Kaffee per App vorbestellen und bezahlen So geht Valora auf Kundenjagd

MUTTENZ BL - Kunden sollen bequemer im Kiosk, bei Brezelkönig und anderen Verkaufsläden des Valora-Konzerns posten können. Das kündigt CEO Michael Mueller (44) in einem Interview an.

App-Entwicklung: Valora setzt vermehrt auf Kunden-Nähe play
Valora-CEO Michael Mueller in einem K-Kiosk bei der Lancierung von Apple Pay. Joseph Khakshouri

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800'000 Kunden besuchen täglich eine der 1200 Schweizer Verkaufsstellen des Handelskonzerns Valora. Zu ihm gehören beispielsweise K-Kiosk, Brezelkönig, Press & Books, die Avec-Shops und Spettacolo-Cafés.

Doch Kioskmarktführer Valora hat eine bedeutende Schwäche: Er kennt seine Kunden zu wenig gut. «Wir wissen noch nicht einmal genau, wie wir alle bereits verfügbaren Daten richtig nutzen können», sagt CEO Michael Mueller (44) der «Basler Zeitung» in einem Interview. «Wir haben deshalb eben erst ein Team geschaffen, das uns hilft, diese Informationen auszuwerten und unsere Angebote zu verbessern.»

Valora müsse sich «noch viel stärker kundenorientiert organisieren», wie Mueller es ausdrückt. Dazu brauche es bessere Informationen über die Kundschaft. Aber die gibt es nicht umsonst.

Digitale Plattform für Apps

Um den Kunden den Konsum zu vereinfachen, will Mueller eine digitale Plattform für alle Verkaufsformate lancieren. «Um noch enger mit den Kunden kommunizieren zu können», sagt Müller im Interview.

Anfang 2017 soll es bereits so weit sein. Getestet wurde mit einer Smartphone-App für die Spettacolo-Cafés. «Man kann damit im Zug seinen Kaffee am Zielbahnhof bestellen und gleich über die App bezahlen», erklärt Mueller. Wie die digitale Plattform von Valora im Detail funktioniert, wollte Valora BLICK nicht verraten.

Als Nächstes soll eine Bezelkönig-App lanciert werden. Auch für die Kioske ist eine eigene App geplant, wie Valora schon im Sommer erklärt hat. Mueller setzt auf eigene Apps für seine Handelskanäle, weil Verhandlungen mit dem Bezahldienst Twint scheiterten.

Sensoren tracken Kunden im Laden

Wohin die Reise mit der Auswertung von Kundendaten gehen kann, machte die Zeitung «Schweiz am Sonntag» Mitte Dezember publik. Zusammen mit einem Start-up-Unternehnem hat Valora in ihren Läden am Hauptbahnhof Zürich Sensoren montiert (BLICK berichtete). Diese identifizieren die Smartphones von Kunden, sofern darauf die WLAN-Option aktiviert ist.

«So sehen wir, ob der Kunde nach dem Kaffeekauf im Spettacolo auch noch einen Brezelkönig besucht und wie treu er uns ist», zitiert die Zeitung Cyril Dorsaz, der seit Anfang Jahr für Valora als Digital Innovation Manager im Silicon Valley in Kalifornien arbeitet. «Langfristig möchten wir dem Kunden in der Filiale einen Rabatt für die Brezel aufs Handy schicken und so zusätzlichen Umsatz generieren», sagt Dorsaz.

Publiziert am 29.12.2016 | Aktualisiert am 29.12.2016
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  • Romy  Mattli 30.12.2016
    Wo ist eigentlich der Konsumentenschutz? Wo der Datenschutz? Wer sich brüstet, Konsumentenschützer zu sein und wer noch Datenschutz als Begründung bring, dass sie keine Adresse weiter geben dürften, von Menschen, die z.B. den Wohnort wechselten ohne die Adresse durchzugeben - der sollte sich schämen. Ich werde künftig Valora um Auskunft bitten - jedoch mit ausgeschaltetem Natel!
  • Remo  Albrecht aus Höri
    29.12.2016
    Darum benütze ich mein Natel nur im Notfall, es ist immer ausgeschaltet.
    Bin da mit knapp 48 wohl etwas altmodisch, habe aber kein Problem damit. Wer mich erreichen will kann dies auf dem Festnetz, Büro oder per Post. Damit kann mich diese gierige, nur auf Profit ausgerichtete Geschäftspraxis nicht erreichen. Wer garantiert uns, das andere Läden dies nicht auch schon lange so einsetzen und man einfach nichts davon hört und liest?
    Mein Natel erwischen diese raffgierigen dem Profit hörigen nicht!
    • Peter  Huber aus Olten
      29.12.2016
      Im Notfall ist das aber reichlich unpraktisch wenn man das Natel dann erst hochfahren muss...
  • rico  flattmer 29.12.2016
    Führt Valora diesen Schwachsinn ein, wird es seine wenigen (noch) Kunden sehr bald kennen lernen. Diese werden einen noch grösseren Bogen um diese Geschäfte machen, um nicht geradezu ausspioniert und mit Werbung bombardiert zu werden. Valora = unfreundliches Personal und überrissene Preise. Wenn ich mir die K-Kioske zB im Bahnhof Zürich Löwenstrasse oder im Flughafen Zürich ansehe: da ist kaum mal Kundschaft zu sehen.
  • Ueli  Sommaruga aus Cebu City
    29.12.2016
    Wenn ich den Cafe bestellt und bezahlt habe muss ich den Cafe noch selber trinken? Altmodisches Geschaeftsgebaren.....
  • Roger  Hausherr 29.12.2016
    Die Welt wird immer bescheuerter. Ich glaube langsam, im falschen Film zu sitzen. Also ich werde ausspioniert von Valora. Das sollte aber die Konsumenten- und Datenschützer interessieren. Das kommt bei mir gar nicht gut an. Kiosk und Takeaway ist ein Spontan- und kein Bestellgeschäft. Wem fällt es denn ein vorher ein Bier oder Kaffee zu bestellen. Vollkommen bescheuerte Ideen. Wie wäre es, diesen am Ankunftsort mit Drohne zu servieren?
    • Harry  Kant , via Facebook 29.12.2016
      Glauben Sie wirklich dass das nur Valora macht? Ich arbeite in einem Zweig dieser Branche und kann Ihnen sagen, das was die Valora macht ist weder innovativ noch neu, hier wurde es nur publik... Gehen Sie am besten in keinen Laden mehr, dann sind Sie sicher.