Kahlschlag bei den Bürojobs Warum lohnt sich das KV noch, Herr Zünd?

Tausende von Jobs stehen auf der Kippe. Besonders gefährdet: Support-Stellen im Bürobereich. Trotzdem rät der neue KV-Chef Christian Zünd: «Die Lehre lohnt sich!»

Christian Zünd versteht sich als Botschafter des Berufszweigs. play

Christian Zünd versteht sich als Botschafter des Berufszweigs.

Philippe Rossier

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«Lebenslanges Lernen und Flexibilität», das brauche es heute, um Erfolg im Beruf zu haben. Das sagt Christian Zünd (52), ab April neuer CEO des Kaufmännischen Verbands. «Die gradlinige Karriere bis zur Pension gibt es nicht mehr.» Der Jurist tritt seinen Posten in einer schwierigen Zeit an. Rund herum werden Stellen zusammengestrichen. Besonders gefährdet: Arbeitsplätze im Backoffice – also genau die kaufmännischen Stellen. Weil immer mehr Aufgaben Computer übernehmen, werden viele unterstützende Funktionen überflüssig. Der Mensch hat in diesen Bereichen ausgedient.

Was sagt Zünd all jenen Jugendlichen, die in dieser stürmischen Zeit mit einer KV-Lehre liebäugeln? «Die kaufmännische Lehre ist auch heute eine sehr solide Grundausbildung. Sie bietet viele Möglichkeiten.» Aber der langjährige Generalsekretär der Zürcher Justizdirektion sagt auch: «Sie müssen sich weiterbilden. Ohne Zusatzausbildung geht es nicht.»

Die kaufmännische Grundausbildung ist alleine wenig wert. Tatsächlich wollen 95 Prozent aller Lehrabsolventen nach Angaben des Verbands bereits in den ersten zwei Jahren nach dem Abschluss mit einer Weiterbildung starten. Der neue CEO des Kaufmännischen Verbands vergleicht das KV mit der Matur: «Allein damit kommen Sie nicht sehr weit. Aber es lässt sich viel darauf aufbauen.» Will nun Zünd die kaufmännische Grundausbildung akademisieren? «Auf keinen Fall! Ich bin ein Verfechter des dualen Bildungssystems.» 

Der Verband hat ein breites Bildungsangebot. Das reicht von Berufen mit höheren Fachprüfungen – zum Beispiel Controller – und mit der Berufsmatur sogar bis hin zum Studium der Betriebsökonomie an Fachhochschulen.

Und wie will Zünd der Kaufmännische Verband für die Zukuft fit machen? «Ich fange jetzt erst einmal an.» Er will zuerst verstehen, bevor er verändert. Dafür gibt er sich ein halbes Jahr Zeit. Fest steht: «Wir müssen die jungen Erwachsenen vermehrt als Mitglieder gewinnen.» Zünds Mission ist in den Grundzügen bereits klar: «Ich will für unsere Berufsgruppe das Beste herausholen. Und unsere Mitglieder müssen einen echten Mehrwert haben.» Wie will er das tun? «Mit guter Politik.» Zünd sieht sich weniger als Manager, sondern mehr als Botschafter für den kaufmännischen Berufszweig. «Das KV ist noch lange kein Auslaufmodell.»

Publiziert am 21.02.2016 | Aktualisiert am 23.04.2016
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Faktencheck zur KV-Lehre

Warum eine kaufmännische Lehre?

Solide Grundlage für Einstieg ins Berufsleben

Generalistische Grundausbildung mit viel Einsatzmöglichkeiten

Basis für höhere Berufsbildung und/oder FH oder Uni

Breites Angebot von KV-Lehrstellen (Branchen, Unternehmen)

Gute Aussichten auf Anstellung nach Lehrabschluss

Zentraler Pfeiler der Dienstleistungsbranche


Auf welche Schwerpunkte setzt das KV?

Fokus auf Beratung, vernetztes Denken und Handeln und hohe Sozialkompetenz

Solides Baisiswissen im Berichen ICT (Informations- und Kommunikationstechnologien)

Praxis- und branchennahe Ausbildung


Wie stehen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt?

Die Mehrheit aller Lehrabgänger findet eine Anstellung

2014 waren etwa 3 Prozent der Absolventen beim RAV als arbeitslos gemeldet


Wie viele Lehrstellen sind noch offen?

Mitte Februar waren noch immer 2500 Lehrstellen ausgeschrieben

Jedes Jahr werden etwa 11’000 kaufmännische Lehrstellen angeboten und auch besetzt

97% aller Lehrstellen wurden im Büro- und Informationswesen vergeben

TOP-VIDEOS

3 Kommentare
  • Walter  Staub , via Facebook 22.02.2016
    Ich würde es einmal so sagen. Ein durchschnittlich Begabter und wenig Bestrebter dürfte es im kaufmännischen Bereich immer schwerer haben, einen guten Job zu finden. Solche Leute werden gut beraten sein, sich nach einem anderen Beruf umzusehen.
  • Eugen  Inauen 22.02.2016
    Ich behaupte immernoch, eine KV Lehre plus eine gute
    solide Handwerker Ausbildung und das kombiniert
    ist der schoenste Beruf und solche Leute braucht
    es auf der ganzen Welt. Dazu braucht es noch
    Sprachen und standiges Updating am Compi
    damit kriegt man was auf die Beine und
    kann ueberall mitreden ohne das
    2 am Ruecken zu haben.
  • Lucio Silva  Safnanno aus San Vito Lo Capo
    21.02.2016
    Eine KV Lehre würde ich gar nicht empfehlen. Als Ingenieur ist man easy in der Lage die Bleistifte selbst zu spitzen, E-Mail zu schreiben, Briefmarken auf Briefe zu kleben und Zahlen zu addieren. Und sonst kann man sich eine Coiffeuse mal für einige Stunden holen, die dann auch noch die Haare gleich machen kann.