Jetzt ist auch noch der CEO weg Das sind die grössten Salt-Baustellen

Salt-CEO Johan Andsjö ist per sofort weg. Beim Mobil-Anbieter rumort es gewaltig. Diese Probleme muss Salt in den Griff bekommen.

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Salt-Chef Johan Andsjö nimmt per sofort den Hut. (Archiv) KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

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Mit dem neuen Namen sollte alles anders werden. Doch Salt, ehemals Orange, kommt nicht von der Vergangenheit los. Heute wurde bekannt, das Salt-CEO Johan Andsjö per sofort den Hut nimmt. Gründe wurden keine kommuniziert. Schon im Juni ging die Hälfte des Top-Managements. Die Firma kommt nicht zur Ruhe. Das sind die Probleme, die Salt in den Griff bekommen muss:

  • Imageproblem: «Auch wenn es nicht mehr so ist: Die Kunden haben das Gefühl, dass Salt und Sunrise eine weniger gute Netzabdeckung haben als Swisscom», sagt Felix Schneuwly, Kommunikationschef von Comparis. Zwar hat Salt bei der letzten Studie nur leicht schlechter abgeschnitten hat als die Konkurrenten Swisscom und Sunrise. Dennoch kämpft Salt noch immer mit dem Image aus Orange-Zeiten, wonach das Netz schlechter sei.
  • Eingleisig: «Das grösste Problem von Salt ist, dass er ein reiner Mobile-Anbieter ist», sagt Telekom-Experte Oliver Zadori von Dschungel-Kompass. Konsequenz: Salt kann keine Bundle-Angebote mit Festnetz oder Internet machen wie die Konkurrenten. Das schränkt Salt in seiner Handlungsfähigkeit ein.
  • Undurchsichtig: Im ersten Quartal legte Salt, beziehungsweise Orange, die Anzahl Kunden noch offen (2,17 Millionen). Seither tappt die Öffentlichkeit im Dunkeln, wie BLICK aufdeckte.  «Dass keine Kundenzahlen mehr veröffentlicht werden, kann zwei Dinge heissen. Entweder man verliert Marktanteile. Oder man gewinnt und will der Konkurrenz nicht offenlegen, wie viele», sagt Oliver Zadori. Gerüchten aus Analysten-Kreisen zufolge hat Salt mit der Neulancierung zwar Marktanteile in der Deutschschweiz gewonnen. In der Romandie aber, wo Orange traditionell stark war, sollen aber mindestens so viele Kunden verloren gegangen sein.
  • Internes Chaos: «Bei Salt herrscht ein Durcheinander in allen Bereichen, das nun auch nach aussen dringt», sagt Carlo Iellamo, Geschäftsführer des Telekomzentrums. Das sei schon länger der Fall. «Vor anderthalb Jahren stellte Salt/Orange auf ein neues IT-System um», erklärt Iellamo. Es folgte Kundenärger ohne Ende. Einigen wurde das Netz gesperrt, obwohl sie die Rechnung rechtzeitig zahlten. «Seither dreht die Firma in einer Negativ-Spirale», so Iellamo. Er hat Kontakt mit Salt-Mitarbeitern: «Man hört, dass es jeden Tag eine neue Überraschung gibt.»
  • Kundenzufriedenheit: Der neue Name sollte der Befreiungsschlag werden. Doch das gelang offensichtlich nicht: «Die Kritik der Konsumenten auf unserem Forum zeigt: Seit der Lancierung der Marke Salt hat sich die Kundenzufriedenheit nicht verbessert», sagt Comparis-Sprecher Schneuwly.
  • Zick-Zack-Kurs: Gross wurde der Salt-Pass beworben – eine Art GA fürs Handy, das man einmal jährlich zahlt. Teuer, daür bequem. Aber: «Der Salt Pass wurde nach nur drei Monaten stillschweigend wieder abgeschafft. Das ist schon ein Armutszeugnis», sagt Carlo Iellamo. Seither versucht Salt, mit tiefen Preisen zu punkten, wie das Eigentümer Xavier Niel in Frankreich erfolgreich tat. Doch das ist schwierig in der Schweiz. Die Kunden sind behäbig und weniger preissensitiv.

Laut den Experten riecht der Abgang von CEO Andsjö nach einem Konflikt mit dem neuen Eigentümer Xavier Niel. «Es wird interessant zu sehen, wer ihn ersetzt. Und was die neuen Massnahmen sein werden. Wahrscheinlich wird der Neue eher nach der Nase des Eigentümers tanzen», sagt Carlo Iellamo. Viel zu tun haben wird der neue Mr. Salt allemal.

Publiziert am 07.12.2015 | Aktualisiert am 08.12.2015
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  • Carlo  Sarescia , via Facebook 08.12.2015
    @désirée frei... das mache ich auch gerade durch! Seit Januar 2014 habe ich kein Abo mehr bei Ex- Orange! Und kriege heute noch Rechnungen!! Eine Durcheinander Firma ist das!! Einmal und nie wieder!!
  • Désirée  Frei 08.12.2015
    Ich bin seit Oktober auch Saltnutzerin und habe nur Ärger. Sei es kein Netz, nicht funktioniernende Helpdeskseiten, falsche Angaben beim Verkaufsgespräch oder unübersichtliche Monatsabrechnungen. Und bei bestem willen stehe ich nicht alleine da in meinem Freundeskreis.
  • Walter  Zimmermann aus Jona
    08.12.2015
    Eine Firma, die ohne je zu mahnen, einfach die Betreibung einleitet, wird früher oder später Probleme haben. Zudem war die Forderung absolut ungerechtfertigt, was Orange schriftlich zugab, nachher, widerwillig. Des weiteren, Superofferte für Europa am TV Europa, nicht EU. Wie ich dieses Angebot buchen wollte, hiess es plötzlich, gilt nur für einen Teil von Europa. Ist eigentlich Betrug!
  • Claude  Tenreb 08.12.2015
    Das Management von SALT hat so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. 1. ungenügender Kundenservice 2. viele Fehler in der Administration 3. neuer Name "SALT" verbunden mit hohen Kosten 4. unsympathische Werbung 5. ungenügende Netzabdeckung 5. keine Bundles.
  • Gustav  schwanider 08.12.2015
    Die billigste Datenflat hat trotz allem Salt. Echte Flat mit Higspeed. Hab da schon 30GB/ Monat gezogen und trotzdem kein Speedverlust.
    Da kommt selbst mit Swisscom mit 20GB Beschränkung und Infinitiv Vorteil preislich lange nicht hin.