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Dagegen halten Universalbanken mit einem starken Privatkundengeschäft und einer geringeren Abhängigkeit von den Kapitalmärkten den Turbulenzen insgesamt besser stand. Was einst von vielen als langweiliges Bankgeschäft abgetan wurde, bewahrt die Branche nun vor Schlimmerem.
Mit Bear Stearns, Lehman Brothers und Merrill Lynch sind in den vergangenen Wochen gleich drei der fünf grössten Investmentbanken vom Markt verschwunden. Sie kämpften mit Milliardenabschreibungen auf ihre einst als Renditewunder gepriesenen Risikopapiere, bis die Kapitalbasis aufgezehrt war.
Schliesslich blieb nur die Rettung unter das Dach breiter aufgestellter Häuser wie JP Morgan, der Bank of America oder Barclays – oder die Insolvenz wie bei Lehman Brothers.
Medienberichten zufolge prüft auch Morgan Stanley – das Institut ist bislang vergleichsweise gut durch die Krise gekommen – eine Fusion.
«Ein Grossteil des alten Modells ist zerstört oder zumindest empfindlich angekratzt», sagt Robert Doll, Manager beim Investmenthaus Blackrock. «Es wird in jedem Fall einen neuen Ansatz geben, da der alte verschwunden ist.»
Wohin die Reise gehen könnte, zeigen die vergleichsweise kleinen und trotz der Krise erfolgreichen Investmentboutiquen wie Lazard oder Greenhill. Sie bieten ausschliesslich Beratungen etwa bei Fusionen an, sind aber nicht bei Finanzierungen oder im Handel aktiv und leiden daher nicht unter Abschreibungen.
«Kleinere Spieler werden die Nischen nutzen, die die Grossen hinterlassen», sagt Dieter Hein, Finanzexperte beim Analyseinstitut Fairesearch. Neue grosse Investmentbanken werde es auf absehbare Zeit nicht geben.
In gut einem Jahr Ausnahmezustand in der Finanzbranche haben sich die Bedingungen drastisch verändert. Banken kommen nur schwer an Kapital und trennen sich massenhaft von kompliziert aufgebauten Risiko-Wertpapieren, deren Kursverluste die Krise immer weiter verschärften.
Wachstumsmotoren der Vergangenheit – Finanzierung von Milliardendeals, Hypothekenverbriefungen und andere komplexe Wertpapiertransaktionen – stottern oder wurden bereits gänzlich abgewürgt.
Auch die weltweite Nummer eins unter den Investmentbanken, Goldman Sachs, soll zu Jahresbeginn auf der Suche nach einer Geschäftsbank gewesen sein, um sich breiter aufzustellen. Das Institut hat sich bislang zwar am Besten in der Krise gehalten, muss mittlerweile aber auch 70-prozentige Gewinnrückgänge hinnehmen.
Finanzchef David Viniar betonte heute dennoch, das Thema Zukäufe sei vom Tisch. Die Probleme anderer Banken zeigten nicht die Schwächen des grundsätzlichen Geschäftsmodells einer Investmentbank. «Das ist eher eine Frage des Geschäftserfolgs, es geht um die richtige Taktik», sagte er. «Und es sieht so aus, als ob wir uns als unabhängiges Institut ganz gut geschlagen haben.» (SDA)