Kantone knausern wegen Negativzinsen Hier lohnt sich das frühe Steuern zahlen noch

Die Vorauszahlungszinsen der Kantone lösen sich langsam in Luft auf. Schuld ist die Nationalbank.

Die kantonalen Steuerämter sind nicht mehr darauf erpicht, dass die Rechnung möglichst früh beglichen wird. play

Die kantonalen Steuerämter sind nicht mehr darauf erpicht, dass die Rechnung möglichst früh beglichen wird.

Keystone/GAETAN BALLY

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Bis zu 16 Prozent Zucker Das sind die zuckrigsten Softdrinks
2 Da staunt Lidl Ausgerechnet Migros geht gegen Icetea-Kopie vor
3 1.40 Franken Umsatz – pro Jahr! Die einsamste Telefonkabine der Schweiz

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
17 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

Wer frühzeitig seine Steuern begleicht, wird vom Kanton grosszügig belohnt. Das gilt seit Jahren. Teilweise erhielt man bis zu 2,5 Prozent Zins auf die Steuerrechnung. Noch 2010 galt im Schnitt ein Vorauszahlungszins von 2 Prozent.

Diese Zeiten sind vorbei. Vor einem Jahr hob die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Euro-Mindestkurs auf und führte Negativzinsen ein. Damit hat sich die Situation grundlegend verändert.

«Die Vergütungszinssätze der Kantone sind regelrecht kollabiert», schreibt cash.ch, das die Zinssätze aller Kantone zusammengetragen hat. Sie gewähren 2016 im Schnitt nur noch 0,4 Prozent. Insgesamt haben zwölf Kantone ihre Zinssätze auf dieses Jahr hin reduziert.

Besonders radikal gingen zwei Innerschweizer Kantone vor. Obwalden kürzte den Zins von 2 auf 0,5 Prozent und Zug strich ihn ganz. Letztes Jahr gabs in der Steueroase immerhin noch 1 Prozent Vergütungszins.

Noch immer ist das frühe Steuernzahlen eine Win-Win-Situation: Die Kantone stellen früh ihre Liquidität sicher und die Steuerpflichtigen sparen Geld. Das könnte sich bald ändern. Die Kantone befürchten nämlich, dass auch sie bald für ihre Vermögen bei der SNB Negativzins bezahlen müssen. Bisher profitierten sie von einer Ausnahmeregelung.

Dann würde sich das Blatt wenden: Für die Kantone lohnt es sich plötzlich, die Steuern möglichst spät zu erhalten, um Strafzinsen zu vermeiden. (alp)

 

Kanton

Vergütungszins

2016 in %

Vergütungszins

2015 in %

AR11
AI11
NE11
SZ11
NW0,51,5
OW0,52
SH0,50,5
SG0,51
TG0,50,5
UR0,51
ZH0,51,5
LU0,30,3
BS0,250,5
BE0,250,25
GE0,250,25
SO0,250,25
TI0,250,25
VD0,250,5
BL0,20,2
FR0,20,2
GR0,20,5
JU0,20,25
VS0,150,5
AG0,10,5
ZG01
GL0,25% Skonto0,25% Skonto
Publiziert am 09.01.2016 | Aktualisiert am 11.01.2016
teilen
teilen
17 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

2 Kommentare
  • Rolf  Hess 10.01.2016
    Dann müssen diese Kantone aber die Zinsen für verspätet bezahlte Steuern auch enorm senken. Da sind sie dann aber wie die Kleinkreditfirmen und Kreditkartenhaie. Diese Firmen dürfen anscheinend immer noch bis zu 15 Prozent Jahreszinsen abzocken.
    • Roger  Keller aus Winterthur
      10.01.2016
      Wie es sonst bei anderen Beiträgen gerne heisst: Wer seine Steuern rechtzeitgig bezahlt, hat keine hohen Zinsforderungen zu fürchten. Deshalb müssen diese auch nicht nach unten!