jetzt heizen die Zahlen den Abstimmungskampf schon heute an.

Das BAG will sie nicht kommentieren. Sprecherin Michaela Kozelka: «Wir sind mitten im Prozess der Prämiengenehmigung. Solange dieser läuft, können wir keine weiteren Angaben machen.» Auch nicht, wie weit das Verfahren fortgeschritten sei.

Der Waadtländer Gesundheitsdirektor Pierre Yves Maillard (46) hingegen bestätigt die BAG-Zahlen für seinen Kanton. Dass die Prämienerhöhungen tiefer liegen als der Schweizer Durchschnitt, mag ihn nicht freuen: «Das nützt uns gar nichts.» Die Krankenkasse mit dem höchsten Aufschlag überhaupt (14,1%) liegt in seinem Kanton. Das führe zu höheren Kosten für viele Leute. Dann würden wieder Tausende Gesunde zu einem günstigeren Anbieter wechseln. «Wer aber krank ist, wird das nicht machen und muss dann einfach viel, viel tiefer in die Tasche greifen.» Im nächsten Jahr werde es dann noch schlimmer. Für Maillard, prominenter Befürworter der Einheitskasse, ist der Risikoausgleich – also der Ausgleich zwischen jungen gesunden und alten kranken Versicherten – endgültig gescheitert: «Über diese klaren Fakten sollten wir im Abstimmungskampf sprechen.»

Daniel Habegger vom Branchenverband der Krankenversicherer, Santésuisse, sagt zu den Zahlen: «Der Anstieg von 3,8 Prozent geht in Richtung des langjährigen Durchschnitts.» Die Prä­mien folgten im mehrjährigen Durchschnitt den Kosten, welche die rasche und gute medizinische Versorgung verursache. Für ihn ist klar: «Die Einheitskasse würde nichts am stetigen Kostenanstieg ändern.» Und der Risikoausgleich werde weiter verfeinert: «Es wird noch attraktiver, alte und chronisch Kranke zu pflegen.»

Auch für Felix Schneuwly vom Krankenkassen-Vergleichsdienst Comparis ist klar: «Der Prämienanstieg ist kein Argument für die Einheitskasse.» Kosten könne man mit einer verstaatlichten Kasse nur senken, wenn man das Angebot rationiere. Aber auch Schneuwly gibt zu bedenken: «In den kommenden Jahren ist mit stärker steigenden Prämien zu rechnen.»

Publiziert am 31.08.2014 | Aktualisiert am 01.09.2014
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48 Kommentare
  • Hugo  Ehrismann 01.09.2014
    Wir bezahlen ja schliesslich auch die ärztliche Versorgung für Tausende von Asylanten . Milliarden für das Ausland gibt die Landesregierung jährlich aus - für das eigene Volk aber hat man kein Geld . Die Ausgaben für die Entwicklungshilfe und das Asylwesen halbieren und wir hätten keine finanziellen Probleme mehr mit der KK - der IV und der AHV . Zuerst kommen wir , die die Steuern und eure Löhne bezahlen und danach der Rest der Welt . Lasst der Welt ihren Gang und spart das Geld für uns , amen
  • Emil  Thommen aus Zug
    01.09.2014
    Die Aerzte wollen nur noch Geld verdienen und
    nicht mehr heilen.
  • Urs  Schaad aus Zürich
    01.09.2014
    Wenn die Krankenkassenprämien jährlich steigen, hat das nichts mit den Kassen zu tun. Die sind immer gleich ineffizient. Es hat hauptsächlich mit dem riesigen 70 Milliarden Selbstbedienungsladen zu tun, wo abzockende Leistungserbringer und nimmersatt Leistungsbezüger das staatliche Regulierungsversagen ausnützen und bei Kosteneinsparungsversuchen die einen die anderen mit Leistungsabbau bedrohen statt für das Geld eine entsprechende Leistung zu erbringen.
  • Christian  Schnyder 01.09.2014
    Ich kann mich hier Susi Meier vollkommen anschliessen:
    Werbekosten von Hunderten von Millionen Franken fallen weg.
    60 - 70 Verwaltungsapparate fallen weg.
    Vergessen hat Frau Meier noch die Kosten, welche jedes Jahr wegen den Kassenwechseln entstehen. Die fallen auch weg.
    Also ein dickes JA zur Einheitskasse!!!
    Da jeder Parlamentarier noch im Verwaltungsrat irgend einer KK sitzt, sind die Chancen für ein JA zwar klein. Aber wir sind das Volk. Also versuchen wir es.
    • Adrian  Schärli aus Nebikon
      01.09.2014
      60 bis 70 Verwaltungsratsgremien? In der Schweiz gibt es 61 Krankenversicherer. Einige Kassen werden als Vereine geführt. Und viele Kassen gehören der selben Holding an. Zudem werden diese Verwaltungsräte nicht verschwinden, denn die Zusatzversicherungen sind von der Initiative nicht betroffen.
      Und wenn Sie in Zukunft den Wohnkanton wechseln, werden Sie auch die Kasse wechseln müssen; von wegen keine Kassenwechsler mehr!
  • Regula  Hiltebrand aus Au
    31.08.2014
    Bei stetigem Aufschlag der Krankenkassen wird es immer mehr Leute geben, die ihre KK gar nicht mehr bezahlen können. Dies ist ja auch nicht sehr förderlich und muss wieder vom Staat übernommen werden.