Kampf der E-Voting-Systeme Post bringt die Wahlurne nach Hause

BERN - In der Schweiz bieten der Kanton Genf und die Post eine E-Voting-Lösung an. Momentan liegt das Genfer System vorne. BLICK zeigt, wie die Post aufholen will.

Sicheres Abstimmen per Mausklick: Dies ist ab nächstem Jahr für Stimmberechtigte in sechs Kantonen möglich. (Archivbild) play
In der Schweiz kämpfen zwei E-Voting-Systeme um die Vorherrschaft. Keystone

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Die Schweizerische Post ist im Hintertreffen. Zumindest was das E-Voting betrifft. Denn in der Schweiz gibt es zwei Systeme für die elektronische Stimmabgabe: Das eine kommt von der Post, das andere vom Kanton Genf.

Neben Genf setzen Bern, Luzern und vielleicht bald Aargau und St. Gallen auf das System aus der Westschweiz – es fehlt nur noch die Bewilligung des Bundesrates. Das System der Post wollen Neuenburg und Freiburg verwenden. Genf führt somit mit fünf zu zwei.

Basel könnte wechseln

Die Frage ist, wie lange noch. Zwar ist das Post-System teurer – St. Gallen entschied sich für die Genfer Lösung, weil sie 0,6 Millionen Franken billiger ist. Basel-Stadt jedoch will ab 2019 alle Stimmbürger elektronisch abstimmen lassen. Und das spricht derzeit eher für das Post-System. Die Ausschreibung des Kantons ist aber noch nicht entschieden.

Grund: Je mehr Personen ihre Stimme elektronisch abgeben, desto höher sind die Sicherheitsanforderungen. «Unser System bietet die Anforderungen, um eine Bewilligung für 100 Prozent der Stimmen-Abdeckung zu erhalten. Wir müssen nur noch die Zertifizierungsschritte durchlaufen», sagt Postsprecher Oliver Flüeler. Bis 2018 will die Post das geschafft haben.

Höhere Sicherheitsanforderungen

Momentan sind beide Systeme für eine Wählerabdeckung von höchstens 30 Prozent zugelassen. Denn anfänglich war E-Voting einzig für Auslandschweizer gedacht. Sollen künftig mehr als 30 Prozent elektronisch abstimmen dürfen, wird unter anderem eine End-to-End-Verschlüsselung der elektronischen Stimmabgaben nötig. Das heisst: Die Daten bleiben von der Stimmabgabe bis zur Zählung durch den Kanton verschlüsselt.

«In der Schweiz kann das nur unser System anbieten», sagt Claudia Pletscher (42), Leiterin Entwicklung und Innovation bei der Post. Das System aus Genf sei nicht darauf ausgerichtet. 

Pletscher ist deshalb überzeugt, dass die Post für die Zukunft gut aufgestellt ist. «E-Voting ist eine logische Weiterentwicklung unseres Kerngeschäfts», sagt sie. Welche Kantone sich für das Post-System interessieren, will sie nicht sagen. «Wir wissen aber, dass nächstes Jahr mehrere Kantone Evaluationen durchführen werden.»

Publiziert am 03.12.2016 | Aktualisiert am 05.12.2016
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5 Kommentare
  • erich  kaufmann 04.12.2016
    Mit dem E-Voting kann man sich das abstimmen oder das Geld zu diesem Zweck gleich sparen. Das Volk wählt ja schon jetzt, aus geschürter Angst gegen sich, doch wenn die Stimmabgabe so noch personalisiert werden kann, manipulationen nur noch von ein paar IT`s, wenn überhaupt, erkannt werden, dann gute Nacht, von dem was noch übriggeblieben ist, an Scheindemokratie oder Wirtschaftsdiktatur. Ihr werdet auch noch die Lager der selektionierten danach finanzieren.
  • Hans Jakob  Rölli , via Facebook 04.12.2016
    Für wieviele, nein für wie wenige Bürgen brauchen wir dies?

    Das Basis-Programm wird noch zu bezahlen sein.

    Der darauf folgende EDV-Sicherheitsaufwand aber,
    macht uns Bürger arm ...
    und die EDV-Firmen reicher und reicher ...
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    04.12.2016
    Um alle Probleme zu umgehen empfehle ich jedem Kanton ein eigenes E-Votingsystem. Vorteil, es werden x-tausend neue Stellen geschaffen, der Bund darf ein neues IT-Projekt für die Vernetzung lancieren und vielleicht wieder begraben, das freut sogar die späteren Arbeitslosen im Stimmausschuss!
  • Paul  Meier aus Bergdietikon
    03.12.2016
    So lächerlich. Warum stellt nicht der Bund ein System zur Verfügung??? Macht es wirklich Sinn, dass in dieser sache ein solches JeKaMi herrscht?? Man muss sich überhaupt fragen - wozu diese Verschwendung von Steuergeldern??? Das heutige System funktionniert gut und ist sehr benutzerfreundlich?!
  • Xaver  Arnet 03.12.2016
    Dieser Kantönligeist ist heller Wahnsinn! Wenn sich etwas standardisieren lässt, ist es das gesamte, schweizweite Wahl- und Abstimmungsverfahren, was sich zwangsläufig positiv auf die Einführungs- und Betriebskosten auswirken würde. Jeder Kanton evaluiert nun wieder aufwändig im Zeugs herum, sehr wahrscheinlich noch mit unzähligen Beratern. Am Ende haben wir wieder mit 26 kantonsspezifischen Lasten-/Pflichtenheften einen verbogenen System-Wildwuchs, welcher enorme Steuergelder verschlingt.