Kaum eröffnet, schon kaputt Axpo nimmt Prestige-Werk vom Netz

LINTHAL GL - Satte 2,1 Milliarden Franken hat das Pumpspeicherwerk im Glarnerland gekostet. Erst vor zwei Monaten wurde es feierlich eingeweiht. Wegen eines Defekts steht das Kraftwerk Linth-Limmern bereits wieder still.

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Vor zwei Monaten erst wurde die Muttsee-Staumauer von einem Pfarrer gesegnet. Sie ist mit 1054 Metern die längste der Schweiz und das Herzstück des Kraftwerks Linth-Limmern, eines der prestigeträchtigsten Projekte der Schweizer Stromwirtschaft.

Generator-Rotor ausgebaut

Und nun das: Betreiberin Axpo hat das Pumpspeicherwerk bereits wieder vom Netz genommen, wie die Glarner Ausgabe der «Südostschweiz» schreibt. «Im Rahmen des Probebetriebs hat sich bei der Maschinengruppe 1 im Bereich des Motorgenerators ein Messsystem gelöst», erklärt Axpo-Sprecher Tobias Kistner.

«Um keine Risiken bezüglich eines grösseren Schadens einzugehen, wurde der Rotor ausgebaut und inspiziert.» Dabei habe man kleinere Schäden entdeckt, die nun repariert würden.

Produktion nicht rentabel

Die Axpo lässt sich mit der Reparatur Zeit. Die betroffene Maschinengruppe geht erst im Frühjahr wieder ans Netz. Sie steht also bis zu einem halben Jahr still – und produziert keinen Strom.

In einer Zeit, in der sich der tiefen Strompreise wegen der Betrieb eines Pumpspeicherwerkes sowieso nicht rentiert. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Denn mit Linth-Limmern hat die Axpo bisher noch keinen Franken verdient.

Im Gegenteil: 2,1 Milliarden Franken hat das Jahrhundertwerk im Glarner Hinterland gekostet. Bei den gegenwärtigen Strompreisen kann das Pumpspeicherwerk laut Axpo aber nicht rentabel betrieben werden. Deshalb hat der Stromriese auf Linth-Limmern bereits 540 Millionen Franken abgeschrieben.

Andere Maschinengruppen nicht betroffen

Die Axpo geht dennoch davon aus, dass das Pumpspeicherwerk in Zukunft rentabel laufen wird. Das Unternehmen glaubt, dass das Werk im Zuge der Energiewende eine wichtige Rolle spielt.

Die Inbetriebnahme der weiteren Maschinengruppen ist laut «Südostschweiz» vom aktuellen Zwischenfall nicht tangiert. (pbe)

Publiziert am 14.11.2016 | Aktualisiert am 21.12.2016
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14 Kommentare
  • Domenico  Gravino 15.11.2016
    Es ist ein Probelauf und gleichzeitig höherer Belastungstest unter reellen Bedingungen bei voller-Auslastung, d.h. Vorsorgen für die Energiestrategie 2050! Ein sofortiger Atomausstieg würde unser Land vor grossen energietechnischen Kompensationen also ersatzabdeckende Massnahmen Konfrontieren! Der generelle Boomerang wäre Sicherheitstechnisch ein Desaster, darum Nein zu einer Ausstiegsinitiative per sofort!
  •   15.11.2016
    Nicht die Axpo hat die mechanischen Teile gebaut. Die werden eingekauft. Das sich da mal ein Fehler einschleicht ist normal, aber nicht gut.
  • Joe  Di Marco 15.11.2016
    Hier sieht man mal wieder wie wenig gewisse Leute verstehen. Dieser Rotor, sowei die gesamte Maschinengruppe ist einmalig, einmalig von der Grösse ,Gewicht und Konstruktion. Man hat also mit diesem Maschinenteil keine Erfahrung bezüglich der Statik und der Komplexität. Es gab ja auch nur eine Firma Weltweit die sich an diesen Generator in dieser Grösse gewagt hat. Aber nun sind hier ja wieder lauter Spezialisten am kommentieren die alles besser und schlauer angestellt hätten. Laferytanten.
  • Meier  Thomas aus Rheinfelden
    15.11.2016
    Unglaublich, man kann heute wohl nichts mehr richtig machen. Gotthard Tunnel (Sparen an Lüftung) Stuttgart21, Berliner Flughafen. Der Grund ist vermutlich, dass die Manager nur an den Bonus denken.
  • Hansjörg  Cartier , via Facebook 15.11.2016
    Ich finde das ganze ein dummes Gerede. Das sind keine Serienmäßig erstellte Maschinen und somit haben sie einfach noch die eine oder andere Kinderkrankheit. Und das ganze kann sich noch ein oder zwei mal wiederhohlen danach laufen diese, dann über Jahre und sind und sind auch rentabel. Kommt nur darauf an wie viel die Manager und Finanz Fritzen davon erbeuten um den Besitzern (Kantone = Steuerzahler) den Zins madig zu machen.