Kampf der Bezahlsysteme Wer geTWINT?

ZÜRICH - Paymit, Twint, SwissWallet – viele Firmen wollen beim digitalen Bezahlen in die Pole Position. Der Kampf ist entbrannt - in diesem Jahr entscheidet sich, wer unser Portemonnaie ersetzen wird.

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In der Finanzwelt rüstet man zur Schlacht. Doch nicht am Zürcher Paradeplatz – sondern auf dem Smartphone. Es geht um digitale Bezahl-Apps, die das Handy mit einem Konto oder einer Kreditkarte verbinden. Statt Münzen aus der Tasche zu klauben, scannt man einfach mit dem Handy einen Code ein oder hält das Gerät an ein Terminal an einer Kasse. Die anfallenden Kosten sind geringer als bei einer Kreditkartenzahlung.

Paymit ist mit gut 170000 Downloads die meistverbreitete Bezahl-App in der Schweiz. Mit ihr konnten Nutzer bisher Freunden Geld digital zuschicken. Jetzt hat das Unternehmen angekündigt, Nutzer könnten ab März Schoggi-Riegel am Automaten kaufen und bald schon das Taxi mit der App zahlen. Heute steht sie Kunden der UBS, der Luzerner und der Zürcher Kantonalbanken zur Verfügung. Ende Jahr sollen es zehn Banken sein.

Kein Wunder, dass Paymit pressiert. Mit «Apple Pay» und Googles «Wallet» stehen ausländische Anbieter in den Startlöchern. Auch die Schweizer Konkurrenz schläft nicht.

Twint, hinter der die Postfinance steckt, hat seine Terminals schon beim Detailhändler Coop platziert. An ersten SBB-Automaten kann man mit Twint sein Billett lösen. Bald gibt es Twint in der Migros-App. An schweizweit 7000 Kassen brauchen Twint-Kunden kein Portemonnaie mehr.

Am 3. November war die App gestartet. Einen Tag später hoben die Schweizer Kreditkartenfirmen Aduno Gruppe und Swisscard den «Swiss Wallet» aus der Taufe – ein digitales Portemonnaie, in dem verschiedene Karten zum Zahlen abgespeichert werden können. Für Firmen aus der Kreditkartenbranche gehe es vor allem darum, durch Bezahl-Apps nicht überflüssig zu werden, erklärt Andreas Dietrich (40) vom Institut für Finanzdienstleistungen in Zug. Ein Unternehmen wie Six, die Paymit-Mutter, steige dagegen ins digitale Bezahlen ein, weil es dadurch den Kundenkontakt halten und Daten sammeln könne. Strategisch gehe es darum, den Kunden nicht an Konkurrenten zu verlieren. Der Markt sei «theoretisch enorm gross», sagt Dietrich. Er schätzt: Jährlich wird 1,5 Milliarden Mal an Schweizer Kassen mit Geld oder Kreditkarte bezahlt.

Wer das Rennen macht, ist unklar. Twint hat mit der Postfinance einen Staatskonzern im Rücken. Coop, die Migros und die SBB sind starke Partner. Paymit hat die UBS im Boot, ist schon länger auf dem Markt und profitiert von bestehender Infrastruktur: Der Mutterkonzern Six rüstet 60 Prozent aller Schweizer Läden mit seinen Terminals aus.

Experte Dietrich glaubt, dass es viele Verlierer im Kampf ums digitale Bezahlen geben wird. Denn: «Der Gewinner kriegt alles.»

Publiziert am 18.02.2016 | Aktualisiert am 14.06.2016
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  • Wolfgang  Gallin aus Berlin
    19.02.2016
    gut für die massen, die noch nie mit geld umgehen konnten. von mir hat noch nie eine bank sollzinsen bekommen und das wird auch so bleiben!
  • Pierre   Chappuis aus Rheinfelden
    18.02.2016
    Der angeblich erfolgreiche Download von Paymit ist dem Wettbewerb zu verdanken, bei dem es angeblich CHF 50000 von UBS zu gewinnen gab. Wer war der Gewinner? TWINT wird kaum verwendet, weil es an der Kasse für Wartezeit sorgt. Dies im Gegensatz zur Migros-Lösung, die den Nachteil hat, dass man zwischen Zahlen und CUMULUS hin- und herfährt.
  • Fritz  Wiseli 18.02.2016
    ....und alle finden dies cool und lustig! Fakt ist aber dass diese Systeme die Vorstufe der Abschuffung des Bargeldes sind! Ich weiss nicht ob die Menschen sich wirklich klar sind dass der Plan eine totale digitalisierung von allem ist, wo dann die hinter den Regierungen (eine Handvoll Leute die Heute schon alles bestitzen) dann die totale Kontrolle haben über Dein gesamtes Leben und den noch kommenden Chip den sie bei Dir Implaniteren nach belieben ein und ausschalten können...das wollt ihr ?
  • Werner  Rutishauser aus St.Gallen
    18.02.2016
    Schon seltsam dass man fürs Bezahlen mit dem eigenen Geld auch noch Geld fürs Bezahlen zahlen soll ... ist das die neue bargeldlose Zeit?
    Dann sind alle schön dumm die da mitmachen und diesen Firmen auch noch trauen!
  • Samuel  Küchler 18.02.2016
    Blick schreibt: "Die anfallenden Kosten sind geringer als bei einer Kreditkartenzahlung." Aber das wird sich auch noch ändern. Es wird nicht lange dauern und man wird eine Jahresgebühr von 50.-CHF zahlen müssen. Wie bei vielen Kreditkartenanbietern.