Migros will Pillen verkaufen Kommt jetzt das M-Budget-Aspirin?

  • Publiziert: 13.12.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

ZÜRICH – Bei Kopfschmerzen oder Halsweh schnell in die Migros statt in die Apotheke: Der orange Riese macht Druck auf die Politik, damit er Medikamente ins Sortiment nehmen darf.

Die Migros würde gerne rezeptfreie Medikamente verkaufen. Gegenüber der Zeitung «Sonntag» bekräftigte Migros-Chef Herbert Bolliger seine bereits früher geäusserte Forderung. Gemäss Zeitungsbericht geht Bolliger von einem Potenzial «im zweistelligen Millionenbereich» aus.

Die laufende Revision des Heilmittelgesetzes könnte es den Grossverteilern wie der Migros tatsächlich bald ermöglichen, Kopfwehtabletten, Halswehdragées und Muskelgels in ihr Sortiment aufzunehmen. Im ersten Gesetzesentwurf vom Herbst ist eine solche Möglichkeit allerdings nicht vorgesehen.

Die Interessensgemeinschaft Detailhandel Schweiz (IG DHS), zu der nebst der Migros auch Coop, Manor und die Kioskbetreiberin Valora gehören, macht sich beim Bundesamt für Gesundheit denn auch für eine entsprechende Änderung der Arzneimittelverordnung stark. In einer Stellungnahme bezeichnete sie das Verkaufsverbot von rezeptfreien Medikamenten Anfang November als «preistreibender Apotheken- und Drogerienschutz».

Amerikanische Verhältnisse, wo in Supermärkten beinahe alle Medikamente verkauft werden können, strebt die IG DHS nach eigenen Angaben allerdings in der Schweiz nicht an. Ziel sei eine «verantwortungsvolle Abgabeform, die sich an der EU respektive an unseren Nachbarländern orientiert», schrieb die IG DHS. Konkret gehe es nur um jene Produkte, für welche keine Beratung nötig sei. (SDA/hhs)

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