Kantone zahlen kaum noch Zinsen Hier lohnt sich frühes Steuerzahlen nicht mehr

ZÜRICH - Wer seine Steuern sofort bezahlt, erhält einen Zins gutgeschrieben. 2017 gibt es diesen aber kaum noch: Sechs Kantone haben den Ausgleichszins gestrichen, 15 weitere gesenkt.

Decke des Bundeshauses: Einer für alle, alle für einen play
In den meisten Kantonen gibt es 2017 kaum noch Zinsen für frühe Steuerzahler. GAETAN BALLY

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Am WEF hielt der US-Vizepräsident seine letzte Rede Biden warnt vor Trump
2 Graubünden knapp geschlagen Die beliebtesten Skigebiete der Schweiz
3 BLICK in die neuen Google-Büros am Zürcher HB Ein WC für Frau, Mann...

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
2 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

Steuerzahler bekommen die Negativzinsen dieses Jahr stärker zu spüren: Denn nun lohnt es sich in vielen Kantonen kaum noch, seine Steuern früh zu zahlen. Noch vor zwei Jahren gab es dafür in manchen Kantonen eine Gutschrift von bis zu zwei Prozent. 

Nun aber haben die Kantone kein Interesse mehr, Geld auf ihren Konten anzuhäufen – weil sie sonst Negativzinsen bezahlen müssten. Deshalb streichen oder senken sie den sogenannten Ausgleichszins, den es für das frühe Zahlen der Steuern gibt, wie das Wirtschaftsportal «cash.ch» schreibt.

KantonZins 2017Zins 2016Verzugszins 2017Verzugszins 2016
Aargau0,10,15,15,1
Appenzell (AR)0,5155
Appenzell (AI)114,54,5
Basellandschaft0,20,266
Basel-Stadt0,250,2544
Bern00,2533
Fribourgk.A.0,2k.A.3
Genf0,10,52,63
Glarusk.A.k.A.4,54,5
Graubünden0,2*0,2*44
Jura0,10,265
Luzern00,355
Neuchâtel013/8**3
Nidwalden0,50,544
Obwalden0,250,555
Schaffhausen0,10,555
Schwyz0,513,53,5
Solothurn00,2533
St. Gallen0,250,544
Tessin0,10,252,52,5
Thurgau0,20,533
Uri0,50,544
Waadtland0,1250,253,53
Wallis00,153,53,5
Zug0033
Zürich0,50,54,54,5

Quelle: cash.ch; * nur Zinsen auf zu viel bezahlte Beträge aufgrund zu hoher Rechnungen; ** Bis 31. März verlangt Neuenburg 3% Verzugszins, danach 8%.

Keine Vergütung mehr gibt es in den Kantonen Bern, Luzern, Neuenburg, Solothurn, Wallis und Zug. Den Satz gesenkt haben insgesamt 15 Kantone, schreibt das Portal weiter. Jura etwa reduzierte ihn von zwei auf ein Prozent, Appenzell Ausserrhoden von einem auf 0,5 Prozent und Schaffhausen von 0,5 auf 0,1 Prozent.

Hier gibt es noch Zins

Immerhin: Sieben Kantone behalten den Ausgleichszins. Darunter etwa Zürich, wo es 0,5 Prozent gibt – mehr als auf den meisten Sparbüchern. Allerdings steht laut Steueramt eine künftige Senkung zur Diskussion. Ebenfalls 0,5 Prozent gibt es in Uri, Schwyz und Nidwalden. Am meisten profitieren frühe Steuerzahler in Appenzell Innerrhoden. Dort gibt es noch ein Prozent. 

Auch wenn frühes Steuerzahlen nur noch in Teilen der Schweiz einen Zinsvorteil verspricht – zu spät zahlen kann teuer werden. Dann werden teilweise saftige Strafzinsen fällig. Am heftigsten trifft es die Einwohner des Kantons Neuenburg, die ab April acht Prozent berappen müssen. Vergleichsweise günstig kommt man im Tessin weg, wo weiterhin 2,5 Prozent verlangt werden. (bsh)

Publiziert am 06.01.2017 | Aktualisiert am 15.01.2017
teilen
teilen
2 shares
7 Kommentare
Fehler
Melden

7 Kommentare
  • Alex  Zogg aus Ebikon
    07.01.2017
    Und das Steueramt erstellt überhöhte Steuerrechnungen 2010 ca. + 50 Prozent und 2011 ca. + 45 Prozent . Trotz persönlichem Vorsprechen geht 2 Jahre nichts und danach Gutgeschrieben auf das Jahr 2013 somit missbraucht worden als günstiger Kreditgeber. Das einzige was vom Steueramt kam waren inakzeptable Antworten (Schreibe jetzt nicht welche Antworten). Man(n) könnte die aber nach Prüfung durch den Rechtsschutz ins Netz stellen.
  • Ramona  Meier aus Thun
    07.01.2017
    Ab sofort bleibt das Geld also länger auf dem Sparkonto. Da gibts immerhin noch ganz wenig Zins. Alles kostet immer mehr, mehr Lohn erhält man aber nicht. Danke Staat!
    • Reto  Meyer aus Zürich
      07.01.2017
      Falsch - Auf dem Sparkonto kriegt man momentan gar nichts mehr oder so wenig, das sich Steuern vorzahlen doch noch etwas lohnt. Abgesehen vom psychologischen Effekt. Der Staat ist wenigstens bei Verzugszinsen noch gnädig, die Banken sind trotz der günstigen Zinslage keinen deut runtergegangen sondern zocken noch mehr ab !!!
  • Shimu  Trachsel 07.01.2017
    Es lohnt sich nicht? Es spricht aber auch nichts dagegen. Egal ob ich etwas zu früh oder pünktlich bezahle, ich habe Ende Jahr nicht mehr Geld im Portemonnaie. Zu früh bezahlen ist in jedem Fall besser als zu spät.
  • Ruedi  Lanz aus Aarburg
    07.01.2017
    Vielleicht geht die Rechnung der Geizhälse doch nicht ganz auf. Wegen der attraktiven Zinsen hat früher Mancher seine Steuern zum Voraus bezahlt, und deshalb kurzfristig auf Anderes verzichtet. Jetzt gönnt man sich teure Sommerferien, vielleicht ein neues Auto etc., etc., und am Jahresende fehlen die Kohlen für den Fiskus; und der rennt dann vergebens seinen flüssigen Mitteln nach.
  • Mario  Müller aus Sihanoukville
    06.01.2017
    Gut habe ich keine solche Sorgen mehr. In Kambodscha bezahle ich meine 295$ Visagebühren pro Jahr und gut ist. Auf der Bank kriege ich 5.25 Prozent Zins auf Festgeld. Meer und warmes Wetter gibts umsonst, bye bye Steueramt !!!