«Trostrabatt» nach WM-Sieg Ist die Migros noch bei Trost?

  • Publiziert: 18.06.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Thomas Benkö

ZÜRICH – Wegen dem Nati-Sieg gabs bei der Migros am Donnerstag 10 Prozent Rabatt – aber das ist nur die halbe Wahrheit.

«Peinlich, peinlich!», schreibt Blick.ch-Leser Peter Eberhart. «Die Migros Lutzert in Muttenz hat gestern ‹Trostrabatt› gegeben.» Leser Marco Kunz hat dasselbe Plakat beim Migros im Basler Bahnhof entdeckt. Und auch in Zürich gabs das Phänomen bei einem Plakat, das am Fenster einer Filiale aufgehängt war.

Leser Ralf. B.* schreibt: «Grund war, dass das Plakat doppelseitig bedruckt ist und gegen das Aussenfenster wurde die richtige Seite ausgehängt. Aber vom Laden her ist durch das Licht auch die andere Seite sichtbar gewesen.»

Ist die Migros noch bei Trost? Eigentlich kündete der orange Riese an, die 10 Prozent Rabatt auf alles gebe es nur bei einem Sieg der Nati.

Und so kam es auch. Nach dem überraschenden 1:0 gegen Spanien am Mittwoch, stürmte die Schweizer am gestrigen Donnerstag die Migros-Filialen. «Wir werden von Kunden überrannt», erzählte Melectronics-Verkäufer Aldo Stampa im Blick am Abend.

Und Migros-Chef Herbert Bolliger sagte: «Ich freue mich wahnsinnig – auch wenn es mich eine Stange Geld kostet.» Mindestens fünf Millionen Franken kostete Migros die Aktion. Das sind 10 Prozent eines durchschnittlichen Tagesumsatzes.

Migros musste sich auch auf eine Niederlage vorbereiten

Doch die Migros scheint ein grosses Herz zu haben – und hätte den Rabatt auch im Falle einer Niederlage gewährt. Einfach noch nicht gestern.

«Selbstverständlich hätte die Migros keinen 10-Prozent-Rabatt bei einem Unentschieden oder einer Niederlage gegen Spanien gewährt,» erklärt Mediensprecherin Martina Bossard. «Wie in den Inseraten kommuniziert wurde, gab es nur bei einem Sieg gegen Spanien 10-Prozent-Rabatt. Falls die Schweiz während der Gruppenphase sehr schlecht gespielt hätte, dann hätte sich die Migros allenfalls überlegt, nach Ausscheiden der Nati einen Trostrabatt zu gewähren. Eine solche mögliche Massnahme muss vorbereitet werden.»

Nun scheinen ein paar unaufmerksame Mitarbeiter einfach die falschen Plakate aus der Schublade gezogen zu haben.

Wir finden die Aktion sympathisch – so oder so.

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