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Profiteure: Die steigenden Erdölpreise freuen vor allem die reichen Besitzer der Quellen.- Keystone
Markus Grob (44) von der Paul Grob Isolationen AG in Tagelswangen ZH freut sich: «Wir sind voll ausgelastet, die Anfragen und Aufträge häufen sich.» Ähnlich optimistisch tönt es in der ganzen Bau- und Heizungsbranche. Vor allem Besitzer von Liegenschaften aus den Sechziger- und Siebzigerjahren merken, dass es sich lohnt, etwas gegen die auf 130 Franken pro 100 Liter gestiegenen Heizölkosten zu unternehmen. Das sind fast 80 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.
Und man kann etwas tun. «Mit der Isolation des Dachbodens etwa können objektbezogen bis zu 25 Prozent der Energiekosten eingespart werden», sagt Grob und nennt seinen Preis: 65 Franken pro Quadratmeter, mit Dampfsperre vollmontiert. Auch Anbieter von Solaranlagen, Wärmepumpen, Energiesparfenstern, Heizkesseln, Steuerungselementen oder Fassadenisolationen überbieten sich mit Energiesparangeboten.
Das Potenzial ist riesig. Ein durchschnittliches Schweizer Haus verbraucht pro Quadratmeter Wohnfläche 15 Liter Heizöl, einige auch 20 Liter und mehr. Durch eine Totalsanierung nach Minergie-Standard kann man diesen Wert unter sechs Liter senken. Doch solche Sanierungen sind teuer (siehe Kasten). Es lohnt sich also, gezielt vorzugehen.
Martin Jakob vom Centre for Energy Policy and Economics (CEPE) der ETH Zürich kennt die Schwachstellen. In erster Linie findet er sie in der Gebäudehülle. Nicht isolierte Keller- oder Estrichböden etwa sind wahre Energielöcher, die sich relativ günstig abdichten lassen. Die Renovation von Fassaden oder der Ersatz von Fenstern sind schon etwas teurer, aber bei den aktuellen Heizölpreisen in vielen Fällen lohnend – umso mehr, wenn steuerliche Abzüge und Zuschüsse wie etwa aus dem Klimarappen-Fonds locken. Auf diese Art können die Kosten häufig um 20 bis 30 Prozent gesenkt werden.
In zweiter Linie, so Jakob, muss man das Heizsystem unter die Lupe nehmen. Moderne Heizkessel verbrauchen ein Drittel weniger Energie als ihre Vorgänger aus den Achtzigerjahren. Moderne Steuerungselemente anstelle der alten Thermostate können zehn Prozent Einsparung bringen. Marcel Scherrer (44), Wohnbauspezialist beim Planungsbüro Wüest und Partner, sieht das grösste Sparpotenzial bei stromfressenden Haushaltgeräten, angefangen bei der Glühbirne.
Das Umsteigen auf alternative Energiesysteme wie beispielsweise Wärmepumpen, Holzschnitzelanlagen und Sonnenkollektoren erfordert zwar etwas höhere Investitionen, ist aber bei den gegenwärtigen Erdölpreisen in vielen Fällen finanziell lohnend geworden. «Die Nachfrage nach Kollektoren ist riesig», erklärt etwa Reymond Fallet (62) vom führenden Sonnenkollektoren-Hersteller Soltop in Elgg ZH, der seinen Personalbestand seit Beginn des Ölpreisbooms von 25 auf 40 erhöht hat. Und solche Fälle gibt es viele. Energiesparen schafft Arbeitsplätze.