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Brauerei streckt Carlsberg die Zunge raus

BASEL – Das nervt Carlsberg mit Sicherheit. Eine kleine Basler Brauerei streckt dem Euro-08-Sponsor die Zunge raus.

von Matthias Pfander | Aktualisiert um 11:29 | 30.05.2008
«Basel. Mehr als nur Calrsbreg.®»: «Unser Bier»-Verwaltungsrat Istvan Akos mit Lehrtochter Nathalie Heuser. (Keystone)
«Basel. Mehr als nur Calrsbreg.®»: «Unser Bier»-Verwaltungsrat Istvan Akos mit Lehrtochter Nathalie Heuser. (Keystone)
Der Werbekampf an der Euro 08 ist lanciert: Die Basler Lokalbrauerei «Unser Bier» nimmt Carlsberg zünftig auf die Schippe. Sie verteilt T-Shirts mit der Aufschrift «Basel. Mehr als nur Calrsbreg.®» Das ist kein Tippfehler.

So ist auch die Etikette des Biers bedruckt, das die Brauerei für die Euro 08 produziert. Das Logo der Firma ist ein Basler Wahrzeichen: Der Lällenkönig. Und der streckt die Zunge raus.

«Wir wollen den Leuten zeigen, dass es auch noch ein anderes Bier gibt an der Euro 08 in Basel», sagt Istvan Akos, Verwaltungsrat beim Kleinbrauer.

So scheint der Ärger mit dem Fussballverband Uefa und seinem offiziellen Bierlieferanten Carlsberg progammiert. Auch wenn der Name Carlsberg extra zu Calrsbreg verulkt wurde. Die Auflagen der Uefa bei Werbung und Sponsoring sind extrem streng.

Sie will sogar Leute von den Fanzonen aussperren – wenn sie Mützen oder T-Shirts mit Logos von Firmen tragen, die nicht Sponsor sind.

«Die Auflagen der Uefa sind meiner Meinung nach viel zu streng», sagt Anwalt Marc Schwenninger. Doch selbst er findet: «Die Aktion geht klar über die Grenzen des Zulässigen hinaus.» Weil eine kleine Firma die Bekanntheit eines grossen Konkurrenten ausnutzt.

Was sagt Carlsberg selbst? «Wir werden von diesen Aktivitäten Kenntnis nehmen und sie uns in Ruhe anschauen.» Auch die Uefa müsste reagieren. Denn sie sollte die Rechte ihrer Sponsoren schützen. Dort heisst es: «Wir beziehen keine Stellung zu einzelnen Fällen.» Man beobachte die Situation genau und werde bei Bedarf intervenieren.

Bei der Brauerei «Unser Bier» nimmt man es sowieso gelassen: «Wir sind vorbereitet, falls gegen uns rechtliche Schritte unternommen werden», sagt Istvan Akos. Im Verwaltungsrat hocken zwei Juristen.
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