Konsumentenschützerin kritisiert Coop und Lidl für Quittungs-Aus «Das ist ein Abbau von Transparenz!»

ZÜRICH - Bei Coop und Lidl gibts den Kassenbon nur noch auf Verlangen. Die Stiftung für Konsumentenschutz kritisiert das.

Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz play
Sara Stalder hält wenig von der neuen Idee der Detailhändler. PETER SCHNEIDER

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Coop und Lidl haben dem Kassenbon den Kampf angesagt: Der Grossverteiler händigt in seinen To-Go-Filialen die Quittung ab sofort nur noch auf Verlangen aus (BLICK berichtete). Allerdings nur an den bedienten Kassen – die Self-Checkout-Automaten spucken den Kassenbon weiterhin aus.

Lidl geht deutlich weiter. Ab Ende Januar druckt der Discounter das Zetteli nur noch auf Verlangen – in allen 109 Filialen. Das Unternehmen rechnet damit, so 30 Tonnen Papiermüll zu vermeiden. 

Ein Entscheid für die Umwelt also. Doch Konsumentenschützerin Sara Stalder (50) hält von der neuen Idee der Detailhändler wenig: «Das ist ein unerfreulicher weiterer Abbau von Transparenz gegenüber der Kundschaft», sagt die Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. 

Produkte doppelt berechnet

Und diese Transparenz sei nötig, glaubt Stalder: «Wir erhalten regelmässig Meldungen von Leuten, die sich beschweren, weil sie auf Kassabons feststellen konnten, dass ein Produkt doppelt oder ein höherer Kaufpreis berechnet wurde», sagt sie. Wird auf die Quittung verzichtet, blieben solche Fälle vermehrt unentdeckt, glaubt Stalder.

Dass die Detailhändler damit der Umwelt Gutes tun, lässt sie nicht gelten: «Dieses Argument wird gerne bemüht, wenn eine Änderung gemacht wird, die ansonsten keinen plausiblen Mehrwert für die Kundschaft hat», wettert sie. 

«Wir fordern, dass die Wahlfreiheit nicht nur vorübergehend besteht und dass Reklamationen auch gelten, wenn man den Beleg per Mail erhält», sagt die Konsumentenschützerin. Kunden empfiehlt sie, die Quittung bei jedem Einkauf zu überprüfen.

Publiziert am 19.12.2016 | Aktualisiert am 19.12.2016
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37 Kommentare
  • Giuseppe  Guerra 20.12.2016
    Andere Länder, andere Sitten, In Italien wird man gebüsst, falls der Geschäftsinhaber und der Kunde, keine Quittungen haben.Schon beim rausgehen, könnte die Gaurdia Finaza kontrollieren.Das Gesetz besteht.Nur die Beamten denken nur wan bekomme ich den Lohn und spielen gleichzeitig Hans Guck in die Luft.Aber die Bussen sin saftig.Vorallem für die Ladenbesitzer.
  • Rolf  Gerber aus Zürich
    20.12.2016
    Auf Verlangen !!! Was ist also das Problem? Kann es ja jeder verlangen. Vielleicht sollten mal alle Bürger ihre korrekten Zahlungsbelege zur Entsorgung an die nette Frau Stadler senden. Nur damit die Dame mal mitbekommt wie viel Thermopapier hierzu benötigt wird. Über die grösse der Belege, teilweise 25cm für einen Artikel, habe ich mich schon so oft aufgeregt.
  • Walter  Zimmermann aus Jona
    20.12.2016
    Typisch Frau Stalder. Nur nicht konstruktiv arbeiten. Von wem erhält sie ihren Lohn? Nur einmal habe ich in meinem langen Leben erlebt, dass ausser mir noch jemand den Kassazettel kontrolliert. Und jetzt scanne ich sowieso selber, wenn möglich, und habe laufend Kontrolle. Nur, wenn etwas nicht stimmt, schreibe ich sicher nicht der Frau Stalder sondern regle dies diskret mit der Kassiererin. Sie ist schliesslich auch ein Mensch. Kassazettel kann ich auch in Zukunft entgegennehmen.
  • Peter  Roediger 20.12.2016
    Wer nicht bereit ist seine Einkäufe anhand der Quittung zu kontrollieren, ist selbst schuld! Erst recht, wenn mit dem Beleg auch noch eine Garantie verbunden ist.
  • Roger  Hofstetter 20.12.2016
    Es scheint, als würde weder ein grosser Teil der Leser, noch Frau Stalder alles lesen. Jeder, der es möchte, kann jederzeit einen Kassenbeleg verlangen. Also KEIN "Abbau der Transparenz", sondern die Wahlfreiheit, ob ich den Zettel will oder nicht. Und wenn ich ständig höre, dass Coop so oft falsch tippt, dann geht doch in die Migros oder sonst einen Laden.
    • Andreas  Jäggi aus Solothurn
      20.12.2016
      Genau Roger, irgendwie wollen sie einfach wieder etwas kritisieren, dass wir Konsumenten merken, das es Frau Stalder noch gibt. Nochmals, der Zettel gibt es auf Verlangen. Somit verringert man etliche Metern von Thermopapier. Mich jedenfalls fragt die Kassierin oft ob ich eine Quittung möchte. Bei den Bancomaten können sie ja auch wählen!