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Restrisiko Grossbank: UBS-Präsident Kaspar Villiger. (Keystone)
Überall sucht man nach Lösungen für das Grossbanken-Problem. Sei es US-Präsident Obama oder das Trio Levrat–Blocher–Hayek. Das Ziel: Nie mehr sollen ganze Staaten erzittern, nur weil ihre Banken zu gross sind, um fallengelassen zu werden.
Doch jetzt überrascht Kaspar Villiger (68) mit einem anderen Ansatz. Der UBS-Verwaltungsratspräsident vergleicht seine Bank mit einem Atomkraftwerk!
Zur NZZ sagt Villiger: «Nehmen Sie den Vergleich zum AKW: Wir wissen, dass der Super-Gau eintreten kann. Trotzdem nehmen wir die Kraftwerke nicht vom Netz. Warum nicht? Weil sie gewichtig zur Energieversorgung beitragen. Wir nehmen also ein Restrisiko bewusst in Kauf.»
Was will uns der alt Bundesrat sagen? Dass AKW so unsicher sind wie die UBS?
Der Vergleich hinkt. Villiger tut so, als könnten die Banken ihre Aufgaben für die Gesamtwirtschaft nur erfüllen, wenn sie gleichzeitig global tätig sind und enorme Risiken eingehen. Genau das stimmt eben nicht. Zahlungsverkehr, Hypotheken Firmenkredite, Sparbücher und so weiter – all das ist auch ohne Grossbanken möglich.
Zweitens braucht man kein Grüner zu sein, um den Atom-Ausstieg zu fordern – sobald wir den Strombedarf mit Wind, Sonne und Wasser decken können.
Drittens bestätigt Villiger indirekt: Von den Grossbanken geht eine ungeheure Gefahr aus – vergleichbar nur mit einem atomaren Super-Gau. Also höchste Zeit, das Problem aus der Welt zu schaffen!
Ansonsten beteuert der UBS-Präsident im NZZ-Interview erneut, er könne nichts gegen die Boni tun: «Mit null Bonus kann man eine Bank nicht führen.» Die UBS habe ganze Teams an die Konkurrenz verloren, weil sie weniger zahle. Deshalb könne man nicht noch weitergehen: «Ein einzelnes Institut kann den Markt nicht ändern.»
Wenigstens geht Oswald Grübel mit gutem Beispiel voran. Laut der Zeitung «Sonntag» verzichtet er auf den Bonus. Freiwillig ist das allerdings nicht: Weil die UBS Verluste macht, hat er als Konzernchef sowieso kein Anrecht auf einen Bonus.
Grübel wie Villiger äusserten sich am Wochenende zudem zum Steuerstreit. Sie sind sich einig: Die UBS kann gar nichts tun – das ist ein Problem zwischen den beiden Ländern. «Jetzt müssen die Schweiz und die USA sich wieder an den Tisch setzen und sehen, wie es weitergeht», findet Grübel.
Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Laut «NZZ am Sonntag» gibt es «keine Chance für erneute Verhandlungen mit den USA». Das wäre ein Rückschlag für die Regierung, denn in Bern setzt man auf das Prinzip Hoffnung – und auf Gespräche mit den Amis.
Die Zeitung zitiert den einflussreichen US-Politiker Barney Frank: «Neuverhandlungen sind undenkbar.» Für Frank ist auch schon klar, wie es laufen soll: «Das Schweizer Parlament wird eine Lösung finden müssen.»