Kein Bienli-Flugwetter, miese Ernte «Schlechtestes Honig-Jahr seit Menschengedenken!»

Gift für den Honig: Bis im Juli regnete es 2016 so viel wie nie zuvor. Ist die Erderwärmung schuld? Der Klimatologe winkt ab.

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Süss ist anders: 2016 war in der Schweiz das «schlechteste Honig-Jahr seit Menschengedenken». Das sagt Bruno Reihl (62), Imker aus Wollerau SZ. Er hat die Ernten von 885 Kollegen aus der ganzen Schweiz ausgewertet.

Die Resultate publizierte er in der November-Ausgabe der «Schweizerischen Bienen-Zeitung»: Nur halb so viel Honig wie letztes Jahr landete in den Waben, das sind 31 Prozent weniger als der langjährige Schnitt. «Einige imkern seit mehr als 50 Jahren, und keiner kann sich an eine so miserable Ernte erinnern.»

Schuld ist das schlechte Wetter. Die erste Jahreshälfte war die verregnetste, die je gemessen wurde. Wenn es regnet, fliegen die Bienli nicht aus. Reihl: «Den wenigen Honig, den sie einholten, brauchten sie für sich selbst zum Überleben. Ein paar Imker mussten ihre Völker sogar durchfüttern.»

Keine Folge der Klima-Erwärmung

Könnern wir jetzt keinen Schweizer Honig mehr posten? «Bis Weihnachten geht manchenorts im Mittelland und in den Voralpen der regionale Honig aus», sagt Reihl. Dort muss Honig zugekauft werden. Genf und Wallis dagegen melden sogar mehr Honig als im Vorjahr.

Ist das Seichwetter eine Folge der Klima-Erwärmung? Oder hatte sogar das Wetterphänomen El Niño seine Hände im Spiel? Weder noch, sagt Stephan Bader (56), Klimatologe von Meteo Schweiz: «Das Halbjahr war in gewissen Regionen ein Ausreisser. Einzelne Extreme sind meist eher eine Laune der Atmosphäre als eine Folge der Klima-Erwärmung, und ein Einfluss von El Niño auf das Niederschlagsgeschehen in der Schweiz ist nach dem heutigen Kenntnisstand nicht nachweisbar.»

Monotones Mittelland

Eine weitere Erklärung hat Mathias Götti (42) vom Verein deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde parat: «Die Landschaft im Mittelland ist eintöniger geworden, es gibt immer mehr vom Gleichen. Nehmen wir an, die Zeit, in der der Raps blüht, ist verregnet: Dann tragen die Bienen in dieser Region nichts ein. Und wenn es dann wieder trocken ist, blüht nichts mehr.» Anders gesagt: In Gegenden, wo viel vom Gleichen wächst, gibt es entweder richtig viel oder fast keinen Honig.

Publiziert am 05.11.2016 | Aktualisiert am 14.11.2016
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18 Kommentare
  • Thomas  homberger 05.11.2016
    Der Bund muss endlich aufhören Bauern zu Subventionieren wenn die so sehr Pestizide benutzen das wäre das einfachste. Neben dem Sollten die Leute endlich begreifen das eben Obst und Gemüse nicht Perfekt aussehen muss. Wenn ich manchmal sehe wie leute Obst/Gemüse auswählen dan krieg ich fast ein Haarausfall.
    Es braucht einfach härtere oder überhaupt strafen im Umweltberreich es kann nicht sein das man Bienen zum Ausrotten verurteilt. übrigends sind Wildbienen auch sehr wichtig.
  • Kurt  Stauffer aus George
    05.11.2016
    Das in der Landwirtschaft nach wie vor, zuviele Pestizide versprüd werden wird nicht anerkannt.Früher hatten wir schöne Blumenwiesen,Hecken mit blühenden Büschen zwischen Äckern!Heute,dafür mehr monotone Grünflächen!Die Menschheit wächst rapide,die Landwirschaftsfläche schrumpft und es müssen immer höhere Erträge aus weniger Fläche erwirtschaftet werden.Die Menschen aus wirtschaftlich, underorganisierten, korrupten Länder kommen zu uns Im glauben hier das erwünschte Paradies zu finden!
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    05.11.2016
    Vermutlich müssen die Bauern erst mal den gleichen Ertragsausfall ihrer Felder und Aecker vermelden, bis auch dem letzten Politiker in Sachen Pestizide und Dünger die Augen aufgehen. Rendite ist wichtig - doch nicht auf die Kosten der Anderen !
    • Fritz  Frigorr 05.11.2016
      Den Politikern wird doch immer schön durch die Basler Chemie "erklärt", weshalb sie die Gifte zulassen sollen. Schön nach dem Motto : "Wer gut schmiert- der gut fährt!"
  • Anna  Rusch 05.11.2016
    Wir müssen unsere Bienen besser schützen und den Bauern verbieten Pestizide einzusetzen als sei es Puderzucker!! Wir können oft Mittags nicht mit offenen fenstern essen, weil der Güllengestank die ganze Region verpestet und dass nicht immer vor einem Regen..!! Auch hier unsere lieben Bauern die Täter und ohne Bienen sind wir alle arm dran!!
    • Aron  Ottiger 05.11.2016
      Die Gülle ist natürlich und nicht das Problem, aber Hauptsache was Plaudern. Pestizide Spritzen,das ist der Töder.
  • Beat  Küng aus Bellinzona
    05.11.2016
    Im Tessin, wo sonst im Sommer ziemlich alles verdorrt wegen fehlendem Regen, war es dieses Jahr durchwegs grün. Eines der besten Jahre überhaupt. Weil es nebst der Sonne auch genügend Regen gab. Wo also liegt das Problem? Die Natur regelt das schon alleine, wir müssten ja nicht alle Tiere missbrauchen und ihnen ihre Vorräte wegnehmen.