Euro-Krise Jetzt sollen die Reichen bluten

  • Publiziert: 30.07.2012
  • Von Claudia Stahel
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In Deutschland wird derzeit heftig über eine Reichensteuer diskutiert.

(RDB/Urs Keller)

Die EU droht an Schulden zu ersticken. Jetzt sollen Gutverdiener, Reiche und Superreiche mehr Steuern zahlen.

Die schuldengeplagten EU-Länder sind auf der Suche nach Geld. Im Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» von heute erklärt Michael Sommer, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, wie er zu mehr Cash kommen will.

Sein Vorschlag: Verheiratete mit einem Vermögen ab einer Million Euro sollen verpflichtet werden, Schuldpapiere des Staates zu kaufen – und diesem so Geld zu leihen. Die befristete Abgabe soll drei Prozent betragen und verzinst werden. In Deutschland wird derzeit heftig über eine Reichensteuer diskutiert. Den Ball ins Rollen brachte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) vor gut zwei Wochen. Wenn auf privaten Vermögen von über 250'000 Euro eine einmalige Abgabe in der Höhe von zehn Prozent erhoben würde, so die Forscher, kämen 230 Milliarden Euro zusammen.

Aber nicht nur die Deutschen, halb Europa will seine Reichen zur Kasse bitten:

  • Frankreich Die neue sozialistische Regierung unter François Hollande will Jahreseinkommen ab einer Million Euro zu 75 Prozent besteuern. Die entsprechenden Reformen sollen noch dieses Jahr über die Bühne. Sein Ziel: Mehreinnahmen von bis zu 300 Millionen Euro.
     
  • Spanien Das Land hat bereits im laufenden Jahr den Spitzensteuersatz erhöht – um sieben Punkte auf 52 Prozent. Der Satz greift ab einem jährlichen Einkommen von mehr als 175'000 Euro. So viel verdienen in Spa­nien allerdings nur 0,4 Prozent aller Steuerpflichtigen.
     
  • Italien Seit 2011 müssen Besserverdiener drei Jahre lang einen Solidaritätsbeitrag zahlen. Bei Einkommen über 90'000 Euro beträgt der Satz 48 Prozent, bei 150'000 Euro sind 53 Prozent und bei mehr als 300'000 Euro 56 Prozent fällig.

Was macht die Schweiz? Einige in der Finanzwelt und der Immobilienbranche dürften sich die Hände reiben. Denn etliche der betroffenen Steuerzahler werden abwandern – auch zu uns.

Sollen Reiche mehr an die Krisen-Kosten bezahlen?»

Beliebteste Kommentare

  • Thomas  Noth
    Es kann nicht immer sein, das schlechtes Wirtschaftmanagment von Staaten an Privatpersonen ausgelassen werden, Besser Gesetze so anpassen das keine Schlumpflöcher mehr sind, beim Geld ausgeben besser kontrollieren im Strassenbau werden Millionen verpulvert ohne einen Sinn, Beamten einen Leistungslohn wie in der Privatwirtschaft aufbrummen, und vorallem das Geld im Land lassen.
  • Walter Hermann  Fröhlich-Gantenbein , via Facebook
    Die reichen sind derart gut organisiert, dass sie sich diesbezüglich schadlos halten können und der gebeutelte Mittelstand wird diese Rechnungen bezahlen, damit es in Zukunft keinen aufmüpfigen Mittelstand geben wird. Somit können die Superreichen über die armen Sklaven verfügen.

Alle Kommentare (18)

  • Beat  Huber , Horgen
    Warum das nicht auch in der Schweiz, wir könnten ja die AHV damit sanieren und erhöhen. Wir müssen ja nicht gleich 40-50 Prozent verlangen, aber 30 Prozent ab einem brutto einkommen von CFR 500000 im Jahr dass würde der Kasse gut tun.

    B. Huber
    • 30.07.2012
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  • Hans Ulrich   Jost
    HU JOST
    Zum Glück ist Michael Sommer noch nicht der Fin. Minister sonst haben wir diesen Gedankengang plötzlich noch im Steuerabkommen natürlich nur in verschlüsselter Form damit Mehrheiten im Parlament gefunden werden
    • 30.07.2012
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  • Mike  Egger
    Jeder Inhaber eines Einzelunternehmens hat rasch ein Vermögen, dass mehr als 250000 beträgt. Von diesem ist aber nur der kleinte Teil flüssige Mittel. Den grossen Brocken machen offfene Rechnungen, Maschinen, Mobiliar, immobilien und Material für den Betrieb des Unternehmens aus.
    • 30.07.2012
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  • Otto  Lüscher , Zürich
    Sehr geehrte Damen und Herren:
    jetzt kommen noch mehr in die Schweiz.Uns kann es recht sein. Diese Länder machen ales falsch was man falsch machen kann. Bei uns würden auch einige auswandern wenns so weit kommen würde. Aber es wirdja bei uns auch alles angenommen was erzählt wird bin nicht so sicher das der Bundesrat diesem rat auch folgen wird. Aber für uns ist es wieder ein plus mehr Geld und wieder mehr wohlstand. Bravo EU sonst würden sie uns auch alles wegnehmen.Nur weiter soOL
    • 30.07.2012
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  • Dany  Deredinger , Zürich
    Oje schon wieder so eine gestreiche Idee der Eurofunktionäre damit diese ihren Job behalten können! Schaft endlich diesen Euro ab gebt allen wieder die alte Währung zurück und passt dies gemäss der Verschuldung dem Wert an. Dann gibts wieder Wechselkurse um die Festzulegen. Dies ergiebt einen Haufen neue Arbeitsplätze. Arbeitsplätze ergeben Steuern Menschen die eine Arbeit haben und jedes Land trägt wieder Verantwortung für sein eigenes Haushaltsdefizit. Die Länder bleiben aber trotzdem Freunde gemäss dem Spruch gute Freundschaft strenge Rechnung. So löst sich dann auch langsam das ganze Problem.So lebt Europa Glücklich und in Frieden.
    • 30.07.2012
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