Kleider kosten 38 Prozent weniger Hier lohnt sich Shoppen im Ausland am meisten

ZÜRICH - Laut einer Studie der Credit Suisse verharrt der Einkaufstourismus auf hohem Niveau. Sie sagt aber auch, welche Güter ennet der Grenze am billigsten sind.

Tiefere Mieten und Löhne: Laden in Weil am Rhein (D). play

Tiefere Mieten und Löhne: Laden in Weil am Rhein (D).

Stefan Bohrer

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Letztes Jahr haben wir im Ausland acht Prozent mehr für Konsumgüter ausgegeben. Wer nicht allzu weit von der Grenze entfernt lebt, kauft nicht erst seit dem Frankenschock im Januar 2015 im Ausland ein. Schon seit einiger Zeit kostet die Ware dort weniger als bei uns. In ihrem Retail Outlook 2016 hat die Credit Suisse ermittelt, wie viel günstiger die Ware jenseits der Grenze ist. Und warum.

Im Vergleich zu den wichtigsten Herkunftsländern kosten Lebensmittel dort im Schnitt 31 Prozent, Möbel 26 Prozent und Kleider sogar 38 Prozent weniger als bei uns.

Das liegt vor allem an den Personalkosten. Eine Schweizer Arbeitskraft in der Industrie kostet 56 Franken pro geleistete Stunde. Das sind 19 Franken mehr als im EU-Durchschnitt und 22 Franken mehr als in den USA. In China und Indien kostet eine Arbeitskraft sogar 30-mal weniger. Auch die Löhne im Gross- und Detailhandel sind in der Schweiz deutlich höher.

Warum der grosse Unterschied? Schweizer Arbeitskräfte sind produktiver und die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist bei uns überdurchschnittlich eng. Stichwort: Sozialpartnerschaft.

Teure Verkaufsflächen

In der Schweiz sind die Mieten an Toplagen extrem hoch. Der Quadratmeter Verkaufsfläche an Toplagen kostete zuletzt im Schnitt 4600 Franken pro Jahr. «Damit belegt die Schweiz hinter den USA, Italien und Frankreich den vierten Rang im Vergleich mit den wichtigsten Herkunftsländern der Schweizer Lebensmittel-, Bekleidungs- und Möbelimporte», schreibt die CS in ihrer Studie.

Zu den Kostentreibern zählen zudem die Transport- und Logistikkosten. Lagerflächen sind in der Schweiz ebenfalls überdurchschnittlich teuer.

Allerdings gibt es auch Bereiche, wo wir tiefere Kosten haben. Das gilt einerseits für die Mehrwertsteuer auf Konsumgüter. In der Schweiz beträgt sie durchschnittlich 8, in den meisten Herkunftsländer 20 Prozent. Andererseits sind die Kapitalkosten bei uns tiefer. Die Unternehmen müssen im Ausland meist höhere Zinsen zahlen. (alp)

Publiziert am 05.01.2016 | Aktualisiert am 05.01.2016
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28 Kommentare
  • Silvio  Mayer , via Facebook 06.01.2016
    Werbung ist in der Schweiz auch massiv teurer als im Ausland. Umgerechnet auf einen Vergleichspreis Kosten je Leser ist Werbung in den Schweizer Medien teilweise bis zu 1000 Prozent teurer als im Ausland. Das geht oft vergessen. Es ist die Kombination hohe Löhne, hohe Mieten und hohe Werbekosten.
  • Rolf  Merz 06.01.2016
    Es gibt gnaz wenige Artikel, welche bei uns gleich teuer sind. Aber die meisten Artikel sind nicht 40 Prozent günstiger, sondern weit darüber. Dazu kommt praktisch immer ein besserer Service und längere Garantie.
  • Peter  Müller 06.01.2016
    Das ergäbe für das 2014, für die Bekleidung und Schuhbranche bei 10 Milliarden Umsatz Mehrwertsteuer bereinigte Mehrkosten von 5 Milliarden für Löhne Verkaufspalast und Transport. Da hat man sich eher verzockt mit überzogen Preisen dadurch stimmen die Zahlen inzwischen nicht mehr.
  • Roger  Stahel 06.01.2016
    Ja geht doch alle ins Ausland einkaufen,wundert euch aber nicht wenn ihr plötzlich Arbeitslos seit denn die Chefs wissen sich immer zu helfen,sie stellen dann einfach einen ein der viel billiger arbeitet,so war es schon immer wenn die ihren Hals nicht voll kriegen,schon mal daran gedacht!
    • William  Quispe aus Bellinzona
      06.01.2016
      Ist doch egal ob ich in der Schweiz oder im Ausland einkaufe. Ich werde im Laden so oder so von Ausländern betreut. Wie viele Kassen in Migros, Coop, Aldi, Lidl etc. werden noch von Schweizern betreut? Der Service hier ist auch nicht besser als im doch deutlich billigeren Ausland. Und schlussendlich geht es um mein Portemonnaie.
    • Roger  Stahel 06.01.2016
      @William Quispe
      Herr Quispe sie haben nichts verstanden!
  • Rüdiger  Simpson aus Züri
    05.01.2016
    Übrigens viele wollen ja geschlossene Grenzen und lückenlose kontrollen. Ist euch bewusst das dann fertig wäre mit einkaufen in deutschland? Man müsste stunden- bzw. Tagelang an der Grenze warten. Und nein, es wäre nicht wie vor schengen, denn auch vor schengen wurden bei weitem nicht alle kontrolliert
    • Toni  Brunner aus Dasmarinas/Cavite/Philippines
      06.01.2016
      Sie bringen es auf den Punkt!
      Die grössten EU-Hasser stehen zuvorderst an der Aldi-Kasse, das ist schon leicht irritierend...
      ex-NR Hans Fehr SVP würde sich doppelt freuen, wenn die Grenze dicht wäre. Er wollte ja den Einkaufstourismus bekämpfen.
      Der Durchschnitts-SVP-Wähler scheint allmählich leicht schizophren zu sein.
    • André  Baldin 06.01.2016
      Früher ging das mit der Kontrolle auch. Und es geht ja nicht darum, JEDES Auto zu kontrollieren. Es geht um STICHPROBEN wie früher. Heute dürfen sie nicht einmal mehr nach dem Pass fragen!!!