Der neue Nationalbank-Chef Thomas Jordan verteidigt mit aller Vehemenz den Euro-Mindestkurs von 1.20. Gleichzeitig kritisiert sie UBS und CS für die schlechte Kapitalisierung.
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Die Schweizerische Nationalbank belässt den Leitzins auf tiefem Niveau (Keystone)
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält am Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro fest. Diesen will sie mit aller Konsequenz durchsetzen. Dazu ist die SNB ist weiterhin bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen.
Auch beim heutigen Kurs bleibe der Franken hoch bewertet, so SNB-Präsident Thomas Jordan. Eine erneute Aufwertung hätte schwerwiegende Folgen für die Preis- und Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz. Die Nationalbank will dies nicht zulassen. Wenn nötig sei sie bereit, jederzeit weitere Massnahmen zu ergreifen.
Das Zielband für den Dreimonats-Libor bleibt bei 0,0 bis 0,25 Prozent, wie die SNB weiter mitteilte. Ihre bedingte Inflationsprognose ist im Vergleich zum März im Wesentlichen unverändert. Sie beruht auf einem Dreimonats-Libor von 0 Prozent und geht nach wie vor von einer Abschwächung des Schweizer Frankens über den Prognosezeitraum aus.
Die Prognose zeigt für 2012 eine Inflationsrate von minus 0,5 Prozent. Für 2013 erwartet die Nationalbank eine Inflation von 0,3 Prozent und für 2014 von 0,6 Prozent. Auf absehbare Zeit gebe es somit in der Schweiz keine Inflationsrisiken, hält die SNB fest.
Nur dank dem überraschend starken Winterhalbjahr erwartet die Nationalbank für 2012 ein Wachstum von rund 1,5 Prozent. Bislang ging die SNB von einem Wachstum von gegen 1 Prozent aus. Dennoch blieben die Risiken für die Schweizer Konjunktur aussergewöhnlich hoch. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in der Eurozone habe nochmals zugenommen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) drängt die Grossbanken Credit Suisse und UBS zu weiterem Aufbau von hartem Eigenkapital. Die Währungshüter warnen davor, beide Institute seien für eine dramatische Ausweitung der Euro-Krise unterkapitalisiert.
CS und UBS hätten in den letzten Jahren zwar Fortschritte bei der Kapitalausstattung erzielt. Diese seien angesichts der hohen Risiken im heutigen Umfeld aber ungenügend, heisst es im heutigen Bericht der SNB zur Finanzstabilität.
Das direkte Engagement der beiden Banken in den schlingernden Euro-Staaten sei zwar moderat. Hingegen könnten bei einer weiteren Eskalation der Euro-Krise auch für UBS und CS hohe Verluste auf Kredit- und Handelspositionen in der EU, in der Schweiz und den USA entstehen, warnte die SNB.
Die SNB rät der UBS, ihren Weg des Kapitalaufbaus fortzusetzen und dazu auch an der restriktiven Dividendenpolitik festzuhalten. Die CS hingegen solle den Kapitalaufbau beschleunigen, schon in diesem Jahr, fordert die Nationalbank. Dabei solle keine Option ausgeschlossen werden, auch nicht eine Kapitalerhöhung.
Credit Suisse und UBS betonten auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, sie überträfen die heutigen Kapitalanforderungen nach «Basel 2,5» bei weitem.
Nach Bekanntwerden der SNB-Kritik stürzte die Aktie der CS bis am frühen Nachmittag 10.4 Prozent ab. Jene der UBS notierte 1.7 Prozent im Minus. (sda/tun)