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Sarah P.*, Erika A.*, und Thomas S.* kennen sich nicht, haben aber eines gemeinsam: Die Schweizer Grossbanken sind ihnen nicht mehr geheuer. Sie haben dort ihre Konti aufgelöst und ihr Geld auf ein Postkonto gezügelt. Weshalb, erzählen die drei hier.
Erika A., Bern:
Wenns rauskommt wie bei der Swissair?
«Ein guter Freund aus der Finanzbranche riet mir: ‹Nur für den Fall, dass etwas passiert, nimm das Geld von deinem UBS-Privatkonto und schau, dass du auf keinem Konto, egal welcher Bank, mehr als 30000 Franken hast. 30000 Franken sind im Falle des Falles garantiert. Alles was darüber liegt, nicht.› Diese Worte nahm ich mir zu Herzen, zumal sich in der letzten Zeit Nachrichten über pleite gegangene Banken häufen. Da kann einer mir noch so oft versichern, dass die UBS sicher nicht bankrott gehen wird. Damals bei der Swissair glaubte auch niemand daran, und doch haben wir keine nationale Fluggesellschaft mehr.
Deshalb zügelte ich gleich einen grossen Teil meines Privatkontos ab. Ab zur Post. Das sei am sichersten, versicherte mir mein Kollege. Sorgen machte ich mir aber auch um mein Säule-3a-Konto – ebenfalls bei der UBS. Lange unterhielt ich mich mit meinem Bekannten. Er sagte: ‹Willst du auf Nummer sicher gehen und wieder ruhiger schlafen können, dann eröffne beim Gelben Riesen ein Vorsorgekonto und transferiere das Geld.› Gesagt, getan. Gestern Morgen vor der Arbeit ging ich zur Post.
Ich weiss: Wenn jeder sein Geld von den Banken abzügelt, beschleunigt das die Abwärtsspirale in der Bankenkrise. Doch am Schluss möchte ich einfach nicht ohne mein kleines Erspartes dastehen, nur aus Solidarität für die Grossverdiener. Mitleid hat dann nämlich keiner mit mir.»
Sarah P., Chur:
«Schimpfis» vom UBS-Kundenberater
«Ich hatte plötzlich ein ganz schlechtes Gefühl. Bei der Swissair hatte man ja auch nicht gedacht, dass etwas passieren könnte», sagt Sarah P. Und meint weiter: «Als ich dann noch hörte, dass ein Bank-Insider einer Freundin riet, ihr Erspartes von der UBS wegzuholen, handelte ich sofort und zügelte meine Konten.»
«Zu meinem Erstaunen rief mich dann sofort ein UBS-Angestellter an. Er wollte wissen, ob ich mit dem Service nicht zufrieden sei. Als ich sagte, es liege eher daran, dass mein Vertrauen erschüttert worden sei, sagt er, bloss eine kleine Abteilung hätte die Probleme verursacht. Und ich würde mit meinem Verhalten der UBS Schweiz schaden und Leute bestrafen, die nichts dafür können.»
«Er erzählte dann auch noch, dass er Ospel selber mal getroffen habe. Ich dachte die ganze Zeit bloss: Na, und? Ich musste ihn zweimal ‹abklemmen›, ehe er dann schliesslich auflegte. Nach diesem Intermezzo ist mir die Lust auf die UBS erst recht vergangen.»
Thomas S.*, Zürich:
Auf einmal hört man von der Bank nichts mehr
«Ich habe rund 100000 Franken gebunden in verschiedenen Papieren bei der Credit Suisse. 50000 habe ich vor drei Jahren in einen «sicheren» Fonds mit verschiedenen Anlagen investiert. Mein Fondsanteil ist noch rund 45000 wert.
Da die Finanzwelt im Trudeln ist, kann ich derzeit nur abwarten und auf den Aufschwung hoffen. Sobald meine Anlagen wieder auf dem Einstandspreis sind, werde ich einzelne Papiere verkaufen und das Geld zur Post zügeln.
Die Bank bemüht sich bei einem vollen Sparbuch aktiv um die Kunden und rät zu Anlagen. Fallen die Kurse in den Keller, hört man von der Bank kein Wort. Das ist eine Sauerei.»
* Namen der Redaktion bekannt
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