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Otto Ineichens neuster Coup: Jobmaschine für 10000 Schweizer

Ein kleiner Fehler kostet die Schweizer 10000 Jobs. Nationalrat Otto Ineichen will ihn beheben.

Von Werner Vontobel | Aktualisiert um 00:09 | 28.02.2010
Otto Ineichen: «Für Schweizer Stellenvermittler ist es oft leichter, im Ausland zu rekrutieren». (RDB)
Otto Ineichen: «Für Schweizer Stellenvermittler ist es oft leichter, im Ausland zu rekrutieren». (RDB)
Otto Ineichen (68) ärgert sich: «Für Schweizer Stellenvermittler ist es oft leichter, im Ausland zu rekrutieren. Ich bin sicher, dass Schweizer mindestens 10000 Jobs an Ausländer verloren haben.» Als Beispiel nennt der FDP-Nationalrat und Unternehmer die rund 3000 Schweizer Arbeitslosen, welche über eine Pflegeausbildung ver­fügen. «Dennoch werden massenweise ausländische Pfleger und Krankenschwestern eingestellt.»

Georg Staub (59), Direktor des Personaldienstleister-Verbandes Swissstaffing, gibt Ineichen recht: «Wenn ein privater Vermittler geeignete Kandidaten sucht, findet er sie oft viel leichter bei der Stellendatenbank Eures in Bonn als beim Schweizer Pendant Avamst, der öffentlichen Datenbank für Stellensuchende.»

Kommt hinzu: Ausreisewillige EU-Arbeitnehmer sind meist gut ausgebildet, gesund, frei von familiären Verpflichtungen. Arbeitsuchende in der Schweiz hingegen haben Kinder, pflegebedürftige Eltern oder an­dere Handicaps.

Wenn sich Ineichen ärgert, dann tut er auch etwas. Zusammen mit Staub hat er die Lage wie folgt analysiert. Punkt 1: Die Datenbank Avamst ist unvollständig. Vor allem fehlen oft Telefonnummern, die es erlauben, Stellensuchende rasch zu kontaktieren. Punkt 2: Die privaten Arbeitsvermittler benützen zunehmend die europäische Stellendatenbank Eures. Punkt 3: Die Zusammenarbeit zwischen Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) und privaten Vermittlern funktioniert in vielen Kantonen schlecht, wie eine Umfrage von Swissstaffing bei ihren Mitgliedern gezeigt hat.

Fazit: Private Vermittler und RAV müssen besser zusammenarbeiten. Die Datenbank Avamst muss so verbessert werden, dass auch private Vermittler optimal damit arbeiten können. Die Privaten sollten vom Staat für die Vermittlung 1000 Franken erhalten. Für Temporäre ­beträgt die Pro­vision zwei Franken pro Stunde während drei Monaten. «Auch unser Geschäft lebt vom Geld», meint Staub. «Wenn der finanzielle Anreiz da ist, laufen die Drähte heiss.»

Serge Gaillard (54), Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, hat noch keine konkreten Zusagen gemacht, meint aber: «Private Stellenvermittler rekrutieren oft im Ausland. Es gibt aber in der Schweiz noch viele motivierte Stellensuchende, die von einer besseren Vermittlung profitieren können. Zu diesem Zweck muss die Zusammenarbeit zwischen RAV und privaten Vermittlern weiter verbessert werden.»
Anfang März setzt sich Gaillard mit Ineichen und Staub an einen Tisch.
Das sagen Blick.ch-Leser
hugo ehrismann, Schweiz - 19:18 | 28.02.2010
» @ HEIDI KELLER,ZÜRICH-es lässt sich zu gut leben mit der Arbeitslosenunterstützung sagen sie.Habe selten so etwas dummes zu hören bekommen. Waren sie schon mal arbeitslos?Wohl kaum sonst würden sie hier nicht so saudumme Sachen schreiben.Sie sollten zuerst etwas überlegen bevor sie so eine Sch..... rauslassen.Ich war noch nie arbeitslos kenne aber einige die sind es und die haben alle Mühe über die Runden zu kommen und würden gerne arbeiten,sie.........
Jürg Mäder, Aarau - 19:14 | 28.02.2010
» Der Herr Ineichen redet nicht nur (wie andere Politiker, die es vorallem sehr laut tuen), er handelt auch. Von diesen Herren bräuchte unsere Regierung mehr!
eugen bissegger, basel - 19:08 | 28.02.2010
» Der Arbeitgeber kann doch via Vermittlung aussuchen und bestimmen, wer angestellt wird. Die Sklavenhändler leben auch von diesem Spiel. Und die Arbeitsämter sind voll, weil es aus vielfältigen Gründen halt ganz einfach nicht mehr für alle bezahlte Arbeit gibt, von der man leben kann. Zumutbare Stellen kann man sich dann im Hirn erfinden, weil man die Realität nicht sehen will, oder eher zu blöd ist, sie zu "sehen"?
Meier Daniel, Regensdorf - 18:31 | 28.02.2010
» und wo sind diese angeblich qualifizierten Deutschen? Die meisten können auch nach Jahren nicht mal eine Begrüssung oder Verabschiedung im jeweiligen Dialekt. Vom Zählen bis 10 ganz zu schweigen. Etwas, das jeder 2. Klässer, der 2 Wochen ins Ausland in die Ferien geht und nach Hause mitbringt. Wie soll jemand qualifizert sein, der von Kindern in Weltoffenheit überflügelt wird?
j. frey, teufen - 18:28 | 28.02.2010
» Leider beschäftigt Herr Ineichen auch Deutsche in seinen Otto's Filialen, meist in Lager und Möbelabt. Ich kenne MA's bei Otto's und die arbeiten teilweise auch für einen Minimallohn, so gesehen ist das wirklich nicht sauber und ich denke da läuft Wahlpropaganda zu eigenen Vorteilen. Sprecht mal mit Angestellten bei Otto's, Aldi zahlt mehr.
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