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Italiens Schuldenwirtschaft steht massiv in der Kritik. Wenn Rom seinen Haushalt nicht drastisch umkrempelt, dann könnte das Land von der Schuldenkrise in Europa angesteckt werden. Als Teil der Euro-Schuldenkrise sieht sich Italien dennoch nicht.
«Ich weigere mich, Italien als Teil des Problems zu sehen», sagt Aussenminister Franco Frattini im Gespräch mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Seine Aussage verwundert, erreichte doch die Staatsschuld Italiens im Sommer ein Rekordhoch von 1911,7 Milliarden Euro.
Doch Frattini schiebt dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy den Schwarzen Peter zu: «Sarkozy hat daheim ein Problem.» Und weiter: Frankreich sei doch vielmehr am Zug, «das Problem der griechischen Anleihen in den französischen Banken zu lösen».
Dicke Luft in Regierungskreisen
Will man den Ärger Frattinis verstehen, muss man einige Tage zurückgehen. Vergangenes Wochenende hatten Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy in Brüssel nur Grimassen geschnitten, als sie nach Italiens Zusagen zu tiefgreifenden Sparbemühungen gefragt wurden.
Frattini stellt jetzt klar: «Die Körpersprache Präsident Sarkozys hat mich irritiert – auch der Kanzlerin war das offenkundig peinlich.» Sein Auftritt sei nicht in Ordnung gewesen. «Ja, Italien hat Hausaufgaben zu erledigen, aber lächerlich machen darf man uns nicht», wettert Frattini.
Mit dem Druck aus Brüssel kann der Berlusconi-Genosse leben: Weiterer Druck wäre «eine gute Ermutigung». Zugleich betont Frattini aber auch: «Ich akzeptiere Weckrufe von europäischen Institutionen, aber nicht von einzelnen Regierungen.»