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Während die Bürger auch für seine Fehler zahlen, entdeckt «Joe» Ackermann seine soziale Ader. Der Schweizer Chef der Deutschen Bank verzichtet auf seine Boni. (Keystone)
Der deutsche Wirtschaftsminister Michael Glos lobte heute im Bundestag die Aktion Ackermanns. Er äusserte die Hoffnung, dass andere Bankvorstände nachzögen.
Aber SPD-Fraktionschef Peter Struck hält gar nichts von dieser Geste. Das sei eine «Schauveranstaltung». Er forderte eine grundlegende «moralische Erneuerung» der Banken. Die Banker müssten vom «hohen Ross steigen».
Neben Ackermann verzichten auch seine drei Vorstandskollegen, die sechs Manager des erweiterten Vorstands und die Mitglieder des Aufsichtsrats auf alle Boni.
Diese variablen Teile des Lohns machten im vergangenen Jahr mehr als 85 Prozent der Vergütung des Vorstands von insgesamt 33 Millionen Euro (52 Mio. Franken) aus.
«Zeichen der Solidarität»
«Ich habe dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank mitgeteilt, dass ich in diesem schwierigen Jahr auf meinen Bonus verzichte – zugunsten verdienter Mitarbeiter, die das Geld nötiger haben als ich», sagte Ackermann der «Bild am Sonntag» in einem Vorabbericht. Es handle sich um einige Millionen. Ackermann sprach von einem «persönlichen Zeichen der Solidarität».
Der gebürtige Schweizer war 2007 mit einem Jahresgehalt von 14 Millionen Euro in Deutschland.
Das heute vom deutschen Parlament beschlossene Hilfspaket für die Bankenbranche im Volumen von bis zu 500 Milliarden Euro sieht unter anderem vor, dass Institute bei Inanspruchnahme auf Bonuszahlungen verzichten müssen.
Ein Banken-Experte sagte, die Millionen, auf die Ackermann jetzt verzichten will, sollten nicht Bank-Mitarbeitern zugute kommen. Sondern den deutschen Steuerzahlen, denn die würden letztlich das Hilfspaket finanzieren. (SDA/snx)