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Nach jahrelanger Kritik an der Verschlüsselung des digitalen TV zeigt Cablecom Einsehen: «Wir prüfen Dienstleistungen für digitales TV anzubieten ohne Set-Top-Boxen», kündigte der neue Chef der Kabelnetzbetreiberin, Eric Tveter, an.
«Wir schauen uns das ernsthaft an», sagte der Amerikaner, heute an den achten Bieler Kommunikationstagen. Er hat im Mai die Führung der grössten Schweizer Kabelnetzanbieterin übernommen. Damit rückt er von der Linie seines Vorgängers Rudolf Fischer ab, der sich immer vehement gegen die Kritik an der Verschlüsselung des digitalen TVs gewehrt hatte.
Bisher müssen die Kunden für den Empfang diese Set-Top-Box von Cablecom mieten, wenn sie die über 100 Programme des digitalen TVs empfangen wollen. In anderen Ländern kann man solche Set-Top-Boxen indes im Media Markt oder bei anderen Elektronikanbietern kaufen.
Ex-Chef Fischer hatte die Verschlüsselung immer mit dem Argument verteidigt, dass man nur so gewährleisten könne, dass alles einwandfrei funktioniere. Dies hatten Konsumentenschützer und der ehemalige Preisüberwacher Rudolf Strahm immer wieder kritisiert: In anderen Ländern gehe es ja auch ohne Verschlüsselung des TV-Grundangebots.
Frei empfangbar wie das analoge Fernsehen wird das digitale TV so aber nicht. Die Lösung wäre: Man kauft eine Karte für den Zugriff bei Cablecom. Diese Karte kann man dann in eine beliebige Set-Top-Box oder ein Fernsehgerät schieben, die den Standard unterstützen. (SDA, pft)
Stein des Anstosses: Die Set-Top-Box für das digitale Fernsehen von Cablecom.- ZVG